Baby Schwangerschaft

ZWISCHEN HILFLOSIGKEIT UND ANGST // EIN BRIEF AN DIE SCHWESTER DER GEBURTSKLINIK

3. Mai 2017
Geburtsklinik Situation Deutschland, Brief an Krankenschwester

Fotos von Natalie Shelton Photography

„Childbirth is not a medical procedure – it’s part of the normal life cycle. It belongs to the woman and her family“ 
Dr. Marsden Wagner

„Jegliche Empathie und jegliches Feingefühl für eine junge schwangere verängstige Frau war in dem Moment nicht vorhanden. Ich war eine Sache, die zu erledigen war. Diese Erniedrigung und die damit zusammenhängende Enttäuschung quält mich bis heute.“

Meine Leserin Anna fand sich plötzlich und ohne Vorwarnung im OP-Saal wieder, wo ihre Tochter kurzerhand per Kaiserschnitt geboren wurde. Eine Entscheidung, die gefühlt zwischen Tür und Angel gefällt wurde und wofür es bis heute eigentlich keinen Grund gab. Als ich Annas Zeilen las, machten diese mich sehr betroffen und traurig. Aber sie zeigen auch ganz klar auf, dass sich in der Geburtsmedizin dringend etwas ändern muss. Und zwar schnell. Es braucht mehr Personal im Allgemeinen sowie wieder mehr Hebammen. Es dürfen einfach keine weiteren Geburtskliniken aus Kostengründen geschlossen werden und bitte, keine Kaiserschnitte mehr, die medizinisch nicht unbedingt notwendig sind.  Aber lest selbst Annas Geschichte!

Ihr findet sie HIER bei Instagram.

 

Die Zustände in Deutschlands Kreißsälen sind beunruhigend,
ein Brief an die Krankenschwester der Geburtsstation!

Ein Brief an die Schwester, die mir mein Baby weggenommen hat.

Meine Babytochter kam am 5.7.16 per Kaiserschnitt auf die Welt. Dieser Kaiserschnitt war nicht gewollt, nicht gewünscht und nicht geplant. Er kam über uns wie ein Unwetter, das nicht aufzuhalten war. Für mich heute noch nicht zu verstehen und es konnte mir auch bisher niemand erklären, welche Ursachen es dafür gab. Die Entscheidung mein Baby aus mir rauszuholen, fiel zwischen Tür und Angel und ich hatte keinerlei Zeit mich mit dieser Entscheidung zu befassen. Jegliche Empathie und jegliches Feingefühl für eine junge schwangere verängstige Frau war in dem Moment nicht vorhanden. Ich war eine Sache, die zu erledigen war. Diese Erniedrigung und die damit zusammenhängende Enttäuschung quält mich bis heute.

Als ich mein Baby dann endlich bei mir hatte, war ich unglaublich glücklich. Es war das bisher schönste, was ich erlebt habe.

Vom Kaiserschnitt gequält und liegend ins Krankenhausbett gezwungen, nicht in der Lage mein kleines Baby selbst zu wickeln, waren die ersten Tage mit Baby furchtbar. Ich fühlte mich hilflos, von meinem Körper verraten, von den Ärzten allein gelassen und immer noch beschäftigt mich der Grund für diesen Kaiserschnitt.

Schlimmer wurde es nur, als mir am nächsten Morgen im absoluten Halbschlaf mein auf mir liegendes Baby einfach ohne jegliche Vorwarnung aus dem Arm genommen wurde, in sein Bettchen gelegt wurde und dann mit dir aus dem Zimmer verschwand. Ich war ohnmächtig, noch nicht wach und ich konnte mich nicht bewegen vor Schmerzen. Mein Baby ging einfach aus dem Zimmer  und ich konnte nicht hinter her. Ich hatte solche Angst. Der aus dem Schlaf gerissene Papa ging dem Baby dann hinterher, während ich mich aus dem Bett quälte. Der Bauchschnitt brannte und mein Kreislauf war noch nicht bereit zum Aufstehen. Ich kämpfte mich aus dem Bett und wackelte zur Zimmertür und dann auf den Flur. Ich wollte mein Baby wieder haben.

Nach einer Ewigkeit kam ich von Schmerzen nach vorne gebeugt, weinend und immer noch geschockt auf dem Flur an und mein Freund kam mit meinem Baby auf mich zu.

Es war lediglich eine Routineuntersuchung am Morgen, aber für mich war es das Schlimmste was einer frisch gebackenen Mama passieren kann.

Im Halbschlaf, nicht registrierend was geschieht, das Baby entrissen zu bekommen, ist das Furchtbarste, was passieren kann. Bis heute quält mich die Angst, dass mir jemand mein Baby wegnimmt.

Ich weiß nicht, ob ich mich jemals so ohnmächtig gefühlt habe. Diese besagte Situation holt mich dauernd ein, ist immer wieder präsent und tut mir immer noch weh.

Liebe Schwester, ich weiß nicht, ob Sie überhaupt wissen, was Sie in mir angerichtet haben. Was sie kaputt gemacht haben, dass sie die ohnehin furchtbare Situation um und mit dem Kaiserschnitt, um so viel mehr schlimmer gemacht haben.

Mein Baby ist heute fast 10 Monate alt, sie ist gesund und wahnsinnig toll. Doch ihre Geburt und die Zeit in der Klinik waren für mich sehr schlimm. Es kam nichts so, wie es gewünscht, ja herbeigesehnt wurde. Jeglicher Wunsch wurde zerstört, medizinisch notwendig oder nicht, weiß ich bis heute nicht. Und bis heute kann ich mein Baby nicht abgeben, ohne eine Angst zu spüren, die größer als so viel anderes ist.

Ich wünsche mir, dass keiner Mama, die gerade erst ihr neues Bündel leben im Arm hat, so etwas Schlimmes passiert. Ich wünsche mir, dass du als Schwester, aber auch die Ärzte darüber nachdenkt, was ihr tut. Es geht nicht um Routine und einen Ablaufplan. Hier geht es um Mamas mit ihren Babys, die versuchen mit den ganzen Emotionen, Hormonen und Schmerzen zu recht zu kommen. Genau diese Mamas brauchen Mitgefühl und Einfühlsamkeit. Sie sind in einem Moment riesiger Verletzbarkeit und es kann so viel kaputt gemacht werden.

Ich wünsche mir, dass nur eine Schwester oder ein Arzt dies liest und darüber nachdenkt, was im Klinikalltag geschieht.

Ich wünsche mir, dass du es liest, die nur ihren Job, aber so viel falsch gemacht hat.

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48 Kommentare

  • Antworten Storchengeflüster 3. Mai 2017 at 16:32

    Hallo liebe Anna,
    Ich bin enttäuscht und wütend. Die drei Jahren in der Klinik zur Ausbildung waren die schlimmsten eh und je. Ich habe mich mit als Täter gefühlt, die Frauen Leid und Gewalt angetan hat. Weil man es nicht besser wusste , weil es von einem verlangt wurde. Und weil man als Schüler eh zu befolgen und nicht zu widersprechen oder in frage zu stellen hat.
    So gut es nur ging, habe ich mit durchgesetzt.
    Ich verstehe bis heute nicht, wo das Problem ist, zu informieren. Wieso kann man nicht sagen „Guten Morg n, wir würde ihr Kind kurz untersuchen. Nur eine Routine. Das Gewicht und der Sauerstoff. Sie können ja morgen mitkommen, wenn sie Fitter sind.“
    Keine Minute dauert das.
    Ich bin immer noch wütend. Auch über mich selbst, dass ich Gewalt antun musste. Im Kreissaal.
    Ihr müsst aufstehen. Bitte.
    Am 25. November ist Rosés Revolution Day. Es geht um Gewalt in der Geburthilfe. Die Betroffenen legen eine Rose vor den Kreissaal (oder auch Station) und/oder einen Brief nieder. Falls du davon noch nicht wusstest.
    Ich hoffe, du kannst dein erlebtes aufarbeiten und Heilung durch ein weiteres Kind erfahren.
    Steht auf, ihr Frauen. Ihr müsst euch das nicht gefallen lassen.
    Ich wünsche euch alles gute und viel schöne Zeit.

    • Antworten Sarah 3. Mai 2017 at 19:50

      Danke für die diese Information Storchengeflüster. Auch ich werde an diesem Tag einen Brief abgeben.

  • Antworten Coco 3. Mai 2017 at 16:35

    Ich bin zwar keine mama. Aber das ging mir doch sehr nah. Es tut mir sehr leid was dir da passiert ist. Ganz viel Kraft und super viel Freude an deinem kleinen Schatz.

  • Antworten Anni 3. Mai 2017 at 16:35

    Liebe Anna, ein fruchtbares Erlebnis. Es tut mir sehr sehr leid für dich. Ich bin erst in der 5.SSW, Sonntag musste ich wegen Blutungen ins Krankenhaus. Nach drei Stunden Wartezeit mit Schmerzen wurde ich unter Augenrollen und Genervtheit untersucht. Die Ärztin sprach keine zwei Sätze mit mir. Vor meinem nächsten Krankenhausbesuch habe ich wirklich Angst.

  • Antworten Judith 3. Mai 2017 at 16:36

    Liebe Anna, furchtbar zu Lesen wie es dir ergangen ist, rückgängig machen kann sowas niemand. Viel zu oft kommt es durch all den Stress und den Personalmangel zu solchen Situationen. Ich möchte niemanden verteidigen, aber ich gehe von mir aus eigentlich halte ich mich für eine gute Gesundheits und Krankenpflegerin kann aber nicht unterschreiben das auch ich Patienten schon „so“ behandelt habe was aber nie böse Absicht War. Mir ist wichtig das ich und auch meine Kollegen angesprochen werden das Menschen wie du die unglücklicherweise getroffen wurden eine nächste Mama davor beschützen. Ich wünsche dir alles Glück der Welt und das du hoffentlich durch das Lachen deiner Tochter einen Frieden mit dem geschehenen finden kannst ♡

  • Antworten Antonia 3. Mai 2017 at 16:37

    Oh mein Gott. Liebe Anna – ich bin gerührt, berührt und schockiert von dem was dir widerfahren ist. Ich weiß gar nicht wie man dir (und dem Vater) etwas derartiges antun kann und es bestätigt meine Vorstellungen von einer klinischen Geburt: Man ist nicht das Individuum, sondern einfach irgendwer. Dabei ist man dort weil man das größte Wunder das es gibt empfangen will. Ein Baby, das immer das besonderste für die Eltern ist.

    Ich wünsche dir von Herzen dass du irgendwann deinen Frieden finden kannst. Das du darüber wütend und traurig sein kannst. Und gleichzeitig dich über dein Kind erfreuen kannst. Aber natürlich ist dein Kind nicht Mittel zum Zweck, um das aufzuwiegen. Aber es kann dich vielleicht versöhnen.

    Es tut mir so leid. Ich kann es mir nicht vorstellen und bin umso dankbarer ausserklinisch entbunden zu haben. Und ich hoffe sehr, dass alles daran gesetzt wird das auch unsere Töchter diese Wahl haben können.

    Ich wünsche dir alles Liebe!

  • Antworten Lilu 3. Mai 2017 at 16:39

    Ich habe Gänsehaut vom Lesen der Zeilen… und auch ich -Mama einer kleinen Tochter- kann, wenn auch nur Stückweise, verstehen, wie du dich fühlst. Auch meine Geburt und der darauffolgenden Krankenhausaufenthalt liefen so ganz anders ab, als ich es mit wünschte.
    Ich wachte auf der Intensivstation auf, ohne zu wissen, wo mein Baby ist. Auskunft darüber, wie es meinem Baby geht, konnte mir dort keiner machen.
    Und dann die furchtbare Hebamme, die bei meiner Geburt dabei war. Völlig überfordert betreute sie drei Geburten gleichzeitig (Personalmangel). Ich brachte also mein erstes Kind quasi alleine zur Welt- mit dem anwesenden Papa. Danach ging es dann in den Not-OP…
    Ich habe einige Wochen und Monate gebraucht um meine Gedanken zu ordnen und zu sortieren und mich dazu entschlossen, einen Brief an die Hebamme und das Krankenhaus zu schreiben. Damit sie wissen, dass der eigentlich „schönste Tag im Leben“ auch zum schlimmsten Tag im Leben werden kann, wenn man als Erstgebärende keinerlei Hilfe bekommt, keine Auskunft über den Verbleib seines Kindes nach einer Not-OP etc… es tat mir gut, diese Zeilen nieder zu schreiben und ich hoffe, vielleicht damit etwas bewirkt zu haben.
    Ich wünsche dir und deiner kleinen Familie alles gut 🙂

    • Antworten Anna 3. Mai 2017 at 18:12

      Liebe Lilu, es tut so gut, verstanden zu werden und solche lieben Worte und Zuspruch zu hören. Alles Liebe auch dir! Anna

  • Antworten Liv 3. Mai 2017 at 16:43

    Berührend ehrliche Worte.
    Jede medizinische Untersuchung (auch eine Routineuntersuchung) bedarf einer Erklärung.
    Danke fürs teilen deiner Erfahrungen.

  • Antworten Anna 3. Mai 2017 at 16:44

    Ich finde es toll, dass du darüber sprichst und deinen Gefühlen Ausdruck verleihst. Es geht oft unter wie sehr ein Kaiserschnitt danach einschränkt und wie hilflos man sich fühlen kann. Im Gegenteil, er wird oft schön geredet und damit die Gefahren und Einschränkungen vergessen. Ich wünsche dir alles Gute und hoffe das du dass bald verdrängen kannst und wieder Vertrauen zu anderen Personen fassen kannst.

  • Antworten Mama.bananna 3. Mai 2017 at 16:47

    Ach liebes, ich hoffe du findest bald Frieden mit diesem Erlebnis. Ich kann mir bestens vorstellen wie es dir ging, mich hat schon der Toilettengang am Morgen nach der Geburt gequält, weil ich mein Baby da kurz alleine im Zimmer lassen musste.

  • Antworten Kathleen 3. Mai 2017 at 16:50

    Das ist wirklich schrecklich und tut mir wirklich unendlich leid für dich😦ich musste leider die selbe Erfahrung machen bei meiner 1.geburt und daher hatte ich mich dann bei der zweiten auch für eine andere Klinik entschieden die meine Geburt wirklich zu etwas besonderem gemacht haben und auch mein 3. Werde ich wieder genau dort auf die Welt bringen.jede Geburt ist etwas Besonderes und einzigartiges und jeder werdenden Mutter sollte dies Erlebnis auch als das schönste im leben in Erinnerung bleiben.ich hoffe du wirst es irgendwann verarbeiten können…fühl dich gedrückt 🙋

    • Antworten Anna 3. Mai 2017 at 18:28

      Liebe Kathleen, Danke für deine Worte! Ich wünsche dir für deine nächste Geburt alles Gute und dass sie so verläuft, wie du es dir wünscht und sie etwas Schönes und Besonderes wird! Ein mögliches nächstes Baby werde ich auch nicht noch einmal in der gleichen Klinik zur Welt bringen.

      Viele Grüße Anna

  • Antworten Ann-Marie 3. Mai 2017 at 16:55

    Hallo,
    ich bin entsetzt über deine Erfahrungen.
    Als Krankenschwester (keine Hebamme) bin ich der Ansicht,dass die Empathie eines der wichtigsten Eigenschaften ist,die man in diesem Job mitbringen sollte.
    Fehlt einem jegliches Einfühlubgsvermögen,sollte man seine Berufswahl definitiv überdenken.
    Ein Beruf in der Pflege ist bei weitem nicht einfach,man ist chronisch unterbesetzt und eigentlich immer im Stress,aber man darf niemals vergessen,dass man einen hilfsbedürftigen Menschen vor sich hat und man sollte diesen genauso behandeln wie man selber gerne in einer Notsituation behandelt werden möchte!
    Liebe Grüße
    Ann-Marie,28,Krankenschwester in Elternzeit,Mutter von zwei Kindern

    (motteandme auf Instagram)

  • Antworten Svenja 3. Mai 2017 at 16:58

    Liebe Anna,
    dieser Kommentar kommt von ganzem Herzen!
    Ich selbst bin eine Mutter und ich bin eine „Kinderkrankenschwester“. Ich arbeitete zunächst in der Kinderkardiologie, später in der Neonatologie bei den Frühgeborenen, inzwischen bilde ich die „Kinderkrankenschwestern“ von Morgen aus. Dein Brief hat mich zu Tränen gerührt. Ich habe viel darüber nachgedacht und möchte dir danken! Ich denke, dass sich solche Dinge nur ändern können, wenn sie auch angesprochen werden und darüber nachgedacht werden kann. Ich selbst habe es immer als meine Aufgabe gesehen in den sensiblen Bereichen, in denen ich arbeitete, sowohl Kinder, als auch Eltern bestmöglich, mit Empathie und Respekt zu betreuen. Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob ich manchmal nicht auch etwas Falsches gesagt oder getan habe. Es können die kleinsten Dinge sein, die Eltern wichtig sind, die man in dem Moment übersieht:
    Der Zeitmangel, die Höhe des Arbeitsaufwandes, der Personalmangel tragen wahrscheinlich dazu bei. Deswegen ist es so wichtig, dass Eltern solche Situationen äußern.
    Danke dir dafür!
    Kommunikation und Empathie sind große Bestandteile in unserer Ausbildung, aber sie geraten in der Berufspraxis oft in den Hintergrund, was ein großer Fehler ist.
    Ich werde deinen Brief als Beispiel mit in den Unterricht nehmen, wenn ich darf (?) und mit meinen Schülern reflektieren, damit sie mal wieder darauf gestoßen werden, dass Kommunikation und Empathie ein wesentlicher Bestandteil guter Pflege sind.

    Liebe Grüße,
    Svenja (26, Mutter einer kleinen Ida)

    • Antworten Anna 3. Mai 2017 at 17:28

      Liebe Svenja, vielen Dank für dein Mitgefühl und deine Gedanken! Bitte nutze meinen Brief in deinem Unterricht! Ich möchte, dass er gelesen wird und dass solche „Vorfälle“ vermieden werden…

      Ganz viele Grüße Anna

  • Antworten Victoria 3. Mai 2017 at 16:58

    Liebe Anna!
    Ich finde es sehr gut und wichtig, dass du diesen Brief teilst! Man hört immer häufiger von schlimmen Erfahrungen und das gibt mir viel zu denken! Meine Freundin wurde die Pda verweigert, 45 Minuten später schmiss der Arzt sich auf sie um den Zwerg raus zu pressen. Dammriss zweiten Grades eben mal nebenbei zugenäht, völlig Schief und unter so großer Spannung, der musste später wieder aufgemacht werden und erneut vernäht werden. Keiner redete mit ihr, keiner half als sie Probleme beim stillen hatte. Unfassbar! Und dann sehe ich eine Freudin , die eine hausgeburt hatte und nur positives zu berichten weiß. Man muss endlich ein Bewusstsein dafür schaffen, dass wir Menschen sind, die neues Leben auf die Welt bringen und Ängste und Unsicherheiten mit sich bringen und bei Bewusstsein sind! Ich habe großen Respekt vor dir! Und überhaupt jeder mama !

    • Antworten Marie 4. Mai 2017 at 13:48

      Wenn sich eine werdende Mutter für eine Hausgeburt entscheidet, dann sollte sie sich immer auch über die Risiken für das Baby und sich selbst informieren. Wenn eine Hausgeburt gut verläuft und die Mutter es als positives Erlebnis im Gedächtnis behält, dann ist das natürlich wundervoll.
      Doch sehr häufig geht auch was schief, das sind dann leider die Kinder die meine Kollegen und ich auf der Intensivstation betreuen und denen es nicht immer gut geht.
      Und in der Regel hat es einen Grund weshalb sich der Arzt plötzlich auf den Bauch schmeißt. Meist weil die Herzfrequenz des Kindes sinkt und dann muss es leider schnell gehen – zum Wohl des Kindes .

      • Antworten Janina 5. Mai 2017 at 6:16

        Liebe Marie,

        statistisch gesehen verlaufen Hausgeburten und Geburten im Geburtshaus weitaus weniger komplikationsreich als Geburten in Kliniken. Das ist gefährliches Halbwissen und ich empfinde es als sehr schwierig, Mütter so zu verunsichern mit Fakten, die so leider nicht wirklich wahr sind.

        Ganz liebe Grüße an Dich
        Janina

        • Antworten Kerstin 5. Mai 2017 at 9:57

          Na die Statistik macht ja auch Sinn, weil die ganzen Mütter, die Risikoschwanger sind, da mit reinfließen. Wenn man mal bedenkt, für wie wenige ein Geburtshaus überhaupt in Frage kommen.

          Du verunsichertst mit solchen Aussagen ebenso.

        • Antworten Marie 8. Mai 2017 at 18:58

          Liebe Janina, leider ist das kein Halbwissen, sondern Erfahrung aus 12 Jahren Arbeit in der Neonatologie. Ich bewundere jede Frau, die den Mut hat und eine wundervolle Geburt erlebt. Aber man sollte sich immer bewusst sein, dass nicht immer alles gut geht.

          Doch ist das eigentlich ein anderes Thema, dazu gibt es tausend verschiedene Meinungen. Und niemand sollte für seine Entscheidung verurteilt werden.

          Ich nehme mir nur gelegentlich das Recht raus ab und zu meine Meinung bzw Erfahrung kund zu tun.

          Zu dem eigentlichen Bericht oben: ja es gibt pflegekräfte die wenig Empathie zeigen und nicht nach voll ziehen können was sie mit solch einer „kleinen“ tat bei einer frisch gebackenen Mutter anrichten. Doch so traurig es ist, manchmal fehlt einfach die Zeit dafür.

  • Antworten Carolin 3. Mai 2017 at 17:03

    Es tut mir unglaublich leid was dir passiert ist, ich habe noch kein Kind bekommen, aber ich hoffe für uns alle da sich bald etwas ändern wird in diesem Bereich.
    Ich arbeite selber im Medizinischen Bereich, und bin sehr erschüttert über meine ich nenne sie mal „Kollegin“ ich wollte immer gerne in der Geburtshilfe arbeiten, da ich aber allem Anschein nach zu Nett bin interessiert sich wohl niemand für meine Bewerbung…

    Ich wünsche dir weiterhin alles Gute 🙂

  • Antworten Marina 3. Mai 2017 at 17:18

    Hallo liebe Anna,

    Wie soll ich am besten Anfangen … es tut mir unendlich, Wirklich! UNENDLICH leid, dass du solch eine Situation erleben musstest, bzw. Sie so erschreckend empfunden hast. Und jetzt noch darunter leidest.

    Ich bin selber Schwester (im Erwachsen Bereich) und oftmals passieren Situationen, die für sein gegenüber ganz anders wahrgenommen werden, als einem als Schwester bewusst ist.

    Dies möchte ich mit keinem Satz wie, Personalmangel, Stress, Routine, Alltag oder sowas Entschuldigen. Sowas gibt es nicht zu Entschuldigen.

    Manchmal sind es aber Situationen, indem man seinen Patienten oder auch Ihre Eltern beschützen möchte. Indem man denkt genau jetzt, das richtige gemacht zu haben oder zu machen.
    Vielleicht hat sie gedacht“ oh ihr seid gerade erst eingeschlafen, ihr werdet bestimmt total kaputt sein als frisch gebackene Eltern, die Untersuchung ist schnell vorbei und dann ist das Babymädchen schnell wieder in euren Armen zurück und Sie kann euch ganz stolz berichten, das alles okay sei und sie Kern gesund ist.“

    Es gab schon sehr viele Situationen in meinem Alltag auf die ich hingewiesen worden bin, die ich Persönlich aus meiner tiefsten Überzeugung und mit Herz ausgeführt habe. Die mein gegenüber als falsch und/oder unangemessen empfunden hat. Und ich bin jedesmal so dankbar, wenn mich jemand direkt darauf hinweist. Und ich es beim nächsten mal anders handhaben kann. Denn Jeder Mensch braucht eine andere Form von Betreuung/Hilfe/Nähe und Distanz, Fürsorge und Pflege.
    Denn auch wir Schwestern müssen uns täglich auf die unterschiedlichsten Menschen einstellen.

    Was für den einen richtig ist, das muss es für den anderen nicht sein.

    Vielleicht kann dir der andere Blickwinkel, aus Schwesternsicht helfen die Sache ein wenig besser zu verarbeiten.

    Ich wünsche dir vom Herzen ganz ganz viel Kraft, diese verlustängste langsam wieder zu verlieren und wünsche euch alles Gute .🍀

    Fühl dich gedrückt

    Schwester Marina

    • Antworten Anna 3. Mai 2017 at 18:17

      Vielen lieben Dank liebe Marina für dein Mitgefühl und deinen anderen Blickwinkel auf die Situationen im Krankenhaus!

      Liebe Grüße Anna

  • Antworten Lena 3. Mai 2017 at 18:04

    Puh, ich bin zwar keine Mama ( aber irgendwann, hoffentlich ) und diese Zeilen gingen mir so nah, das ich garnicht so richtig weiß was ich schreiben soll.. Denn sowas darf nicht passieren ! Egal auf welcher Station in einem Krankenhaus – und erst recht nicht als neu Mama! Ich selber arbeite in einem Medizinberuf und bin wirklich schockiert wenn ich das lese .. Es fehlt an allen Ecken und Enden an Personal, Zeit etc. Und die Patienten sollen das ausbaden? Das kann nicht sein & darf nicht sein! Oh, macht mich das wütend !!! Aber zu dir liebe Anna ( ich hoffe du liest das 🙂 ) ich wünsche dir von Herzen dass du das erlebte irgendwie – irgendwann verarbeiten kannst, egal wie. Ich denke du stehst da sicher nicht alleine da! Vielleicht hilft dir das ein wenig.. Und ich wünsche dir wirklich von Herzen alles alles liebe und gute für dich und dein kleines Mädchen 🙂 ich denke ganz fest an dich & Fühl dich ganz fest gedrückt !! ❤️

    • Antworten Anna 3. Mai 2017 at 18:30

      Danke! 😊 So viele liebe Worte!

      Liebe Grüße Anna

  • Antworten Merle-Marie 3. Mai 2017 at 18:09

    Liebe Anna,
    Ich musste eben beim lesen des Textes anfangen zu weinen.
    Auch jetzt weine ich noch.
    Ich habe fast genau das gleiche erleben müssen.
    Auch ich hatte einen ungewollten und absolut unerwünschten, wenn auch aufgrund der Beckenendlage meines Sohnes geplanten Kaiserschnitt.
    Ich habe wochenlang alles versucht um um den Kaiserschnitt herum zu kommen.
    Niemand wollte eine Spontangeburt aus BEL beim ersten Kind mit mir machen.
    Ich fand das Erlebnis und die darauf folgenden Tage unglaublich schlimm, beängstigend und unfassbar scherzhaft.
    Körperlich sowie psychisch.
    Sich um sein neugeborenes Baby nicht kümmern zu können war so so furchtbar für mich.
    Auch heute, knapp vier Monate später, bin ich über diese Erfahrung noch nicht hinweg gekommen und kann mein Baby kaum aus der Hand geben.
    Ich fühle mich oft nicht ernst genommen.
    Kaiserschnitte sind heute ’normal‘ und ich solle doch froh sein.
    „Hauptsache dem Kind geht es gut“
    Natürlich. Das ist keine Frage das Wichtigste für jede Mama!
    Doch auch ich habe Würde und Gefühle… und die wurden verletzt.

    Vielen Dank für deinen Text.
    Liebe Grüße, Merle – Marie

    • Antworten Anna 3. Mai 2017 at 18:25

      Liebe Merle-Maria, du sprichst mir aus der Seele. „Dem Baby geht es doch gut und dir ja auch nun.“ Dieser Satz tat und tut immer noch so weh. Er zeigt, dass die Sagenden überhaupt kein Gespür dafür haben, wie es einer Mama nach einem nicht gewünschten
      Kaiserschnitt geht. Es geht der Mama nämlich ganz und gar nicht gut und ob es dem Kind nach dem Kaiserschnitt gut geht, sei auch mal dahin gestellt.
      Wenn man sich eine natürlich und schöne und friedliche Geburt gewünscht hat, dann ist es einfach nur schlimm, einen Kaiserschnitt erleben zu müssen. Ich habe lange um meine gewünschte natürliche Geburt getrauert und es gab leider nur wenige tolle Menschen um mich herum, die mich haben trauern lassen. Es ist wichtig über das Erlebte zu reden und man muss traurig sein dürfen!

      Liebe Grüße Anna

      • Antworten Sonja 3. Mai 2017 at 20:11

        Ich empfehle Euch das Buch „Es ist vorbei – ich weiß es nur noch nicht“ von Tanja Sahib zur Bewältigung von Geburtstraumatas. Bei mir kamen die ganzen negativen Gefühle der ersten Geburt nach 5 Jahren in der 2. Schwangerschaft wieder hoch mit Ängsten und Panikattacken. Unbedingt viel darüber reden und versuchen zu verarbeiten… mit Partner, Freundinnen, (neuer) Hebamme oder ggf. einem Therapeuten.

  • Antworten Jule 3. Mai 2017 at 18:54

    Liebe Anna,
    es tut mir sehrlich leid, was dir passiert ist und ich hoffe sehr, dass du das Erlebte verarbeiten kannst. Ich weiß, was es bedeutet hilflos und sich ausgeliefert zu fühlen. Mein Sohn kam 2013 zur Welt und ich habe die Geburt bzw. den Ablauf, die Schmerzen und Erniedrigung bis heute nicht überwunden. Diese Erfahrung hält mich davon ab, an ein zweites Kind auch nur zu denken. Ich habe mich oft gefragt, wie man als Krankenhauspersonal in meinem Fall Hebammen, Schwestern, Ärzte und Anästhesisten so gleichgültig und emotional gewalttätig mit einer schwangeren, jungen unerfahrenen Frau umgehen kann. Ich habe bis heute keine Antworten und weiß nur, es muss sich etwas ändern! Wir bringen unter Schmerzen neues Leben auf die Welt und da ist es nicht zu viel verlangt, auch als Mensch wahrgenommen zu werden.
    Fühl dich umarmt, sei stark und sprich darüber. Es dauert, das alles zu verarbeiten … aber lass nicht zu, dass sie dein Vertrauen zerstören.
    Alles Liebe Jule

  • Antworten J. J 3. Mai 2017 at 19:05

    Ich finde es auch sehr mutig und bewundere den Schritt!
    Lass dich nicht unterkriegen von negativen Kommentaren.
    Du und Janina ihr seid tolle Frauen und ich find es absolut stark hier seine Geschichte zu teilen!
    Dafür hast du nicht weniger als den allergrößten Respekt verdient!!!!

  • Antworten Aleksandra 3. Mai 2017 at 19:14

    Liebe Anna,
    Es tut mir so leid, dass du so etwas erleben musstest. Auch mir würde mein Baby nach der Geburt weggenommen, weil die Schwester meinte, dass ich bei der Blutentnahme ohnmächtig werden kann. Es war kurz nach 22 Uhr, Marin Ehemann ist gerade nach Hause gegangen und dann so etwas. Die erste Minuten war ich einfach im Schock dann rief ich schluchzend meinen Mann an … Und erst dann lief ich so schnell ich könnte hinterher. Ich kann bis heute mir nicht verzeihen, dass ich nicht stärker war und nicht sofort mitgegangen war… Ich war aber da, ich habe seine blutige Ferse gesehen und die Schwester die mit dem Mini Baby so grob umgegangen ist. Das Blut hat sie mit folgenden Worten abgenommen: du kannst hier weinen wie viel du willst, niemand wird dir helfen… Ich hielt das kleine Händchen und fühlte mich so machtlos… Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen um mein Baby besser zu beschützen aber ich kann nur zukunftigen Mamas sagen:egal was passiert, lässt bitte eure kleine Babys nicht alleine.
    Liebe Anna ich wünsche Dir von Herzen alles gute 😘
    Tut mir leid, dass ich hier über mich geschrieben habe.

  • Antworten Hannah 3. Mai 2017 at 19:20

    Liebe Alle,
    ja das ist wirklich keine schöne Erfahrung. Es tut mir sehr leid und es ist gut und richtig, dass du dies teilst. Ein Weg, alles zu verarbeiten um mit dir und deinem kleinen Schatz zur Ruhe zu kommen.
    ABER, bitte hütet Euch vor Verallgemeinerungen. Es gibt auch viele Krankenhäuser, denen Empathie sehr wichtig ist und wo die Krankenschwestern viel leisten um all die Vorturteilen aus dem Weg zu räumen. Nur so viel: Auch ich hatte einen ungeplanten Kaiserschnitt und war im ersten Moment unglaublich traurig. Meinem Mann und mir hat die Geburt wirklich viel abverlangt, da wir nach 48h Wehen und Wachen kaum noch in der Lage waren, klar zu denken. Die Hebammen waren unglaublich unterstützend und einfühlsam, fast mütterlich. Als es nicht mehr anders ging, habe ich es verstanden. Und Sie haben dann auch alles so getan, wie ich es wünschte: Mein Sohn wurde sofort auf die Brust meines Mannes gelegt (auch ich brauchte eine Vollnarkose, da die PDA nicht gut gesetzt war), sobald ich aufwachte, wurde er bei mir angelegt um die Brust zu suchen. Ich war unglaublich dankbar.
    Ich war dankbar für ein tolles Familienzimmer mit meinem Mann und dankbar für zwei liebevolle Kinderkrankenschwestern (zwei von …mehreren).
    Außerdem: meine kleine Schwester macht gerade die Ausbildung zur Kinderkrankenschwester und merkt diese Zerreißprobe. Wir alle sind nur Menschen und haben unsere Probleme, privat und im Beruf. Dann passieren Fehler und es kann auch mal passieren, dass die Empathie versteckt wird, vedrängt wird, um der Effizienz willen. Es mag auch Krankenhäuser geben, die der Empathie keine hohe Priorität beimessen. All das ist nicht richtig, nicht gut!
    Aber bitte, bitte, bitte, verturteilt nicht einen ganzen Berufsstand.

    • Antworten Anna 3. Mai 2017 at 19:38

      Liebe Hannah, es war nicht mein Ziel zu verallgemeinern oder generell zu verurteilen.
      Ich habe auch ganz liebe Krankenschwestern und Hebammen in der Klinik kennengelernt, die sehr einfühlsam und fürsorglich waren! ❤️

      • Antworten Verena 4. Mai 2017 at 9:51

        Schade nur, dass das nicht in einem Satz hier erwähnt wurde :/ Als angehende Kinderärztin komme ich mir in manchen Mami-Blog Kolumnen so langsam komisch vor. Auch wir haben Vorgaben und Pflichten und versuchen dennoch herzlich und einfühlsam zu sein… 🙁

  • Antworten Nata 3. Mai 2017 at 19:37

    Meine Tochter wurde auch per Kaiserschnitt geboren. Für mich war das aber die BESTE Entscheidung und ich habe auch was schlimmes im KH erlebt. Ich wurde mit Ballon am ET +9 eingeleitet. 24 Stunden keine Wehen, nur Schmerzen. Ich war verzfweifelt und es ging mir sehr schlecht. Ich habe meinen Wunsch geäußert, dass ich einen KS haben möchte. Ich war fertig und kaputt und wollte nur endlich meine Tochter auf dem Arm halten. Ich wurde unter Druck gesetzt , dass ich weitere Einleitungen machen soll, dass ich eine schlechte Mutter bin , wenn ich mir einen KS wünsche. Ich hatte einen Nervenzusammenbruch gehabt, weil mich ein Arzt unter Druck gesetzt hat. Die Oberärztin musste sich für ihren Kollegen entschuldigen und mich beruhigen. Meine OP ist super gelaufen und als ich endlich meine Tochter auf dem Arm hatte,w ar ich sehr erleichtert. Als ich mit meiner Tochet zu Hause war, habe ich den Brief an meine Frauenärztin gelesen. Dort stand, dass meine Tochter aus dem grünem Wasser geholt wurde. Niemand hat mir das im Krankenhaus gesagt. Ehrlich gesagt ich habe Schock bekommen und war froh, dass ich weitere Einleitungen nicht gemacht habe. Hauptsache ist meine langersehnte Tochter gesund!

  • Antworten Sarah 3. Mai 2017 at 20:09

    Liebe Anna,
    ich kann verstehen, dass dich dieses Vorgehen geschockt hat. Jedoch würde ich dir empfehlen, zu versuchen das Ganze in einem anderen Licht zu sehen. Vielleicht wollte die Schwester euch nur einen Gefallen tun, indem sie euch schlafen lässt. Oder sie hat es in Eile nicht aus bösem Willen getan. Die Zustände in vielen Krankenhäusern sind skandalös und auch eine Krankenschwester ist nur ein Mensch. Wenn du dieser Frau verzeihst, kann das für dich selbst nur gut sein. Ich habe selbst gerade gedacht, dass ich der Hebamme die bei meiner 2. Entbindung anwesend war, verzeihen sollte. Auch wenn es schwer fällt. Aber so heilt das Erlebte vielleicht besser.
    Dass ohne ersichtlichen Grund ein Kaiserschnitt gemacht wurde, ist allerdings wirklich furchtbar und nicht zu verstehen. Hier könntest du ein Gespräch mit dem Chefarzt verlangen.
    Ich wünsche euch alles Gute für eure gemeinsame Zukunft!

  • Antworten Verena 3. Mai 2017 at 20:12

    Puh. Da bekomme ich Gänsehaut. Ich bin selbst Mutter zweier wunderbarer Mädchen. Ich habe sie spontan entbunden und wurde von zwei wunderbaren Hebammen betreut. Was du erleben musstest, tut mir ehrlich leid. Normal ist man vom Zauber umhüllt und in einer Blase der Glückseligkeit. Stattdessen musst du nun mit einem Trauma umgehen, von dem ich hoffe,dass du es überwindest und eines Tages den Zauber erleben darfst. Ich wünsche es dir sehr.
    Es ist traurig (in deinem Fall ),dass nicht kommuniziert wurde,alles schnell schnell gehen musste oder eben das Feingefühl fehlte, welches an dieser Stelle so so wichtig ist.

    Alles Liebe Verena💛

  • Antworten Nancy 3. Mai 2017 at 21:08

    Liebe Anna,
    Auch mich hat dein Bericht tief berührt. Mein erstes Kind habe ich in einem großen renommierten Krankenhaus in Berlin zur Welt gebracht. Wichtig war mir damals die 24h Notversorgung und die „Routine“ die dieses Krankenhaus bzgl Geburten hatte.
    Ich habe mich allerdings so gar nicht gut betreut gefühlt und habe mich als eine Nummer unter vielen empfunden. Der Kreißsaal war überfüllt, wir mussten stundenlang warten und mit uns geredet hat niemand. Es lief letztendlich auf einen Kaiserschnitt hinaus, mit dem ich lange haderte und mir Vorwürfe machte, dass ich nicht mündiger und selbstbewusster entschieden hatte.
    Natürlich geriet das Thema schnell in den Hintergrund, wer will auch schon darüber berichtet haben – Kommentare wie „naja Hauptsache alle gesund und munter“ hört man da ja oft. Eine Aufarbeitung fand also nie statt.
    Sobald ich erfuhr, dass ich mit dem 2. Kind schwanger war, kam alles wieder hoch. Ich habe diese Schwangerschaft genutzt um mich mit der Geburt auseinander zu setzen, aufzuarbeiten, mich zu belesen usw. Glücklicherweise habe ich eine tolle Frauenärztin, die wunderbare Arbeit geleistet hat, bei der ich regelmäßig weinend im Termin saß und die mich sehr empathisch begleitet und mich bei der Wahl des Krankenhauses unterstützt hat. Aufarbeitung ist so so so wichtig!
    Die 2. Geburt wurde trotz des Versuches einer natürlichen Geburt wieder ein KS, aus denselben Gründen. Diesmal jedoch fühlte ich mich bestens betreut, in Entscheidungen eingebunden, getröstet und bestärkt. (Es handelte sich um ein Krankenhaus mit hebammengeführtem Kreißsaal, ein Arzt wird nur in Ausnahmesituationen hinzugezogen.) Und dieser KS hat mich auch mit dem ersten ein wenig versöhnt. Es war nicht meine Schuld!
    Übrigens bin ich nach dem 2. KS sofort mobil gewesen und habe mein Baby noch am selben Tag selbst versorgen können, während ich beim ersten 2 Tage lang gar nix konnte. Es kann so unterschiedlich sein.
    Ich wünsche dir, dass du Frieden schließen kannst und falls das nicht allein geht, es gibt so viele Möglichkeiten sich Hilfe zu suchen.
    Alles Liebe!

  • Antworten Inga 3. Mai 2017 at 21:36

    Liebe Anna,
    ein Keiserschnitt wird niemals einfach so- aus Spaß oder Langeweile – ohne jegliche medizinische Indikation durchgeführt 😉 Der Grund ist mit Sicherheit in deiner Krankenakte dokumentiert.
    Naturlich wünscht man sich als eine junge, unerfahrene Mama eine ruhige, schöne Spontangeburt, es ist leider aber eine ziemlich romantische Vorstellung. Nicht umsonst liegt die KS -Rate in Deutchland um die ~30%.
    Nach einem KS muss man nicht zwangsläufig mehrere Tage im Bett liegen bleiben. Es ist erlaubt ( ja, sogar sehr erwünscht ) schnell wieder aufzustehen und um das Baby zu kümmern. Gegen Wundschmerz gibt es Schmermittel, die entsprechend bei Bedarf zusätzlich angefordert werden können

    Dass dein Baby ohne Vorwarnung weggenommen wurde, ist natürlich Falsch und unglücklich gelaufen. Es tut mir leid für dich.

    Ich hoffe, dass du dein nächstes Kind zu Hause oder in einem Geburtszentrum entbinden kannst. Da steht die Gebärende als das Individuum ganz alleine im Mittelpunkt und kann würdevoll und selbstbestimmt den besonderen Tag gestalten .

    • Antworten Storchengeflüster 4. Mai 2017 at 6:46

      Ich muss dir, als medizinisches Personal, leider widersprechen. Auch wenn es mir anders lieber wäre. Zu oft werden Kaiserschnitte ohne richtigen Grund durchgeführt. Damit die Geburt noch im Dienst fertig wird. Oder damit „der Spuck jetzt mal ein Ende hat“. Oder weil das mehr Geld gibt. Leider entwickelt sich unser Gesundheitssystem in eine ganz bescheidene und falsche Richtung. Aber wie soll es anders sein, wenn die Ziele falsch gesetzt werden. Ein kaiserschnitt gibt viel mehr Geld, als eine Spontangeburt. Eine Geburt, die ohne Komplikationen und Interventionen abläuft, gibt fast nichts. Diese sind, in vielen Fällen, Zeitintensiv, da man mit den Frauen arbeitet, sie nicht alleine lässt und sie beobachtet. Nur die Interventionen bringen Geld. Deshalb ist dies oft der Fall. Leider. Da müsste sich unser System ändern. Sodass eine normale Geburt ohne Interventionen mehr Geld gibt, als eine, bei der man mit Medikamenten Frau und Kind verhunzt. Dann sind die Ziele des Personals auch ganz wo anders. Dann will man die Frauen da gut durch kriegen, nicht andersrum.

  • Antworten Lena 4. Mai 2017 at 8:14

    Liebe Anna, es tut mir schrecklich leid , dass du die erste Zeit mit deinem Baby als so traumatisch empfunden hast.
    Es ist auch schrecklich, dass du so lieblos behandelt wurdest, beziehungsweise deine Gefühle überhaupt nicht beachtet wurden .Ich wünsche dir von Herzen, dass du dein Trauma überwinden kannst.

    Dennoch höre ich immer wieder von traumatierten Frauen, die keinen Kaiserschnitt wollten, aber sich dann aus medizinisch NOTWENDIGEN Gründen im OP- Saal wieder fanden. Viele meine Freundinnen leiden darunter.

    Alle diese Frauen, haben sich eine romantische Spontangeburt ausgemalt und es sich eine selbstbestimmte Geburt im Kreissaal gewünscht. Das ist absolut menschlich und in Ordnung. ABER manchmal läuft das Leben nicht nach Wunsch. Ist es nicht sinnvoll, sich vorher schon mal gedanklich auf den Worst- Case einzustellen und diese Möglichkeit durchdenken.
    So schützt man Enttäuschungen und einem möglichen Trauma.

    Ich habe es so gemacht. Meine erste Geburt wurde tatsächlich ein Kaiserschnitt sogar mit Vollnarkorse, aber es war trotzdem eine tolle Geburt, weil ich vorher alles vorbereitet hatte für diesen NOT-Fall.
    Ich habe bereits Wochen vorher alle Eventualitäten mit meinem Mann besprochen: dass er Fotos und Bilder macht, dass er das Bonding übernimmt usw. und ich hatte einen Beleghebamme, die mich in den OP begleitet hat. Wir haben für uns einen Notfallplan entwickelt und dieser kann tatsächlich zum Einsatz.

    Und es war ok. Sogar schön!

    Vielleicht kann man sich schützen, in dem man NICHT allzu sehr auf die perfekte Geburt hofft.

    Ich spreche hier natürlich NUR von medizinischen notwendigen Kaiserschnitten.
    Dein Fall, liebe Anna, dich in den OP zu schieben, ohne erkennbaren Grund, ist schlimm!

  • Antworten Lena 4. Mai 2017 at 8:21

    Liebe Anna, es tut mir schrecklich leid , dass du die erste Zeit mit deinem Baby als so traumatisch empfunden hast.
    Es ist auch schrecklich, dass du so lieblos behandelt wurdest, beziehungsweise deine Gefühle überhaupt nicht beachtet wurden . Ich wünsche dir von Herzen, dass du dein Trauma überwinden kannst.

    Dennoch höre ich immer wieder von traumatierten Frauen, die keinen Kaiserschnitt wollten, aber sich dann aus medizinisch NOTWENDIGEN Gründen im OP- Saal wieder fanden. Viele meine Freundinnen leiden darunter.

    Alle diese Frauen, haben sich eine romantische Spontangeburt ausgemalt und sich eine selbstbestimmte Geburt im Kreissaal gewünscht. Das ist absolut menschlich und in Ordnung. ABER manchmal läuft das Leben nicht nach Wunsch. Ist es nicht sinnvoll, sich vorher schon mal gedanklich auf den Worst- Case einzustellen und diese Möglichkeit durchdenken.
    So schützt man sich vor Enttäuschungen und einem möglichen Trauma.

    Ich habe es so gemacht. Meine erste Geburt wurde tatsächlich ein Kaiserschnitt sogar mit Vollnarkorse, aber es war trotzdem eine tolle Geburt, weil ich vorher alles vorbereitet hatte für diesen NOT-Fall.
    Ich habe bereits Wochen vorher alle Eventualitäten mit meinem Mann besprochen: dass er Fotos und Bilder macht, dass er das Bonding übernimmt usw. und ich hatte eine eigene Beleghebamme, die mich in den OP begleitet hat. Wir haben für uns einen Notfallplan entwickelt und dieser kann tatsächlich zum Einsatz.

    Und es war ok. Sogar schön!

    Vielleicht kann man sich schützen, in dem man NICHT allzu sehr auf die perfekte Geburt hofft.

    Ich spreche hier natürlich NUR von medizinischen notwendigen Kaiserschnitten.
    Dein Fall, liebe Anna, dich in den OP zu schieben, ohne erkennbaren Grund, ist schlimm!

  • Antworten Miriam 4. Mai 2017 at 8:27

    Liebe Anna,
    die Erfahrung, die du gemacht hast, ist schrecklich und ich kann verstehen, dass einen so etwas wohl ein Leben lang begleitet. Wichtig ist, darüber zu reden. Vielleicht war es schon einmal ein erster wichtiger Schritt darüber zu schreiben. Ich hoffe die vielen Reaktionen helfen dir ein bisschen das Erlebte besser zu verarbeiten und was ich neben deinem Mut, öffentlich darüber zu schreiben, richtig richtig toll finde ist, dass du auf einen Umstand aufmerksam machst, den es so wohl in vielen Krankenhäusern gibt. Vielleicht schaffen es Janina und du hiermit die Welt ein kleines wenig besser zu machen indem ihr Krankenschwestern und Hebammen aufrüttelt ihre Handlungen zu überdenken und emphatischer mit jungen Müttern umzugeben.

    Alles Liebe für dich!
    Miriam

  • Antworten Sandra 4. Mai 2017 at 10:46

    Liebe Anna, in neun Wochen entbinde ich unser erstes Kind und habe mich bewusst für eine Geburt in einer Klinik entschieden. Ich war selbst ein Frühchen und einige andere Mitglieder meiner Familie auch. Mein Wunsch wäre ein anderer gewesen, aber nun ist es einmal so.
    Ich wünsche keiner Mutter, egal ob erst- oder zweitgebärend, eine solche Erfahrung. Meine Betroffenheit kann ich kaum in Worte fassen, da ich das unkompetente Handeln der Schwester mit keinem Gedanken nachvollziehen kann.
    Ich hoffe, dass deine Offenheit andere Mütter und Väter ermutigt, solches Verhalten in Kliniken offen dar zu legen und diese die Chance erhalten, an deren Qualität zu arbeiten. Dies ist zwar nur ein schwacher Trost, aber so etwas darf in keinem Fall noch einmal vorkommen.
    Ich hoffe sehr, dass du für dich irgendwann mit dieser Geschichte abschließen kannst und Frieden findest.
    Frauen sind verletzbar. Verwundbar. Gerade wenn es um ihr Liebstes geht.

    Herzliche Grüße, Sandra

  • Antworten Hannah 5. Mai 2017 at 9:11

    Hallo Janina,

    ich finde solche Beiträge durchaus interessant und informativ, auch wenn ich zeitweise den Eindruck habe dass du die Geburt als Ereignis auch unbewusst auf deinem Blog regelmäßig dramatisierst und damit auch zur Verunsicherung von Erstgebärdenden beiträgst. Auch Frage ich mich, ob der Drang zu einer „perfekten, alleinbestimmten“ Geburt einen unnötigen Druck aufbaut, der dem eigentlichen Ziel dann im Wege steht. Ich bin bei meinem Kind ohne Vorhalte, ohne Druck und ohne vermeintlich idealistische Vorstellungen ins Krankenhaus gefahren und hatte eine wunderbare Geburt.
    Was machst du denn, wenn bei dir ein Kaiserschnitt unvermeidbar wird aus was für Gründen auch immer? Bist du dann in der Lage, das nach all deinen Bemühungen für eine perfekte Geburt zu Hause/ im Geburtshaus/ auf Bali/ wo auch immer zu diese noch genießen?

    • Antworten Janina 5. Mai 2017 at 11:21

      Liebe Hannah,

      ließt du meine SChwngerschaftsupdates? Da bin ich einige Male auf deine Frage eingegangen. Ich bin so selig mit dem Verlauf dieser Schwangerschaft, so glücklich und zufrieden. Ich wünsche mir eine Hausgeburt und wäre glücklich und dankbar, wenn sich dieser Wunsch erfüllt. Jedoch nicht um jeden Preis. Selbst wenn vorab Gründe auftreten sollten, die gegen eine Geburt zu Hause sprechen würden, ein Kaiserschnitt nötig wäre oder was auch passieren kann, dann bin ich damit auch fein. Und sogar dankbar, wenn ich dann die medizinische Unterstützung in Anspruch nehmen kann. Welch Glück das ist, in Deutschland alle Möglichkeiten zu haben. Ich meine, ich habe sogar mal ein YouTube Video dazu gedreht und eingebunden. Da musst du mal schauen. 🙂

      Der Beitrag ist im übrigen von einer Leserin, nicht von mir. Ich dramatisiere nichts. Im Gegenteil. Ich gebe jeder Frau die Möglichkeit, ihre Geschichte zu erzählen. 🙂

      Ganz liebe Grüße an Dich
      Janina

  • Antworten Verena 15. Mai 2017 at 3:01

    Liebe Anna und andere Muttis, die ebenfalls ein Trauma aus dem Krankenhaus im Herzen tragen. Es tut mir sehr leid um diese Erfahrungen. Leider fehlt es heutzutage überall an freundlichem Umgang. Und in 90 % der Fälle ist es stressbedingt. Was eigentlich keine Entschuldigung sein darf. Aber leider ist es mittlerweile so. Einsparungen auf Kosten von Mitgefühl, damit Chefetagen sich noch mehr die Taschen vollschaufeln können. Ist es nicht mittlerweile in jeder Sparte so? Einfach traurig, wohin der Trend geht. Ich bin selber seit 13 Monaten Mama eines fröhlichen Jungen. Auch ich habe meine Erfahrungen im Krankenhaus machen müssen. Auch Kaiserschnitt, der zwar nicht geplant, für mich aber letztendlich eine Erlösung war. Die 5 Tage auf der Station waren dann die Hölle. Selbst mit dieser Erkenntnis und dem Wissen, was für Qualen auf mich zukommen, möchte ich, falls Kind no. 2 auch ein Kaiserschnitt werden sollte, ambulant entbinden bzw. bis der Katheter entfernt wird im Krankenhaus bleiben. Denn Zuhause habe ich trotz allem mehr Unterstützung als im Krankenhaus. Traurig, aber leider die knallharte Realität. Nie wieder Krankenhausaufenthalt!! Verena, 34, Münster

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