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OH LIFE | EIN KIND IST EIN GESCHENK GOTTES, EGAL OB JUNGE ODER MÄDCHEN

22. September 2017
Oh Life

 

Jedes Kind dieser Welt ist ein Geschenk Gottes,
egal ob Junge oder Mädchen!

„Ach süß, noch so klein. Wie alt ist es denn?“ fragt mich die alte Dame. „5 Wochen“, antworte ich. Sie nickt. die zwei anderen Frauen am Tisch sagen etwas Nettes. „Ist ein Mädchen, stimmt’s?!“ fragt die betagte Dame weiter. „Nein, es ist ein Junge“. „Oh“ entweicht es ihr, gefolgt von betretenem Schweigen. „Also ich habe damals nur „Gott sei Dank“ ausgerufen, als man mir sagte, ich hätte eine Tochter bekommen“, wirft die andere Dame am Tisch ein. Die dritte Dame, sie sitzt direkt neben mir, lächelt mich offen und sehr freundlich an und sagt: „Eigentlich ist es doch völlig egal, was man bekommt. Man wünscht sich doch nur, dass das Kind gesund ist“.  Genau, es ist völlig egal – egal ob Junge oder Mädchen. Mir war es egal. Ich hab nicht einmal darüber nachgedacht. Weil das Geschlecht für mich kein Thema ist, für mich nie eins war.

„Ist das ihr erstes Kind?“ fragt mich die alte Frau weiter. Ich sage ihr stolz, dass es mein drittes Kind sei. Wieder Schweigen. Als wäre die genannte Zahl, drei, irgendwie nicht das, was sie erwartet hat. „Aha, ihr Drittes. Da muss ihr Mann sicher sehr viel arbeiten, damit sie zu Hause bleiben können. Bestimmt ist er kaum zu Hause. Sie haben doch einen Mann? Und Sie, Sie haben doch auch eine Arbeit, oder?“. Ich antworte mit einem freundlichen Lächeln und nicke einfach nur. Was soll ich darauf antworten.

„Und die anderen Kinder sind auch Jungen?“ fragt die Dame weiter. „Nein“, sage ich, „ich habe noch zwei Mädchen. Dreizehn und zwei Jahre alt“. Ich lächle, weil ich sehr stolz bin. Auf all meine Kinder. Ich lächle, weil ich mich freue, dieses Glück zu haben. „Na dann, immerhin haben sie schon Mädchen, dann ist es ja nicht so schlimm, wenn sie jetzt einen Jungen haben“ wirft die andere Dame ein. Ich verstehe nicht so ganz, aber irgendwie klingt das so… negativ. Oder fasse ich es nur so auf, frage ich mich direkt. Als wäre ein Junge kein so großes Geschenk wie ein Mädchen. Ich möchte hier anmerken, dass die Damen allesamt sehr nett und interessiert waren. Keine wird ihre Worte als übergriffig oder gar böse verstanden haben. Aber mein Bauch meldete sich trotzdem mit einem unguten Gefühl.

„Das ist doch schön, dann hilft ihre große Tochter doch bestimmt ganz viel. Dann haben Sie ja ganz viel Unterstützung!“ nimmt die Dame wohl an und spricht es laut aus. Ich antworte ihr kurz, aber weiß nicht so recht… „Ob ich nicht jetzt zu Hause sein müsste, um den Kindern Mittagessen zu kochen?“ fragt die alte Dame weiter. „Nein“, sage ich. „Die Große ist in der Schule und die Kleine in der Kita. Ich koche immer am Abend!“. Ich nehme meinen Löffel und esse meine Suppe, bevor sie kalt wird und stille dabei den kleinen Jungen. Eine der anderen Frauen wechselt plötzlich das Thema, ganz unverfänglich spricht sie plötzlich über das gute Essen und ich bin in diesem Moment dankbar für den Themenwechsel. Als sich die Frauen nach und nach verabschieden, nett lächeln und mir alles Gute sowie ein schönes Wochenende wünschen, sitze ich noch ein wenig da – mit meinem Kaffee in der Hand, draußen an der frischen Luft, in der Sonne, und ich denke nach. Das Gespräch hängt mir nach und es lässt mich auch in den kommenden Stunden nicht los. Ist ein Sohn etwa kein Grund zur Freude?! Ich erinnere mich an eine Freundin, die ich vor sehr langer Zeit einmal hatte. Eine Frau mit zwei Kindern, zwei Jungs. Und bei beiden Schwangerschaften war sie so unfassbar traurig und enttäuscht, weil kein Mädchen kam. Ein Mädchen, das ihr im Haushalt helfen könnte und würde. Ein Mädchen wäre außerdem nicht so wild und anstrengend, pflegeleichter eben. Aber ist dem wirklich so? Und vor allem, sollte es nicht so sein, dass man jedes Kind so annimmt, wie es ist. Egal ob Junge oder Mädchen, egal ob ruhig oder voller Energie. Ich mag den Gedanken nicht, dass sich {beispielsweise} ein Mädchen gewünscht wird, weil es ganz vielleicht einfach pflegeleichter oder süßer ist, oder gar die Mutter im Haushalt unterstützen kann. Ich mag ebenso wenig den Gedanken, dass man lieber einen Sohn als Stammhalter hätte.

Das sind nur meine Gedanken, das müssen nicht deine sein. Die können und dürfen anders sein, aber ich für mich kann mir das einfach nicht vorstellen. Denn in meinen Augen ist jedes Kind ein Geschenk Gottes. Jedes Kind ist ein Segen. Egal ob Mädchen oder Junge. Egal ob dick oder dünn. Egal ob wild oder eher in sich gekehrt. Und selbst ein Kind, das eventuell nicht gesund ist, ist doch letztendlich auch ein Geschenk. Einfach weil jedes Menschenskind dieser Welt ein Geschenk ist, ein großer Segen.

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55 Kommentare

  • Antworten Bianca 23. September 2017 at 6:18

    Ein sehr schöner Artikel. Ich habe auch einen Sohn und bin sehr froh darüber. Sicherlich wäre es schön, eines Tages auch noch eine Tochter zu haben, aber eigentlich ist das Geschlecht auch wirklich egal. Jedes Kind ist wunderbar und einzigartig!
    Viele Grüße Bianca

    http://ladyandmum.blogspot.de

  • Antworten Mamamaj 23. September 2017 at 7:56

    Ich habe auch drei Kinder, einen großen Sohn ein großes Mädchen und einen kleinen Sohn. Und ich gebe zu, in der 2. Schwangerschaft habe ich mir ein Mädchen gewünscht, weil ich schon einen Jungen hätte und einfach erfahren wollte wie es mit einer Tochter ist. Selbstverständlich hätte ich mich auch über einen Sohn gefreut. Und nun beim dritten Kind war es wieder ganz egal. Ich finde es traurig wenn einem Geschlecht, egal welchem ein höherer Wert zugeordnet wird. Ich sehe es wie du, alle Kinder sind ein Geschenk. Und ich muss sagen mich hätten die Bemerkungen der Damen geärgert. Euch ein schönes Wochenende!
    LG Mamamaj

  • Antworten Annchen 23. September 2017 at 8:22

    So eine wunderbare Kolumne. Jedes Kind ist ein Geschenk und so wunderschön….. egal, ob Junge oder Mädchen 🙂

    • Antworten Janina 23. September 2017 at 12:58

      Das Kostbarste, was es gibt. Ein Kind. <3

  • Antworten Jana 23. September 2017 at 8:26

    Liebe Janina,
    Ich bin entsetzt was diese Frauen sich da rausgenommen haben! Auch wenn es vielleicht gar nicht böse gemeint war, man sollte dennoch ein gewisses Maß an Taktgefühl besitzen und wissen wann man seine Worte für sich behalten sollte.
    Du hast völlig recht, das Geschlecht spielt keine Rolle solange Baby und Mama wohlauf sind!
    Ganz liebe Grüße und alles Gute für die Zukunft ,
    Jana

  • Antworten Julia 23. September 2017 at 10:07

    Wirklich komisch, was die Damen da von sich gegeben haben. Komisch auch, weil ich es eigentlich immer eher anders höre. Also ich habe den Eindruck, als würde die Gesellschaft immer positiver reagieren, wenn’s ein Junge ist. Auch mein Freund meinte mal, für Jungs gibt diese ganzen „It’s a boy“-Sprüche, auch auf Karten usw., für Mädchen weniger. Ich selber finde das Geschlecht auch völlig unwichtig, möchte damit nur sagen, man weiß nie, was Leute für Gründe haben, dass sie Jungs oder Mädels besser finden. Vielleicht haben die Damen schlechte Erfahrungen mit ihren Söhnen gemacht – wer weiß.

  • Antworten Hayat 23. September 2017 at 10:54

    Hallo Janina,

    Ich habe auch beides, also einen Jungen und ein Mädchen. Ich liebe beide abgöttisch und Beide sind wunderbar auf ihre Art und weise. Und ich bin mir sicher, dass mir später eher mein Sohn im Haushalt helfen will, als das mein Mädchen überhaupt ansatzweise daran denkt 😂😉
    Wichtig ist, dass die Kinder zu weltoffenen, toleranten und herzlichen Menschen erzogen werden. Damit diese Welt zumindest rücksichtsvoller miteinander umgeht.

    Liebste Grüße und schönes Wochenende,
    Hayat

  • Antworten Cansu 23. September 2017 at 11:03

    Als ich geboren wurde, war nur meine Tante mit meiner Mutter im Krankenhaus, weil Papa arbeiten muste. Meine Mama sagte mir mal als, als du kamst hat deine Tante gesagt: Oh Tülay, es ist ein mädchen. So trocken so lieblos und enttäuscht . Als hätte meine Mutter schon das 15. Mädchen zur Welt gebracht. Dabei war ich die erste! Kulturelle Hintergründe spielen da auch manchmal mit. Meine Oma wollte einen Stammhalter für ihren Sohn. Ihre Tochter, selbst ein mädchen hat diese Einstellung auch.
    Wenn man sie heute fragt, hatten sie uns gleich lieb.
    So richtig sicher, bin ich da aber nur bei meiner Mutter!
    Und ich stimme dir zu: jedes Kind ist ein Geschenk gottes!

    • Antworten MoblakeineAbsicht 24. September 2017 at 0:38

      Weißt du was ich immer nicht verstehe? Warum erzählt man das dem Kind dann auch noch 🙁 ? Muss das denn sein? Hätte man das nicht für sich behalten können? Das gibt dir doch ein ungutes Gefühl.. Mir tut das sehr leid für dich, dass man mit dir da überhaupt jemals drüber gesprochen hat 🙁

  • Antworten Hannah 23. September 2017 at 11:07

    Wie eine kleine Filmszene – sehr liebevoll beschrieben! Ich fühle mich bei solchen Smalltalk-Szenen oft im falschen Film. Es ist leider immer noch ein Thema in unserer Gesellschaft und die lieben Damen am Tisch haben ihre Meinung wenigstens artikuliert, bei vielen bleiben diese Ansichten unbewusst oder versteckt.
    Man kann sich jetzt auf akademischen Niveau über diese ganze Gender-Thematik auslassen aber am deutlichsten ist es mir auch im Umgang mit meinem Kind geworden: Wir sind alle zu allererst Menschen.
    Gerade in den ersten Monaten habe ich oft dieses kleine Gesicht angeschaut und gedacht, dass es keiner erkennen könnte ob es nun Junge oder Mädchen sei. Und eigentlich wäre es ja auch egal. Eigentlich. Inzwischen dominieren im Kleiderschrank natürlich typische Farben und eventuell lassen sich auch ein paar typische Verhaltensweisen erkennen. Aber irgendwie muss ich das auch gar nicht immer determinieren und bestätigen. Als ob da Angst wäre, dass es plötzlich mal nicht typisch Junge oder typisch Mädchen wäre. Es wäre doch immer noch gesund, das Menschenkind und lebensfähig. Und fähig einen eigenen Weg zu gehen, mit der Familie.

    • Antworten Janina 23. September 2017 at 12:58

      Liebe Hannah,

      so lieben Dank, dass du deine Gedanken zu diesem Thema mit mir teilst.
      Wie wahr, wir sind alle zu allererst Mensch. <3

      Ganz liebe Grüße
      Janina

  • Antworten Anita 23. September 2017 at 11:13

    Ich habe zwei Kinder, Junge und Mädchen.
    Wobei ich mir aber absolut sicher bin, dass keines von beiden ein „Geschenk Gottes“ war oder ist. Die habe ich in Cooperation mit meinem Mann selbst gemacht.

    • Antworten Janina 23. September 2017 at 12:57

      Liebe Anita,

      jetzt musste ich schmunzeln. 🙂 Definitiv habt ihr euer Kind gemacht. Aber es ist ein absolutes Geschenk und es gibt viele Paare die sich nichts sehnlicher wünschen, als ein Baby – und ihnen bleibt es verwehrt. Manchmal auch ohne große Gründe. Ich will damit nur sagen, dass jedes Kind ein Geschenk und großes Glück ist. Denn es ist nicht selbstverständlich. <3

      Liebe Grüße
      Janina

  • Antworten Katharina 23. September 2017 at 18:15

    Die Bayern sagen : Mädchen bleiben…. vielleicht ist es deshalb warum das Mädchen die vermeintlich „bessere“ Wahl ist – Egoismus. Ich habe es oft erlebt als Mutter von einem mädchen und zwei Jungs, dass du den ganzen großen Joker nur ziehst wenn du Mädchen bekommst. Mädchen Mütter haben Glück- Jungs Mütter sind zu bemitleiden.Ich finde das furchtbar! Mein mittlerer Sohn ist ein ruhiges sensibles hilfsbereites Kind- und ja er ist ein Junge!Und das Mädchen ist wild und unnachgiebig wie ihr ganz kleiner Bruder. Mädchen oder Junge hin oder her – es macht und sollte keinen Unterschied machen!

  • Antworten Sandra 23. September 2017 at 18:19

    Ich habe auch oft das Gefühl das Mädchen mehr gewollt sind als Jungs. Jungs sind angeblich wilder und lassen sich schwerer erziehen. Das ist zumindest die Meinung der Mädchen Mamas die ich so kenne.
    Ich hab immer gesagt, wenn ich schwanger werde ist das erste Kind ein Mädchen, nicht weil ich unbedingt ein Mädchen wollte, sondern weil in unserer Familie alle Erstgeborenen Mädchen sind.
    Als ich dann schwanger war wusste ich sofort irgendwie, dass da ein kleiner Junge in mir wächst. Ich war nicht enttäuscht, im Gegenteil ich war einfach froh, dass ich ein kleines Wunder in mir trage obwohl man mir gesagt hatte es könnte sehr sehr lange dauern bis dies passiert.
    Eigentlich waren es sogar zwei kleine Wunder, aber nur eines hat es über die 9.Ssw hinaus geschafft.
    Ich durfte mir oft anhören ob ich nicht lieber ein Mädchen hätte haben wollen oder ich wäre eher die typische Mädchen Mama. Aber mein Mann und ich freuen uns darüber bald unseren kleinen Jungen im Arm halten zu können(aktuell 38Ssw) und hoffen einfach dass er genauso gesund ist wie er im Ultraschall zu sein scheint.

  • Antworten Josephine 23. September 2017 at 18:28

    Ganz toller Beitrag! Meine Mama sagt immer, man bekommt das, was man aus irgendeinem Grund bekommen soll. Ich finde es unfassbar traurig, wenn man sich etwas mehr wünscht…ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass man nur Eltern werden sollte, wenn es einem „egal“ ist. Ein Kind zu bekommen, ist das größte Geschenk und es ist die Aufgabe der Eltern dieses Kind bedingungslos zu lieben.

  • Antworten Nichtnocheinmuttiblog 23. September 2017 at 18:42

    Ein wirklich berührender Artikel. Ich finde diese Kommentare auch erschreckend und wäre sicher nicht so ruhig und nett geblieben, wie du. Dennoch habe ich mir in der Schwangerschaft auch ein Mädchen gewünscht. Ich wusste aber irgendwie auch v ersten Tag an, dass sie ein Mädchen ist. Und alle haben mir gesagt „du darfst dich da nicht so drauf versteifen, sonst bist du enttäuscht!“ Und zu dem Zeitpunkt dachte ich auch, ich sei enttäuscht wenn der Arzt mir sagen würdec dass es ein Junge ist. In meinem Kopf war aöles rosa! Ich hatte auch furchtbarw Angst vor einer Lippen-Kiefer-Gaumen spalte, weil ich davon geträumt hatte. Jedes mal hab ich den Arzt gefragt, ob mir der Lippe alles in Ordnung ist. Und weißt du was? Meine Freundin bekommt jetzt einen Jungen und ist todtraurig, dass es kein Mädchen ist. Und ich? Hab Rotz und Wasser geheult deswegen und ihr gesagt, dass sie sich freuen soll! Dass sie die Schwangerschaft und alles genießen soll und das ein Junge genau wie ein Mädchen das schönste Geschenk der Welt ist. Wie kommt die Einsicht? Durch die Geburt 😌 Ich habe ihr von meinen Ängsten erzählt und ihr dann gesagt, in dem Moment wo das Kind aus dir herauskommt, ist es ganz egal ob Junge oder Mädchen! Es ist ganz egal, wie das Kind aussieht und ich bin mir sogar sicher, es ist ganz egal, ob das Kind eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte hätte, es ist das allerschönste und beste, was du in deinem Leben gesehen hast! Und du bist einfach nur glücklich und dankbar. Und bevor das jetzt einer hier bemerkt: nein ich vergleiche un gottes willen nicht LKGS mit dem Geschlecht. Ich wollte ihr und jetzt eben hier nur ausdrücken, wie weit dieses Glück im Moment der Geburt geht.

  • Antworten Nicole 23. September 2017 at 18:43

    Liebe Janina,
    so ein wahrlich schöner Beitrag. Ich danke dir!
    Ich habe selbst zwei Söhne,jeder für sich einzigartig. Als ich erfuhr, dass ich einen 2. Sohn bekomme, hörte ich als Reaktion oft „Oh, schon wieder ein Junge. Da wollt ihr doch bestimmt noch ein Drittes. Ein Mädchen wäre doch noch schön.“ Ich war oft fassungslos über solche Aussagen. Fühlte mich gekränkt. War mein Sohn weniger liebenswert, weil er ein Junge ist? Mittlerweile berühren mich solche Aussagen nicht mehr, dennoch ärgern Sie mich.
    Liebe Grüße

  • Antworten Angelika 23. September 2017 at 18:51

    Man kann es den Frauen nicht verübeln… früher war es wirklich so…. die Mädchen blieben zu Hause und halfen im Haushalt und die Jungs waren meist mit den Vätern unterwegs. Da war der Wunsch nach etwas Hilfe vielleicht nicht ganz unbegründet.

    Als ich zum ersten Mal schwanger wurde, war mein Wunsch nach einem Mädchen so stark dass es alle Bauchgefühle ausgeschaltet hat. Als ich dann erfuhr dass es ein junge wird, habe ich wirklich ne Woche gebraucht um mich damit „anzufreunden“. Und auf einmal war mit der Geburt so viel Liebe da dass es mir beim zweiten Kind völlig egal war da ich wusste, wie schön ein Menschenkind ist….
    Dennoch kann ich den Wunsch nach einem Mädchen bis heute verstehen. Oft (aber natürlich nicht immer) ist es doch einfach so dass die Mutter-Tochter-Beziehung tiefgründiger ist….

  • Antworten Julia 23. September 2017 at 18:53

    Ich sehe es auch so. Kann die Reaktionen der Frauen aber zum Teil verstehen.
    Als ich zum Beispiel auf die Welt kam, war mein Opa mehr als nur erleichtert, dass ich ein Mädchen bin.
    Der Hintergrund bei ihm ist folgender: er gehörte damals noch zu der letzten und jüngsten Generationen, die in den Krieg eingezogen wurden und er wusste, wenn ich ein Mädchen werde, würde mir so etwas auf alle Fälle erspart bleiben.
    Man weiß ja nicht, welche Geschichte bei diesen Damen dahinter steckt.
    Heute ist es mir wichtig, dass das Kind gesund und munter zur Welt kommt. Wobei ich anmerken muss, dass ich genervt bin, dass es Kleidungsmäßig sehr viele Klischees in den Läden gibt. Dabei ist unsere Welt so schön bunt. Nur nicht bei der Kinderkleidung.

    • Antworten Sophie 27. September 2017 at 14:44

      Liebe Julia, genau das habe ich auch gleich beim Lesen des Artikels gedacht. Ein „Generationskonflikt“ quasi. Mit zwei Jungs wurde ich auch schon mal auf dieses Thema angesprochen. Dabei kam heraus, dass die Dame selbst, in ihren Augen, „nur“ Jungs hat und sich die Herren nicht bei ihr melden etc. Viele Leute projizieren ihre eigenen Erfahrungen oft auf andere, was mehr als ätzend sein kann. Egal, ob Junge oder Mädchen – es wird ein Kind.
      Was ich mich aber auch Frage, und das ist ein Ansatz, der hier noch nicht zur Sprache kam, ob es ein „feministisches“ Problem ist. Frauen haben sehr viel in Sachen Gleichberechtigung erreicht, klar ist noch viel zu tun, etc. Aber Frauen sind stark. Und dann sagt man einer emanzipierten Frau, dass sie einen Jungen bekommt. Vielleicht führt dass dann zu einem Widerspruch im eigenem (weiblichen) Denken.

  • Antworten Malin 23. September 2017 at 18:57

    Hallo 🙂 ich kann deine Gedanken gut verstehen. Ich würde mich sicher genau so komisch nach so einem Gespräch fühlen. Bestimmt liegt es an generations Unterschied. Ich selber habe drei Jungs und bin super glücklich mit Ihnen 🙂 natürlich hätte ich sicher auch gerne ein Mädchen dazu bekommen, doch war ich immer sehr glücklich als es kam wie es kam. Ich denke auch dass es egal ist ob Mädchen oder Junge 🙂 Hauptsache sie sind gesund und es wird ja sowieso immer ein Teil von uns sein, das ist das wichtigste ❤️

  • Antworten Lisa 23. September 2017 at 19:04

    Ich erinnere mich noch an unseren Geburtsvorbereitungskurs, da war ei Paar, die sich vorstellten und dann sagten „wir bekommen ein geplantes Mädchen“ – wir wussten immer, dass wir nur ein Mädchen wollen! Und genau dieser Satz schockierte mich damals schon zutiefst…

    Mir war es damals schon gleich, ob Junge oder Mädchen – solange das Baby gesund ist. Und jetzt bin ich so stolz auf meinen Sohn! Für mich ist er perfekt! Genauso wie eine Tochter auch perfekt gewesen wäre!

    Und dann kommen wir auch wieder zu diesen aufgezwungenen Klischees.. ein Mädchen hilft im Haushalt, sowas machen Jungs nicht! Absoluter Blödsinn…

  • Antworten Rike 23. September 2017 at 19:08

    Liebe Janina, danke für diesen schönen Beitrag. Ich bin gerade richtig froh zu lesen, dass nicht nur ich das Gefühl habe, dass weniger gejubelt wird wenn man einen Jungen erwartet bzw einen Sohn hat. Ich habe mich schon so oft gefragt, ob ich mir das wohl einbilde?!
    Ich bin nach einer Tochter mit einem Jungen schwanger und habe auch ganz oft das traurige Gefühl, dass viele es als viel schöner empfinden ein Mädchen zu bekommen. Vielleicht liegt es auch daran, dass es das zweite Kind ist, aber die Begeisterung in meinem Umfeld war damals, als es hieß, dass es ein Mädchen wird, größer. Ich habe auch schon oft zu hören bekommen, dass Jungs ja viel anstrengender sind und da ganz schön was auf uns zu kommt. Mir macht das manchmal sogar etwas “ Angst“, warum sind die Reaktionen so? Ist ein Junge wirklich so anstrengend? Unsere Tochter ist ein ruhiges, liebes Mädchen, wird sich wirklich alles so sehr ändern? Und dann habe ich dem kleinen Jungen gegenüber ein schlechtes Gewissen, weil wir uns dieses Baby so gewünscht haben. Komisch, dass in unserer Gesellschaft Mädchen irgendwie angesehender zu sein scheinen.

  • Antworten Nadine 23. September 2017 at 19:13

    Hallo liebe Janina,
    Ich habe auch 3 Kinder. 2 Mädels und einen Jungen. Und die unzähligen Fragen kenne ich auch. Irgendwann machen sie einfach nur müde. Ständig negativ belegt. Oft bekomme ich auch die Frage, ob wir nur ein drittes Kind bekommen hätten, weil wir uns einen Jungen gewünscht haben. Es ist völliger Quatsch und egal. Jedes Kind ist ein Wunder und ein Geschenk.
    Liebe Grüße Nadine

  • Antworten Steffi 23. September 2017 at 19:16

    Die Diskussion hatte ich letzte Woche bei Instagram gestartet, weil es mir ständig so geht, dass Leute mich bemitleiden, weil wir einen zweiten Sohn bekommen. Ich muss zugeben, dass ich mir anfangs auch ein Mädchen gewünscht hätte, einfach, weil es mal was anderes ist, aber jetzt bin ich total froh, dass mein Sohn einen Bruder bekommt. Er hat es sich auch so gewünscht. Ich werde wohl auch noch einen Post darüber schreiben, weil die Kommentare echt krass waren teilweise.
    LG Steffi

  • Antworten Dani 23. September 2017 at 19:21

    Ohje diese Kommentare kenne ich nur zu gut. Als ich erfuhr,dass meine eineiigen Zwillinge Jungs werden, musste ich kurz schlucken, weil ich in meinem Kopf das Bild von kleinen Mädchen hatte, die sich gegenseitig brav die Haare Flechten…und dann dachte ich an meine Mini und dachte, das wäre später mal genauso chaotisch geworden .Ich bin glücklich über meine Kinder und nicht über deren Geschlecht und Aussagen wie : Oh weh 3 Jungs und dann 2 davon noch Zwillinge…da könnte ich die Wände hoch gehen . Ein Pärchen wäre doch viel schöner, ach das haben sie schon…wie alt sind Sie denn?!Meine Güte gibt es sowas wie Anstand nicht mehr? Und vorallem bei der älteren Generation, die ja immer darauf pocht, dass man ihnen mit Respekt begegnet … schön,dass erwartet man aber auch im Umkehrschluss.

  • Antworten Kristina Dinges 23. September 2017 at 19:32

    Ich habe vor 2 Monaten einen Jungen zur Welt gebracht und bin so unglaublich stolz darauf, dass er gesund und wohlauf ist. Bei uns war es ganz klassisch. Der Papa hat sich eher einen Jungen gewünscht und die Mama mehr ein Mädchen. Aber ich wäre niemals auf die Idee gekommen enttäuscht zu sein, weil wir einen Jungen bekommen haben!!!
    Mein Umfeld hat leider auch nicht so positiv auf mein Outing reagiert. Ich habe ganz oft zu hören bekommen: „Oh, ich dachte es wird ein Mädchen…“ Oder „Echt ein Junge, hätte ich bei dir ja NIE erwartet!“ Oder: „Also wir wünschen uns ein MÄDCHEN!“

    Liebe Grüße Kristina von KDSecret

    Liebe Grüße Kristina von KDSecret

  • Antworten Mara 23. September 2017 at 19:34

    So ein schöner Beitrag und wie recht du hast!
    Meiner Mutter ging es nicht anders, als sie meinen kleinen Bruder bekam – nur andersrum. „Gott sei Dank ein Junge, dann brauchen Sie nicht noch eins zu bekommen“. Sie hat drei Mädchen und ein Junge- ganz bewusst vier Wunschkinder, doch viele dachten, wir seien nur drei Mädchen, weil sie endlich einen Jungen wollte oder mein Vater erst mit einem Jungen zufrieden wäre. Naja, sollen sie halt denken, man selber weiß es ja besser. ☺

  • Antworten Kristin 23. September 2017 at 19:55

    Sehr schön geschrieben, besonders der letzte Absatz! Ich bin seit Februar Mama eines Sohnes ( 1. Kind) und überglücklich, dass der kleine Räuber gesund und munter ist. Jedes Kind ist ein Wunder und ein Geschenk egal welches Geschlecht!
    Liebe Grüße Kristin

  • Antworten Steffi 23. September 2017 at 19:59

    Das sind sie wirklich… Geschenke! Aber Mädchen oder Junge?! Wild oder still? Laut oder leise? Wir haben drei völlig unterschiedliche kleine bis mittelgroße Menschen hier und sie sind absolut nicht in Schubladen zu packen, was Gender – Gedöns angeht. Wer braucht das heute eigentlich überhaupt noch? „Mädchen helfen mehr im Haushalt“… das hab ich ja noch nie gehört 😂
    Möglicherweise ist die Ansicht der Damen einfach auf die Zeiten, in denen sie aufwuchsen zurückzuführen und anerzogen.

  • Antworten Laura 23. September 2017 at 20:01

    Worüber sich manche Menschen Gedanken machen… Ich war froh überhaupt endlich schwanger zu sein.
    Was “es“ dann wird war zweitrangig.
    Ein Junge wäre toll gewesen, weil ich schon eine Tochter habe. Aber Mädchen sind auch so wunderbar, in beiden Schwangerschaften war ich froh, dass ich mich nicht entscheiden muss 🙂
    Wir haben Zwillinge bekommen, zwei zauberhafte Jungs.

    Mit Zwillingen kommt man ja bei jedem Ausflug mit diversen Menschen ins Gespräch. Überall passiert es, dass plötzlich jemand neben dem Kinderwagen steht und von den Zwillingen der Nachbarin seiner Tante erzählt.

    Blöde Kommentare gab es bisher zum Glück wenige. Aber in der Schwangerschaft wurde mir mal “herzliches Beileid“ gewünscht, weil es Zwillinge und dann auch noch Jungs wurden. Da war ich schon ziemlich fassungslos.
    Man wünscht sich doch ein Kind und was man daraus macht, ob nun ein Junge oder ein Mädchen im Haushalt hilft oder wild auf Bäumen rum klettert oder sich nicht schmutzig machen mag, liegt doch ein Stück weit in der Hand von uns Eltern!?

  • Antworten Jule 23. September 2017 at 20:30

    Liebe Janina,
    Ich kann dein Bauchgefühl total verstehen! Ich habe unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Ich habe eine Tochter (fast 5), ein absolut tolles Mädchen, das allen und jedem Freude macht, besonders der Familie meines Mannes. Nun habe ich seit neun Monaten auch einen Sohn und die Familie ist ausgeflippt, so als wären sie „erleichtert“, dass es nun auch einen Stammhalter gibt. Ich hasse das! Und alle haben meinem Mann auf die Schulter geklopft 🤔
    Ich dagegen bin sehr gerne eine Mädchenmama gewesen und war total unsicher, als das Geschlecht deutlich wurde (ziemlich früh und eindeutig!!!). Ich wusste nicht, ob ich es ebenso hinkriegen würde, auch weil viele Mütter von der so besonderen Beziehung zwischen Mutter und Sohn berichten. Dabei habe ich doch bereits eine so besondere Mutter-Tochter-Beziehung?!
    Und jetzt? Lache ich über meine Gedanken und Ängste! Ich habe zwei wundervolle Kinder. Fertig!!! Und den Haushalt mache ich so gar nicht gerne…und kochen kann ich auch nicht, macht mein Mann. Dafür bin ich eine tolle Mutter und eine tolle Lehrerin…was würden die Damen wohl dazu sagen?!

    Mach weiter so, alles Liebe
    Juliane

  • Antworten Steffi 23. September 2017 at 20:53

    Liebe Janina,
    danke für den schönen Beitrag, ich verstehe total dass Dich das Gespräch nachdenklich gemacht hat! Manche Menschen denken einfach nicht nach was sie von sich geben. Es ist so ein großes Wunder und Geschenk ein gesundes Baby zu bekommen, dass es doch völlig egal ist ob Bub oder Mädchen. Ich habe zwei ältere Schwestern und meine Mama erzählt immer noch oft, dass das erste, was sie hörte, als sie nach meiner Geburt von der Narkose aufgewacht ist, war, wie eine Krankenschwester mitleidig sagte: „Die arme Frau hat drei Mädchen“….und sie war einfach nur glücklich dass alles gut ging und ich da war! Wenn man mal mitbekommen hat und darüber nachdenkt, wie furchtbar es ist, wenn ein Baby krank ist oder sogar noch schlimmeres passiert, dann ist man einfach nur wahnsinnig dankbar ein gesundes Baby zu haben und das Geschlecht spielt dabei doch gar keine Rolle.

  • Antworten Laura 23. September 2017 at 21:04

    Es ist schon lustig! Ich habe im Januar mein erstes Kind bekommen. Einen Jungen. Und sobald feststand, was es wird, hatte ich auch das Gefühl, dass die Menschen um mich herum sich nicht so sehr freuen wie wir. Damit meine ich jetzt entfernte Freunde und Kollegen und nicht etwa meine bzw. unsere Familien. Irgendwie war da auch manchmal etwas Mitleid. Ähnlich, wie du es beschreibst. Ich kann dem nichts abgewinnen. Mein Junge ist toll und ich liebe ihn über alles. Aber ich weiß, dass es eben dieses (Klassen-) Denken gibt. Mädchen seien besser als Jungs. In meiner Pekip-Gruppe hat eine Mutter es letztens sogar laut ausgesprochen. Sie hatte sogar Depressionen wegen des zweiten Jungen, und eigentlich waren nur zwei Kinder geplant. Jetzt soll aber noch ein drittes her und dann eben am liebsten das Mädchen. Darüber kann ich wirklich nur den Kopf schütteln..

  • Antworten Pia 23. September 2017 at 21:20

    Ich bekomme in ca. 5 Wochen auch unser drittes Kind und ich habe dann 3 Jungs. Leider werde ich auch sehr oft mitleidig angeschaut, weil ich kein Mädchen bekomme. Ehrlich gesagt war ich anfangs auch etwas traurig darüber, aber vielleicht habe ich auch zu sehr darüber nachgedacht, was andere denken. Nach 2 Fehlgeburten , die ich nach meinen beiden tollen Jungs hatte, bin ich jetzt froh und dankbar darüber, wieder ein Baby zu bekommen!!!! Und ich freue mich darauf, 3 wundervolle Jungs großziehen zu dürfen…

  • Antworten Tanja 23. September 2017 at 21:37

    Ich bin Gynäkologin und habe tatsächlich schon oft (!) erlebt, das Frauen geweint haben, weil es ein Junge wird – aber noch nie umgekehrt…. – für mich als Mutter absolut unverständlich!

    Und ich habe Jungen UND ein Mädchen

    • Antworten Laura 24. September 2017 at 12:53

      Ich glaube, das ist dieses vertraute Ding – ein Mädchen ist einem auf den ersten Blick näher, weil man ja selbst auch ein Mädchen ist.
      Als ich mit den Zwillingen schwanger war und wir wussten, dass es zwei Jungs werden, war ich kurz unsicher – warum!? Ich hab mir Sorgen gemacht, wie das bei einem Jungen mit dem Wickeln läuft 😄
      Das war meine einzige Sorge… Mittlerweile weiss ich, dass es viel einfacher ist als bei einem Mädchen.

  • Antworten Stella 23. September 2017 at 22:02

    Danke für diesen Beitrag & auch für die bisherigen zustimmenden Kommentare.
    Auch ich – schwanger mit einem Bubi- habe gleiches erfahren. Gerade zu bemitleidet würde ich. „Du bist doch eine Mädchen Mama“ , „Das kann nur ein Mädchen sein“ „Oh, ein Junge“ kurzzeitig hatte ich selbst ein komisches Gefühl, aber nicht weil ich selbst zweifelte, sondern weil ich so verwundert über diese gesellschaftliche Eigenschaft war. Sogar meine Schwiegermutter riet mir bei Kinderwunsch zu diversen Tipps, wie ein Mädchen bei raus kommen sollte. Nimmt die Emanzipation Überhand? 😉

  • Antworten Eva 23. September 2017 at 22:09

    Oh du schreibst mir so aus der Seele! Ich habe vor 3 Monaten meinen zweiten Jungen bekommen, wir wussten beide Male vorher nicht, was es wird. Ich war völlig gerührt über den kleinen Bruder. Sehr oft habe ich nach der Geburt verletzende Kommentare erhalten wie: „Bist du nicht enttäuscht, dass es wieder ein Junge ist? Hättest du nicht lieber ein Mädchen gehabt? Ich weiß nicht, was ich machen würde, wir wollen ja lieber ein Mädchen und einen Jungen.“ Und das im Wochenbett. Das hat mich vor allem für meinen kleinen Jungen sehr getroffen. Er ist so ein einzigartiges Menschenkind und ich bin so unendlich denkbar für dieses Geschenk, dass ich meine ganze Liebe gar nicht in Worte fassen kann. Ich glaube auch, dass diese Fragen sehr unbedacht gestellt wurden und gar nicht bedacht wurde, wie sie bei uns ankommen. Jungskinder sind toll ❤️, Mädchen bestimmt auch 😉

  • Antworten Christin 24. September 2017 at 5:27

    Du sprichst mir aus der Seele! Vor 2 Wochen ist unser zuckersüße Sohn geboren, der 2. Junge. Und seitdem höre ich immer wieder ‚oh… NOCH ein Junge…‘ Ja, noch ein Junge! Und ich finde es toll! Wir haben uns überraschen lassen was es wird, weil es wirklich so gar nicht wichtig für uns war. Aber die Kommentare von außen stimmen mich doch oft traurig. Dieser Junge ist ein Geschenk! Genau wie sein großer Bruder, denn man kann nicht davon ausgehen, dass eine Schwangerschaft ohne Probleme verläuft, die Gesundheit meines Kindes ist das größte Geschenk!

    PS: Deine schönen Hannover Bilder lassen bei mir ganz böses Heimweh aufkommen 🙂
    Alles Liebe für Euch, Christin

  • Antworten Nadja 24. September 2017 at 6:12

    Tatsächlich hatte ich mir irgendwie einen Jungen gewünscht, aber ich hätte mich genau so auf ein kleines Mädchen gefreut. Wir haben uns das Geschlecht nicht sagen lassen weil es nicht relevant war – so würde ich auch immer wieder handeln!!! Ich hab auch schon öfter gehört, dass es ein großes Glück ist, ein Mädchen zu bekommen. Ja, das glaube ich auch. Genau so ein großes Glück wie ein kleiner Junge!!! Als dieser eine Woche alt war, sagte eine Frau, die selbst drei Töchter hat u es sicher nicht böse meinte, dass sie jedes Mal gebetet hatte, es würde ein Mädchen werden etc… ein Kind ist ein Kind ist ein Kind. Das größte Wunder des Lebens!

  • Antworten Melanie 24. September 2017 at 6:38

    Es ist immer wieder verwunderlich über was sich manche Leute Gedanken machen. Dem Geschlecht einen so hohen Stellenwert zu geben,dabei ist das Einzige was wichtig ist die Gesundheit. Gerade bei der älteren Generation bekomme ich aber immer wieder solche Sprüche und Gedanken mit. Aber nach jeder Generation kommt eine neue, mit einer neuen Denkweise… und unseren Kids geben wir hoffentlich die Richtige mit.

  • Antworten Maria 24. September 2017 at 7:53

    Du sprichst mir aus der Seele.
    Die erste Frage die ich von jedem erhalte dem ich erzähle das ich schwanger bin ist jedes Mal „wisst ihr schon was es wird?“. Wenn ich dann antworte „wir möchten es gar nicht wissen. Wir haben keine Präferenz und es ist die schönste Überraschung die man in Leben haben kann“. Meist kommen dann erstaunte Blicke, manche finden es irgendwie schön das wir uns überraschen lassen aber die meisten kommentieren noch weiter „ja aber dann weißt du ja gar nicht was du kaufen sollst“ oder „wie machst du dir dann vorab Gedanken über die Erziehung“.
    Wir sind leider in einer Welt wo vieles doch sehr Geschlechter getrieben ist…
    Wir freuen uns auf unser Kind, nicht auf eine Tochter oder einen Sohn, sondern auf dieses ganz große Geschenk was uns jetzt schon sehr glücklich macht und wir, egal ob Tochter oder Sohn, sehr lieben werden! Da macht die Farbe der Kleidung die man vorab kaufen kann doch wirklich keinen Unterschied. Und als Neu Eltern ist Erziehung generell ein Thema vor dem man Respekt hat und auf das man sich so oder so mental vorbereitet, es am Ende jedoch trotzdem auch vom Charakter des Menschlein an sich abhängt und nicht nur vom Geschlecht.

  • Antworten Yvonne 24. September 2017 at 8:48

    Hallo Janina,
    ich kann deine Gefühle sehr gut verstehen, auch wir wurden doch immer sehr bemitleidet, als sich bei uns das dritte Mädchen angekündigt hat. Eigentlich haben alle quasi mitgefiebert, dass der Papa doch endlich mal männliche Unterstützung in unserer Famile bekommt.
    Tatsächlich ist das auch immer noch ein Thema und wir bekommen recht oft noch einige Kommentare dazu.
    Mitterweile stehen wir da aber einfach drüber und je nach Gefühlslage ignoriere ich das oder gehe darauf ein und erzähle wie wunderbar ich es empfinde, 3 gesunde tolle Kinder auf die Welt gebracht zu haben und dass wir diese mit Liebe großziehen, egal ob Mädchen oder Junge.
    Viele liebe Grüße, Yvonne

  • Antworten Regina 24. September 2017 at 11:16

    Dein Artikel spricht mir aus der Seele! Ich habe letztes Jahr im August einen kleinen Jungen bekommen. Ein absolutes Wunschkind! Jeder wusste das. Und trotzdem bekam ich viele mitleidige Blicke und noch schlimmer, Kommentare, zum Geschlecht meines Babys.
    ‚Ein Mädchen wäre doch schöner gewesen, oder? Was machst du denn mit einem Jungen? Du Arme, das wird bestimmt anstrengend!‘ Oder mein Liebling: hast du dir das ausgesucht? Nicht, oder? (Der dümmste Spruch aller Zeiten!)
    Und das waren nur einige der Kommentare. Ich war so wütend darüber, dass mir jemand mein größtes Glück so schlecht machen will!!! Mittlerweile belächle ich sowas nur noch. Auch dir Frage, ob ich mir denn beim nächsten mal ein Mädchen wünschen werde. Ich weis was für ein Glück ich habe und hoffentlich spürt mein Sohn das auch. Alles andere ist unwichtig!

  • Antworten Melanie 24. September 2017 at 12:26

    Also ich finde solche Ansichten wie die der älteren Damen unglaublich!
    Es gibt Frauen – wie mich – die nicht einmal wissen, ob sie überhaupt jemals schwanger werden können und viele Behandlungen usw. dafür auf sich nehmen.
    Mir wäre es SO egal, was es wird, für mich wäre es der Himmel auf Erden wenn es überhaupt mal klappt und ich eines Tages ein gesundes Baby in den Armen halten darf.
    Irgendwie denken an sowas viel zu wenige Menschen, die allesamt viel glücklicher mit ihrem gesunden Leben sein könnten und das macht echt mich traurig.
    Danke liebe Janina, dass du nicht so denkst und so tolle, einfühlsame Artikel schreibst! 🙂

  • Antworten Julia 24. September 2017 at 14:49

    Ich bin Mama zweier wundervollen Jungs! Und wäre ich Mädchenmama, hätte ich sicherlich zwei wundervolle Mädchen. Ich bin so dankbar, Mama dieser beiden Jungs zu sein. Zwei wundervolle, gesunde Kinder! Nur das ist, was zählt! Und sollte ich eines Tages die Erfahrung machen dürfen, nochmals Mama zu werden, dann wünsche ich mir nur eins: wieder ein kerngesundes Kind!

  • Antworten Sylvia 25. September 2017 at 6:23

    Ein schwieriges Thema denke ich. Allerdings muss auch ich (als noch nicht Mama) ehrlich zugeben das mir als erstes Kind ein Mädchen lieber wäre. Aber nicht weil sie mir im Haushalt hilft (haha das habe ich Zuhause nie gemacht) sondern weil ich schlicht Angst davor habe ob ich einem Jungen wenn er älter wird noch so gerecht werden könnte. Ob ich ihn nicht zu sehr einschränken würde weil ich eben ein typisches Mädchen bin das sich nicht rauft, im Dreck wühlt oder mit dem Rad über Stock und Stein scheppert. Das mit dem Kind eben lieber Ponys zeigt als Traktoren und Bagger. Ich glaube da hiflt es dann sehr wenn es einen Papa oder eine andere männliche Bezugsperson gibt, die diese Bedürfnisse besser erfüllen kann und den Jungen dann einfach mal wild sein lässt ohne sich dauernd in die Hose zu machen…

    Liebe Grüsse
    Sylvia
    http://www.mirrorarts.at – Fotografie / Reiseblog

    • Antworten Verena 29. September 2017 at 20:22

      Hallo Sylvia! Als ich schwanger war, war mein Kopf durch und durch auf Mädchen eingestellt, weil ich selber eben auch ein typisches Mädchen bin. Einen Jungen hab ich gefühlsmäßig ganz weit weg geschoben. Eben auch wegen deinen genannten Gründen. Aber irgendwann kam der Punkt, kurz bevor wir vom Geschlecht erfuhren, dass mein Bauch mir sagte, „neee, da steckt ein Junge drin!“ Und der Gedanke war plötzlich richtig schön. Mittlerweile ist er 1 1/2 Jahre alt und ich finde es super einen draufgängerischen Wirbelwind zu haben!! Hab mir seit dem Tag der Geburt keinen Druck gemacht, ihm nicht gerecht zu werden. Man wächst einfach in die neue Aufgabe und Herausforderung und Dreck rein 😉 Ich bin einfach unglaublich dankbar ein gesundes Kind zu haben. Und in den ganzen anderen Rest wachs ich auch noch rein 🙂 Kopf ausschalten und machen. Wenn dein Kind dich dann anstrahlt, weißt du, dass du alles richtig machst. Liebe Grüße, Verena

  • Antworten Tabea 29. September 2017 at 8:48

    Sehr tolle Gedanken!

    Ich hab ja bei jedem meiner Elternteile einen Halbbruder und eine Halbschwester – und ich weiß, dass beide Geschlechter mal anstrengender und mal leichter zu handhaben sind 😉

    Irgendwie bin ich aber froh, als Tochter bei meiner Mama aufgewachsen zu sein, weil die mir halt früher in ihrer Jugend ähnlich war und mich daher immer verstehen konnte. Vielleicht hoffen deswegen manche Frauen auf Mädchen…
    Aber Jungs können ja auch kochen – ein Ex Freund von mir hat das oft gemacht.

    Liebe Grüße

  • Antworten Verena 29. September 2017 at 20:08

    Könnte mich gerade über diese oberflächlichen Vorurteile a la Deutsche essen nur Sauerkraut und Türken stinken alle nach Knoblauch totlachen. Wenn ich eins gelernt habe, seit meiner Schwangerschaft und einhergehendem Glück, meinen Sohn aufwachsen zu sehen, dass jedes aber wirklich jedes Kind anders ist. Und dabei habe ich schon Mädchen kennen gelernt, die ebenso wild, laut und draufgängerisch sind wie ein Junge, und Jungs, die zurückhaltend, vorsichtig und still sind. Und wenn uns eines in der modernen Zeit gelehrt hat, dann das, dass es keine Geschlechtergrenzen mehr gibt!! Vor 50 Jahren und mehr mag noch einiges anders gewesen sein, aber heutzutage sollte man seine Engstirnigkeit im Klo runter spülen.

  • Antworten :) 3. Oktober 2017 at 16:41

    Wow Janina, ich hoffe Du liest dieses Kommentar hier noch. Ich hab deinen Blog vor einigen Jahren entdeckt, da war das Mimimödchen gerade auf dem Weg, aber irgendwie wieder aus den Augen verloren. Aber jetzt durch Zufall wieder gefunden, packt er mich auch als nicht-Mama, Deine Art wirkt so wunderbar, dass es nicht nur den Namen des Blogs trifft sondern all das was darin steckt! 🙂 Ganz liebe Grüße an Dich!

    PS: Verrätst du eigentlich wie Dein kleines, neues Menschenwunder heißt?

    • Antworten Janina 3. Oktober 2017 at 17:48

      Ich lese deine Zeilen und das berührt mich sehr, und es bestärkt. Gerade im letzten Jahr habe ich oft darüber nachgedacht, ob ich das, was ich hier tue, so weiterführen mag. Manchmal zweifle ich, obwohl ich das Schreiben so liebe. Obwohl ich den Austausch so genieße und es mich bestärkt, wenn ich von Müttern und Frauen das Feedback erhalte, dass ich sie wiederum bestärke oder inspirieren kann. Aber dennoch gibt es da auch die vielen Schattenseiten. Deshalb danke ich dir ganz aufrichtig für deine lieben Worte, sie sind sehr wertvoll für mich! Danke!

      Den Namen möchten wir dieses Mal aus dem Netz heraushalten. Irgendwie fühlt es sich so besser an. 🙂

  • Antworten Denise 4. Oktober 2017 at 18:49

    Hi, ich finde solche Kommentare immer schwierig einzuordnen. Du hast beide Geschlechter und besonders das „Wunschgeschlecht“ vieler Frauen. Ich hab mir immer ein Mädchen gewünscht, eine Mini-Me. Liebe ich daher meine drei Jungs weniger oder wünschte sie anders? Nein! Denn es gibt einen großen Unterschied zwischen der abstrakten Idee eines Kinds, eines Geschlechts, und dem konkreten Kind. Man hat doch einfach für sich seine Bilder im Kopf. Das wahre Leben ist anders und ich würde wetten, dass keine Jungsmama ihre Jungen auch nur eine Sekunde eintauschen wollen würde. Ich sag immer, das ist nicht ein Junge, sondern MEIN Junge. Ich würde ein Mädchen nicht mehr lieben, aber es wäre trotzdem anders. Ich will meine Jungs niemals missen und finde sie perfekt wie sie sind. Trotzdem wäre ein Mädchen schön gewesen.
    Schlimm fand ich aber die Reaktionen von ziemlich Fremden, als ich das dritte Mal schwanger war oder eben auch jetzt „drei Jungs? Das ist ja furchtbar!“. Nichts, rein gar nichts ist hier „furchtbar“, das ist so verletzend und unverschämt. Meine Kinder sind ein Geschenk, erwünscht, gewollt, ersehnt und innig geliebt. Aber das abstrakte Mädchen hätte ich schon gern dazu. Trotzdem sind wir mit der Familienplanung durch. Und alle sind glücklich und es ist kein Thema hier.

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