Familienleben Kolumne

GEDANKEN AUS DEM WOCHENBETT | …WENN NUR NOCH ELTERN SEIN BLEIBT!

19. September 2017
Wochenbett

 

 

Gedanken aus dem Wochenbett –
von Glücksgefühlen und Erschöpfung!

…wenn vom Paar und Eltern sein, aktuell nur noch Eltern sein bleibt!

Ich glaube, wir waren verwöhnt.
Uns ging es als Paar gut. Wir hatten trotz der zwei Kinder so viele Freiheiten. So viel Raum.
Wir hatten Zeit. Zeit für Serienabende. Zeit für Kino- und Restaurantbesuche. Zeit für Spaziergänge. Und wir hatten Zeit für uns als Paar oder jeweils ganz allein und in aller Ruhe. Nicht im Übermaß, aber das brauchte es auch nicht. Diese kleinen Inseln der Zweisamkeit und Ruhe, die waren genau so perfekt.

Wir hatten einfach alles. Wir achteten darauf, unsere eigenen Bedürfnisse, neben denen der Kinder, zu stillen.
Weil glückliche und zufriedene Eltern gleich bessere Eltern.

Ich liebe es, Mama zu sein. Ich genieße es und kann meine Dankbarkeit kaum in Worte fassen. Das wäre mir einfach nicht möglich. Da sind einfach zu starke {sehr positive und überwältigende} Gefühle in mir. Und doch merke ich in den letzten Tagen… Das jetzt, das ist ein anderer Schnack. Ein Teenie, ein Kleinkind und ein Neugeborenes. Das ist einfach eine andere Hausnummer. Das bedarf viel Geduld und das Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse. Und da bin ich mitten im Thema. Meine Kinder stehen bei mir, bei uns immer an erster Stelle. Und gleichzeitig haben wir aber auch immer auf uns geachtet. Auf uns als Paar, und auf uns als Mensch. Das ist in den letzten Wochen nicht mehr so. Das ist so einfach gerade nicht möglich. Ganz im Gegenteil. Ich fühle mich müde und fast ein wenig geschunden. Das ist ein hartes Wort, aber so fühlt sich mein Körper seit fünf Wochen an. Geschunden. Kaputt und geschafft, empfindlich, müde, überreizt, sensibel. Nicht unbedingt von Schmerzen geplagt, nein, aber überanstrengt und träge und müde. Das kenne ich so gar nicht von den vorigen Geburten. Da war ich umgehend wieder fit und voller Energie. Irgendwie bin ich ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass es dieses Mal wieder so sein würde. Ich habe gar nicht darüber nachgedacht, dass es auch anders sein könnte.

Das Wochenbett –
meine Gefühle fahren Achterbahn!

Mein Körper fühlt sich müde an. Mein Geist auch. Den schlaflosen Nächten ist es zu verdanken. Und den Tagen mit drei Kindern in drei verschiedenen Altersklassen. Natürlich, unser kleiner Junge ist gerade einmal fünf Wochen alt. Heute auf den Tag genau. Fünf Wochen bin ich nun also eine Mutter von drei Kindern. Das ist spannend und schön. Aber es fordert mich auch sehr. An vielen Abenden sitze ich im Bett oder auf der Couch und mag kein Wort mehr sprechen. Auch nicht mit Henry. Mit Niemanden. Ich bin nicht nur zu müde. Ich habe schlichtweg auch keine Lust und keine Kraft. Auch weil ich weiß, ich werde maximal 1,5 Stunden Ruhe haben – denn spätestens dann wird die Brust verlangt, oder Körpernähe. Und wenn es {für mich} ganz schlecht läuft, meldet sich in der Nacht auch noch das kleine Tochterkind. Das klingt jetzt vielleicht negativ, so ist es aber nicht gemeint. Nein. Keinesfalls. Ich bin glücklich. Aber es geht mir eben einfach nicht so leicht von der Hand. Es ist eine Umstellung, in die ich mich hineinfinden muss. In die wir uns als Eltern hineinfinden müssen. Und auch als Paar müssen wir uns, so scheint es, aktuell neu sortieren. Und ganz abgesehen davon, waren die letzten fünf Wochen mehr als turbulent – irgendwer war immer krank. Ihr Mamas kennt das!

In diesen Zeiten, wo alles so unfassbar neu ist, spüre ich auch eine Veränderung zwischen uns – zwischen Henry und mir, als Paar. Wir geben alles, wir möchten unsere ganze Aufmerksamkeit und Liebe und Kraft gerecht und gleichermaßen für die Kinder aufteilen. Alle drei sollen zu ihrem Recht kommen, keiner soll warten müssen oder Verzicht üben. Und so kommt es, dass wir uns eigentlich immer aufteilen. Wir möchten ihnen zeigen: Ihr werdet gesehen und gehört. Wir sind da. Das gelingt uns auch sehr gut, wie ich finde. Manchmal möchte ich uns auf die Schulter klopfen, weil ich finde: Das ist etwas, das läuft, das ist gut so. Aber es kostet uns auch all unsere Energie. Die Folge: Es bleibt keine Kraft mehr für uns. Nicht in diesem Moment, nicht jetzt. Wie das in drei Monaten ausschaut, wer weiß das schon. Aber gerade, ganz aktuell, jetzt – da sind wir beide ausgelaugt. Gespräche unter uns, die nicht die Kinder, Termine oder andere Erledigungen betreffen, gibt es eigentlich nicht. Dafür ist momentan einfach kein Raum und keine Energie. Stattdessen ist einer von uns immer vollgespuckt, durchgeschwitzt oder musste mal wieder auf den Lebensretter, das Trockenshampoo, zurückgreifen. Meistens bin ich das. Ich bin schon dankbar, wenn ich es schaffe, mich ein wenig „hübsch zu machen“. Einfach für mich, für das Gefühl. An machen Tagen kommt Henry spät Heim und ich bin so geschafft, dass ich mir gerade noch so ein „Hallo“ heraus zwinge. Und manchmal neide ich es ihm, dass er ins Büro fahren kann oder auf Terminen ist. So kam es, dass ich relativ kurzfristig entschieden habe, das Baby einzupacken und für zwei Termine nach Köln zu fahren. Das tat gut. So richtig gut. Uns beiden. Also mir, weil ich mal wieder raus kam, den Lippenstift aus meiner Tasche kramen konnte und nette Gespräche und schöne Gesellschaft hatte. Und es tat dem Jungen gut, weil er mal die volle und ungeteilte Aufmerksamkeit von mir hatte. Denn auch die hat er hier zu Hause in der Regel nicht. Er ist halt das Nesthäkchen. Da ist eben schon meine wunderbare Mimi, die ihre Mama genau so braucht. Oder die vermeintlich große Anni, die ebenfalls froh ist, wenn man sich in Ruhe mit ihr hinsetzt, zusammen isst und sich über den Tag unterhält. Aufmerksamkeit mal drei. Aber nur zwei Arme und ein Mund.

Das Wochenbett –
sind wir noch ein Paar oder nur noch Eltern?

Dieser Spagat in dieser Form, der ist neu für mich. Der ist eine echte Herausforderung und manchmal, manchmal bin ich so erschöpft, dass ich weine. Weine, weil ich müde bin. Weine, weil eines der Kinder weint. Weine, weil Henry und ich uns uneins waren. Weine, weil einfach so viele Hormone in mir schlummern. Aber das tut dann gut. Das befreit. Und generell tut es gut, Gefühle raus zu lassen. Sie zu spüren und ihnen auch diesen Raum zu geben.

Mein neues Leben mit drei Kindern ist schön. Es ist erfüllend. Aber es ist eben auch kräftezehrend und fordert mich. Es braucht noch Zeit, bis wir in eine Routine gefunden und uns eingespielt haben. Und dann, dann kommt auch wieder Zeit für uns. Da bin ich mir sicher. Wie oft habe ich gehört, dass die Veränderung von Kind 1 zu Kind 2 am größten wäre. Und ja, das ist sie. Ein geringer Altersabstand zwischen den Kindern ist für uns Eltern in jedem Fall eine größere Herausforderung, als ein großer Abstand – wie bei Anni und Mimi. Denn je mehr ich darüber nachdenke, so sind Anni und Mimi eigentlich jeweils Einzelkinder. Einfach weil da so viele Jahre zwischen liegen. Und auch wenn es für uns gerade wirklich eine aufregende und anstrengende Phase ist, so ist sie doch auch so ganz besonders und schön.

Kommt Zeit, kommt Routine, kommt wieder mehr Ruhe und Struktur.
Ganz sicher.

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24 Kommentare

  • Antworten Carolin 19. September 2017 at 14:07

    Ich versteh Dich so gut meine Liebe. Die ersten 8 Wochen mit meinem Sohn waren so anstrengend. So anstrengend wie ich es nie gedacht hätte (und ich bin ehrlich nicht zimperlich…). Und er ist mein erstes und momentan einziges Kind. Die Paarzeit war quasi nicht vorhanden und auch heute, er ist jetzt 6 Monate alt, ist es noch immer schwierig gemeinsame „Elternzeit“ zu haben. Ganz getreu dem Motto, irgendwas ist immer. Aber natürlich ist der kleine Kerl die Mühe wert, absolut. Also, ich versteh dich, alles wird gut!! Und…. Ich hab größten Respekt vor Dir!! Du machst das ganz wunderbar <3

    • Antworten Janina 19. September 2017 at 14:12

      Liebe Carolin,

      so so lieben Dank. Der kleine Mann ist wirklich so zufrieden und entspannt, ich kann mich eigentlich nicht beschweren – aber es ist eben doch so anders, wenn hier ein Baby und ein Kleinkind gleichermaßen die volle Aufmerksamkeit brauchen. Dann noch Anni, die zwar wirklich entspannt ist, aber auch ihr möchte ich ja gerecht werden. Da bin am Abend oft einfach durch, so wunderschön es auch ist. Henry hat es da irgendwie etwas einfacher, finde ich. Der ist dann eben viele Stunden unterwegs oder im Büro oder gar sogar über Nacht weg. Da bleibt dann nicht mehr so viel Energie für Gespräche untereinander, die nicht die Kinder betreffen. 😀
      Ich danke dir so sehr, danke! <3

      Janina

  • Antworten Britta 19. September 2017 at 14:37

    Liebe Janina,
    ach Mensch, ich kann Dich so gut verstehen, allerdings habe ich zu diesen anstrengenden Zeiten inzwischen doch echt Abstand. Unsere Kinder sind groß, einer voll erwachsen, die Lütte ein echt harmloser Teenie.
    Aber ich kenne noch Zeiten, holla, das war soooo anstrengend, rückblickend weiß ich gar nicht, wie wir, insbesondere ich das geschafft habe. Kind eins ADHSler in echt ordentlicher Ausprägung und Kind zwei als Kleinkind ein richtiger Wildfang und Wirbelwind.
    Viele Jahre ging es streckenweise bei uns auch immer nur um die Kinder…. Aber eines kann ich Dir nach 21 Jahren Muttersein versprechen: Die Paarzeit kehrt zurück!!!! Vielleicht anders, vielleicht muß man auch da erst wieder seine “ Rolle finden, aber sie kommt zurück. Man wird sich als Paar immer wieder mal entfernter und mal näher sein.

    Aber sich immer wieder neu zu entdecken, ist auch spannend. Und winzig kleine Dinge, die dem anderen signalisieren, hey, Du bist mir wichtig, helfen enorm dabei. Ein schnöder Zettel in der Brotdose, eine Süßigkeit oder das Lieblingsobst vom einkaufen…

    Ich bin heute manchmal sogar ein bisschen unterfordert ;-).
    Schade das Du so weit weg bist, sonst würde ich mir den Mann schnappen und uns um deine Süßen kümmern und Dich mit Deinem Henry mal kurzfristig ins Restaurant jagen. Mit Sprechverbot über die Kinder 😉

    Vertrau darauf, bald sieht es wieder ganz anders aus, Familie und Ehe ist ein nie stillstehender Fluß!

  • Antworten Barbara 19. September 2017 at 14:44

    Versteh ich total. Haben eine zwei jährige Tochter und jetzt auch eins zweite, 3 Monate alt. Müssen uns immer aufteilen, da die ältere auch noch sehr schlecht schläft. Abends bin ich immer so fertig und „übersättigt“ von Nähe, dass ich am liebsten nur noch ganz alleine wäre. Beneide meinen Mann sehr oft, dass er ins Büro fahren darf, er verstehts leider absolut nicht, meint, dass es ja auch kein Urlaub sei… mehrere so kleine Kinder zu haben ist echt eine harte Nummer, wünsch dir viel Kraft!

  • Antworten Diana 19. September 2017 at 15:41

    Da kann ich dich super verstehen. Unsere großen zwei sind genau zwei Jahre (und zwei Wochen) auseinander. Das war damals mega stressig, als der zweite kam und der erste mit seinen gerade zwei Jahren einfach auch noch „klein“ war. Wenn ich z. B. den kleinen stillte, war der große immer sehr EIFERSÜCHTIG.
    Vor zwei Jahren kam unser Nachzügler, die großen Brüder waren damals 6 und 8. Und ich muss sagen, dass das jetzt mit unserem kleinen Henri echt viel entspannter war. Die großen einfach schon recht selbstständig, ich konnte in Ruhe stillen und hatte immer eine helfende Hand.
    Bei uns ist es so, dass unsere Kids zeitig ins Bett müssen, damit mein Mann und ich einfach auch Zeit für uns haben.
    Lass den kleinen ohboy größer und selbständiger werden…. Dann gibt’s auch wieder genügend Paarzeit. Bis dahin heißt es „einfach“ zusammen halten, sich unterstützen und immer vor Augen haben, dass das nur eine vorübergehende Situation ist!

  • Antworten Pina 19. September 2017 at 15:52

    Vielen Dank für den ehrlichen und offenherzigen Blogpost.

  • Antworten Tine 19. September 2017 at 16:17

    Liebe Janina!
    Ich zolle dir meinen größten Respekt, dass du diese große Herausforderung meisterst, dir aber auch eingestehen kannst, dass nicht alles rosarot ist und man echt an seine Grenzen kommt. Mein Sohn ist nur wenige Tage jünger als eurer und ich muss zugeben, dass ich in dieser kurzen Zeit Phasen hatte, in denen ich nicht mehr weiter wusste…und ich habe nur dieses eine Kind 😀
    Ich schicke dir ganz viele positive Energie, ich bin mir sicher, dass ihr das ganz toll meistern werdet, es braucht vermutlich einfach etwas Zeit.

  • Antworten Sophia 19. September 2017 at 17:17

    Auch mir ging es ganz genau wie Dir! Manchmal haben wir es nicht geschafft, Paar zu sein. Sich das einzugestehen war manchmal schwer. Aber dann ging es plötzlich wieder. Die Tage wurden leichter.
    Toll, dass du so offen und ehrlich damit umgehst. Viel Kraft wünsche ich Dir!

  • Antworten Lisa mit Edda 19. September 2017 at 17:22

    Meine Liebe… ich glaube so gut wie jede Mama versteht dich! Und ich finde es so wunderbar zu wissen, dass ich oder du mit diesen Gefühlen und Gedanken nicht alleine sind. Mit der Routine kommt auch alles andere zurück. Das ist das schöne beim dritten Kind… du weißt es wird wieder besser! Bis dahin gilt: Durchhalten

    Liebe Grüße aus dem
    Ruhrgebiet Lisa

  • Antworten Ilka 19. September 2017 at 17:49

    Hallo,

    ein Neugeborenes ist immer, auch als erstes Kind, eine echte Aufgabe die 24/7 vollen Einsatz fordert. Aber mit etwas Abstand-meine beiden sind jetzt 4 und 6 Jahre- schaut man natürlich anders auf diese besondere Zeit zurück. Aber ich weiß, das man am liebsten schnellstmöglich einen geregelten Ablauf zurück hat und am liebsten auch mal feste Zeiten die man nur für sich hat.

    Ich hatte meine 2 Mäuse 1 Jahr beide daheim, sprich: Kind 2 war schon ein Jahr alt , als Kind 1 in die Betreuung kam. Da frage ich mich heute oft wie ich das damals ausgehalten habe, auch noch ohne Eltern die mal auf einen Kaffee vorbeikommen. Ich wusste auch aufgrund des kurzen Abstandes, dass ein drittes KInd erst als sog. Nachzügler in Frage kommt.

    Ich möchte dir aber auch Mut zusprechen, ich verfolge deinen Werdegang seit deinen Anfängen und schau was du alles allein in den letzten 8 Jahren auf die Beine gestellt hast. Und du könntest auch ohne Mann deine Kinder unterhalten. Sei gnädig mit dir, ich finde wir Frauen müssen nach einer Geburt viel zu schnell in den Normalmodus zurückkehren!

    Liebe Grüße,

    Ilka

  • Antworten Sabrina 19. September 2017 at 18:10

    Liebe Janina,

    Danke für diesen so ehrlichen Text. Es eine grosse Herausforderung& Ihr Du meisterst sie toll. Du hast mir aus dem Herzen gesprochen, das tat gut&ich musste dabei eine Träne verdrücken. Ich weine zur Zeit auch immer wieder. Ich weine aus Dankbarkeit, aus Liebe, vor Erschöpfung. Ich weine,weil ich die Zeit alleine mit meinem Grossen vermisse& weine, weil ich das Gefühl habe der Kleinen nicht gerecht zu werden. Ich vermisse meinen Mann& weine deshalb. Viele Tränen sind schon geflossen.

    Ich wünsche Dir von Herzen nur das beste& Zuversicht,dass wieder mehr Ruhe einkehren wird.

    Herzlichst Sabrina

  • Antworten Mamispezial 19. September 2017 at 18:12

    Ein sehr schöner und ehrlicher Text. Ich denke es werden sich viele Paare darin wiederfinden.

  • Antworten Julia 19. September 2017 at 18:28

    Oh man Janina, ich fühle mit dir und hoffe dass du ganz bald wieder mehr Schlaf bekommst und mehr Energie tanken kannst! Mutter sein ist echt ein Knochenjob! Auch wenns zugleich das Schönste der Welt ist! Immerhin weiß man ja, es ist alles nur eine Phase und es kommen bald bessere Zeiten. Bis dahin, durchhalten und durchbeißen! Du weißt, du kannst es, du hast diese erste Babyzeit schon 2mal geschafft!
    Du bist quasi ein Superheld! 🙂
    Nicht vergessen!!
    Liebste Grüße,
    Julia

  • Antworten Rike 19. September 2017 at 18:28

    Liebe Janina! Ich finde es toll wie offen und ehrlich du schreibst. Da fühlen sich bestimmt auch viele andere nicht mehr so alleine. Und die Hormone sind im Wochenbett wirklich nicht zu unterschätzen.
    Was mich wirklich sehr interessieren würde,warum ihr euch so schnell für ein drittes Kind entschieden habt? Und das meine ich völlig ohne Wertung! Ich hätte mir das nie zugetraut mit Kleinkind und Säugling und bewundere die Eltern, die das schaffen. Andererseits frage ich mich immer warum macht man sich das Leben phasenweise so schwer und wartet nicht einfach noch ein, zwei Jahre? Gerade weil ihr auch so gute Erfahrungen mit einem größeren Altersunterschied gemacht habt.
    Ihr schafft das sicherlich alles und wenn es dir besser geht, wird es bestimmt auch leichter!
    Liebe Grüße!

  • Antworten Irene Knapp 19. September 2017 at 18:50

    Das könnten meine Worte sein……….genau gleich, genau dasselbe! Die Resonanz der Anziehung……ein Paradigma.

    Ich bin überzeugt, dass es sich wieder ändern wird. Wir müssen einfach durchhalten.

    Alles Gute und drücke dich gaaaaaaaaaaaaanz fest liebe Janina

    Irene

  • Antworten Alva 19. September 2017 at 19:34

    Liebe Janina.

    Du hast mit viel Wärme und Ehrlichkeit das beschrieben, was vermutlich alle Mütter bzw. Eltern kennen. Aus meinem Umfeld kenne ich genau diese Erzählungen. Und auch ich kann bestätigen , dass wir das sehr gut kennen. Und wir haben „nur“ 2 Kinder – aber auch einen sehr geringen Altersunterschied. Unser Jahr 2017 war eine Katastrophe, was Gesundheit anging – inklusive Krankenhausaufenthalt. Einer war immer krank – selbst uns Erwachsene hat es total umgehauen. Keine Großeltern vor Ort. Beide im Job. Von „Erholung“ keine Spur. Das zehrt. Sehr. Und lässt auch manchmal zweifeln. Da liegen Nerven blank und ein Wort gibt das nächste. Uns hat geholfen, dass wir wussten, die Basis stimmt. Und das tut sie. Dieses gemeinsame Projekt „Eltern werden und auch sein“ verändert ein Paar, aber schweißt es nicht auch unfassbar zusammen?
    Mein Mann und ich haben deshalb am Wochenende zum 5. Hochzeitstag ein großes Fest gefeiert. Das kann ich nur empfehlen. Von Herzen JA zum anderen sagen, sich gemeinsam freuen und auch ein bisschen stolz sein, es bis hierhin gemeinsam gemeistert zu haben!
    Ich würde dir gerne sagen, dass es bald vorbei ist. Ich fürchte, es wird sogar noch etwas anstrengender, wenn dein Junge selbstständiger wird. Aber die Anstrengungen verändern sich ja glücklicherweise mit den Phasen der Kinder. Und es gibt auch die guten Phasen. Ja, die gibt es!! Zahlreich!
    Ihr seid so ein gutes Team. Und du bist ehrlich zu dir!
    Das wird sich auch im Alltag nicht verlieren!
    Und für diesen wünsche ich euch von Herzen das Beste!
    Alva

  • Antworten Hannah 19. September 2017 at 20:39

    Ach Du,
    Diese Gedanken, diese Gefühle. Im Wochenbett fühlen sie sich so viel intensiver an, eine nie zu enden scheinende Spirale.
    Wenn ich anlässlich deines Beitrags darüber nachdenke, scheint es mir so weit weg, diese Zeit kurz nach der Geburt. Ich war so fertig und mein ich fühlte mich auf eine nie gekannte Art gefordert. Mutter-Sein. Mit einem gestresste, hart arbeitenden Mann. Wir beide konnten abends kaum noch piep und papp sagen. Und dann die Nächte…. Das quälende Gefühl, nichts im Griff zu haben, nicht den eigenen Körper, nicht das eigene Kind, den Partner oder gar den Haushalt. Nichts lief wie es sollte, hätte, könnte.
    UND das mit nur einem Kind.
    Seitdem habe ich mir vorgenommen, meine (meist von außen induzierten) Ansprüche herunterzufahren. Drastisch.
    Ist doch nicht schlimm, wenn es eine Woche lang nur Trockenshampoo gibt oder kein sauberes Kleidungsstück aufzufinden ist. Es kommen auch wieder bessere Tage. Diese gilt es zu erinnern und zu konservieren, die Erfolge zu feiern (Einführung in die Psychologie lässt grüßen).
    Ich wünsche dir, dass du dich nicht einschüchtern lässt, nicht von den ollen Hormonen oder den Wäschbergen. Auch nicht von der eigenen Ungeduld.
    Es ist ok, du machst das alles toll (also wenn man dir so folgt; du kriegst mehr gebacken als viele)!

    PS: sorry für die Übergeneralisierung und Projektion eigener Konzepte auf deine Situation. War nur ein kleiner Empathie-Versuch.

  • Antworten Lydia 19. September 2017 at 20:39

    Ach Janina, Du schreibst es so, wie ich mich fühle. Ich kann das gerade so nachempfinden. Mir geht es nämlich genauso. Wir haben im März unser zweites kleines Wunder bekommen und unsere „Große“ ist vor kurzem 3 geworden. Und seit März ist irgendwie nichts mehr wie es vorher war. Ich bin glücklich, ich liebe meine beiden Kinder unendlich. Und doch komme ich mindestens einmal täglich an meine Grenze wo ich mir denke „ich brauche eine Pause. Zeit für mich. Zeit für meinen Mann. Zeit für uns. Einfach Zeit.“. Ich habe eine Weile gekämpft und es gab Tage, da ging es mir wirklich schlecht. Aber gerade bin ich dabei zu lernen zu akzeptieren. Ich schwebe zwischen „Kinder bitte werdet nicht so schnell groß“ und „bitte lasst mir mehr Freiraum für mich“. Ich werde einfach akzeptieren, dass es jetzt ist wie es ist. Und alles ist nur eine kurze Zeitspanne so. Und irgendwann, da bin ich sicher, wünsche ich mir die Zeit zurück, in der ich jetzt bin. Deshalb versuche ich jeden Tag zu genießen, so müde ich auch manchmal bin 🙂 Ich drücke Dich mal 🙂

  • Antworten Finja 20. September 2017 at 1:51

    Liebe Janina,

    Ganz ganz ganz vielen lieben dank für diesen ehrlichen Artikel. Ich bin sicher, viele Mamis (und Papis) werden sich mehr oder weniger darin wiederfinden – ob nun ein, zwei oder noch mehr Kinder daheim, nah beieinander oder mit größerem Altersabstand..

    Es ist eine ganz neue Situation, in die man hinein wachsen muss. Ein Situation , die neues, gutes Management bedarf. Aber ich bin mir sicher, mit etwas Zeit und Raum, wird es gelingen. Und dann seid ihr nicht mehr nur Eltern und abends total geschaffte Individuen, sondern auch wieder Paar.
    Bis dahin süße ich euch alle Kraft, die ihr benötigt 😚

    Haltet durch!

    Liebe Grüße
    Finja

  • Antworten Friederike 20. September 2017 at 9:46

    Hallo liebe Janina… ich verfolge dich schon ein paar Jahre… 😬! Ich bin auch gerade mit dem dritten Kind zu Hause- und kann dich so gut verstehen… ! Ich sehe es ganz genau so… nur das meine Zwillinge erst 3 sind und hier ordentlich was los ist! Nebenbei entsteht auch noch unser Eigenheim…! Es ist manchmal einfach viel – aber auch sooo ein Segen! Mir persönlich fehlt jetzt definitiv auch ganz extrem die Zweisamkeit…bei den Zwillingen war es ähnlich – aber jetzt ist es nochmal anders! Dazu kommt, dass mein Mann auch eine neue Arbeit (seit Januar) hat. Er ist demzufolge oft und lange unterwegs…! Im Moment ist Streit auch nicht sehr selten- 😔- aber das liegt einfach auch daran – das wir im Moment für uns selbst geschweigeden für uns als Paar- nicht als Eltern – Zeit haben! Und das alles obwohl der kleine Mann bisher ein echtes Anfängerkind war (Nächte zur Zeit 😖)- aber auch er hat trotzallem seine Bedürfnisse! Ja in einer Partnerschaft muss man sich oft wieder neu orientieren und das braucht Zeit! Ich glaube auch daran – und T. Ist jetzt fast 5. Monate! Liebste Grüße! Ps: mit dem mal rauskommen und nicht mehr reden wollen – kenne ich ebenso! Insta- und Bloggleserin

  • Antworten Andrea 20. September 2017 at 10:25

    Danke für diesen ehrlichen Post, der zeigt dass nicht immer alles rosarot ist. Denn genau das vermisse ich bei Dir.
    Ja ihr ward verwöhnt mit der Paarzeit, ich habe 2 Kinder (4+2) und habe immer gestaunt wie Ihr das noch hinbekommt.

    Mute Dir nicht zu viel zu und lass es ruhig angehen! Sonst bist Du sehr schnell am Ende, ich spreche das aus eigener Erfahrung :/

    Liebe Grüße
    Andrea

  • Antworten Nora 20. September 2017 at 11:30

    Ach herjee, ja. So sehr habe ich mich wiedergefunden in deinem tollen Beitrag!! Wir sind total erfüllt mit der Liebe zu unseren drei Jungs (1,5,6 Jahre). Wir sind glücklich und dankbar für unser perfektes Dreier-Kleeblatt, was besser nicht sein könnte.
    Aber trotzdem kenne ich die Abende nur zu gut, an denen man sich wirklich geschunden fühlt. An denen man körperliche Schmerzen hat und sich in den Schlaf weint, weil man einfach nur noch fertig ist. Am Ende ist.
    Ich kenne auch das Gefühl, dass man neidisch ist, dass der Gute Mann morgens einfach „nur“ zur Arbeit geht und einfach „nur“ den ganzen Tag in Ruhe arbeiten kann. Und wie dann abends darüber die Fetzen fliegen.
    Zum Glück bin ich mir bewusst, dass das, wie alles andere auch, nur eine Phase ist, die man annehmen sollte so wie sie ist, aber über die man nicht verzweifeln sollte.
    Und für das Nicht-Verzweifeln versuche ich mir soviele schöne Ich-Momente in den Tag zu packen wie es nur eben geht: durchatmen, innehalten. Locker lassen. Kurz setzen, etwas schönes betrachten. Einen Kaffee. Und dann gehts wieder.

  • Antworten Claudia Schubert 20. September 2017 at 18:08

    Liebe Janina!
    Ich kann Deine Worte und Deinen Gefühlszustand und Dein körperliches Empfinden sehr gut nachvollziehen. Auch ich habe drei Kinder, derJüngste ist nicht mal 6 Wochen alt. Bei mir sind nachts auch nur maximal 1,5 bis 2 Stunden zwischen den einzelnen Stillsessions drin, und seit einiger Zeit wird auch die mittlere Tochter nachts weinend wach. Auch ich finde zum jetzigen Zeitpunkt noch, dass die Umstellung von 2 auf 3 Kindern eine größere Herausforderung darstellt als von 1 auf 2. Schließlich muss man von heute auf morgen drei kleinen Kindern gerecht werden. Viele liebe Grüße Dir und viel Kraft!!!

  • Antworten Julia 21. September 2017 at 10:16

    Liebe Janina,

    obwohl ich „nur“ ein Kind habe kommt mir deine/ eure Situation sehr bekannt vor. Diese totale Erschöpfung, das sich-zurückziehen-wollen (-müssen?), das Weinen, … .

    Bei mir bedeutete das damals eine Post-Partale Depression, nicht zu verwechseln mit dem „Babyblues“. Eingestellt hat es sich damals durch den Schlafentzug und den Stress, der meine Hormone vollkommen aus dem Gleichgewicht brachte.
    Vielleicht magst Du mit einer Hebamme oder Frauenärztin mal darüber sprechen? Denn leider geht dieser Zustand nicht einfach so wieder weg… .

    Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute und hoffe, dass Du mir diese Einmischung in Deine Gesundheit verzeihst.

    Liebe Grüße,
    Julia

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