Gastautoren Schwangerschaft

SCHWANGER IN DÄNEMARK | ALLES ANDERS ODER DOCH GLEICH

17. Januar 2018
Schwangerschaft in Dänemark

 

Meine Schwangerschaft in Dänemark
– alles anders oder doch gleich?

 

Schwanger in Dänemark – eine Herausforderung!   Ich lebe jetzt seit über einem Jahr im wunderschönen Dänemark. Da ich die Sonne und das warme Klima liebe, hätte ich nie gedacht, dass es mich einmal hierher verschlägt. Es gibt jedoch ein paar Dinge die mir wichtiger sind, als ein schönes warmes Klima und dazu gehören die Liebe und eine funktionierende Beziehung. Ich bin also der Liebe wegen ausgewandert und dann auch irgendwie der Liebe wegen schwanger geworden. 😊 Mein Mr. Z (wie ich meinen Partner liebevoll in meinem Blog nenne) und ich erwarten bereits Anfang Dezember unser erstes Kind. „Spændende”, wie die Dänen dazu sagen würden.

Das erste Kind und dann noch im Ausland…

Mir wurde schon nach den ersten Monaten schnell klar, dass dieses Land perfekt ist, um Kinder zu bekommen. Dänemark hat ein starkes soziales Netz, ist extrem kinderfreundlich und soll auch bei der Erziehung, der Bildung und der Kinderkleidung Vorreiter sein. Der entspannte und respektvolle Umgang, schon mit den Kleinsten, hat mich sofort fasziniert. Keine Babysprache, die Kinder nehmen sehr früh an den Diskussionen rund um die Familie teil, werden sehr selbstständig erzogen und das Familienleben wird groß geschrieben. „Hygge“ sein, nennen das die Dänen und meinen damit vor allem Zeit mit der Familie verbringen. Statt Überstunden und Wochenendarbeit gibt es gemütliche Abende vor dem Kamin mit Freunden und der Familie. Ich brauche nicht erwähnen, dass die Dänen zu den glücklichsten Menschen der Welt gehören, immer wieder sogar ganz oben auf der Liste des „World Happiness Report“ standen (Quelle: http://worldhappiness.report/ed/2017/)! Dennoch, vielleicht hatte ich es unterschätzt, was es heißt, ein Baby im Ausland zu bekommen und wir reden hier von Europa. Oder ich hatte es unterschätzt, wie typisch deutsch ich eigentlich schon bin.

Deutschland – Dänemark:
Die Unterschiede während der Schwangerschaft…

Wie die Untersuchungen und Abläufe während der Schwangerschaft in Deutschland aussehen, weiß ich natürlich nur aus Erzählungen, es ist wie gesagt mein erstes Kind. Ein paar Erfahrungen konnte ich auch sammeln, als meine Schwester schwanger war. Ohne also wirklich zu wissen, welche Schritte der Reihe nach zu meistern sind habe ich schnell gemerkt, dass es hier in Dänemark anders läuft. Nachdem ich den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hielt wollte ich natürlich auch wissen, ob es dem kleinen Wurm in meinem Bauch gut geht und tatsächlich eine intakte Schwangerschaft vorliegt. Doch schon bei der Suche nach einem Gynäkologen bekam ich den ersten Korb. In Dänemark geht man zum Hausarzt, wenn man ein Baby erwartet. Dieser machte mir jedoch schnell klar, dass erst im dritten Monat die erste Untersuchung ansteht. Der erste Ultraschall nach der 12. Woche im Krankenhaus, nicht beim Frauenarzt. Die Zeit war unendlich lang bis zum Ultraschall. Nicht schlecht habe ich dann geschaut als es dort hieß: „Es ist alles in Ordnung, wir sehen uns im 6. Monat zur Feindiagnostik wieder.“ Dazwischen passiert nichts?! Man kann theoretisch jederzeit zum Hausarzt gehen aber ohne Beschwerden macht das wenig Sinn. Mit einem warmen Lächeln schickt dich der Hausarzt wieder nach Hause, wonach soll er schon schauen, wenn sich die Mama wohl fühlt. Am Anfang hatte ich ein riesen Problem mit dieser Vorgehensweise, kann man das denn wirklich alles einfach so laufen lassen? Schauen die in Deutschland nicht ständig nach, ob alles stimmt? Auch die Feindiagnostik lief dann wie geplant im Krankenhaus ab, alles wurde vermessen und das Geschlecht bestimmt. Die ersten Parallelen zu Deutschland. Als ich diesmal den Raum verließ und mich von der Schwester verabschiedete sagte diese: „Das sieht alles sehr gut aus, wir sehen uns also zur Geburt.“ Diesmal konnte ich schon darüber lachen und ich wurde entspannter.

Ab dem 6. Monat konnte ich meine kleine Zumba-Maus spüren und wusste so, dass es ihr gut geht. Warum sollte ich also ständig zum Ultraschall rennen und was sollte mir das für eine Sicherheit geben? Wenn irgendetwas mit meinem Baby ist, erfahre ich es durch den Ultraschall zwar eher, aber ändern oder aufhalten kann ich es dadurch nicht. Ich hätte theoretisch gegen Bezahlung mehr Untersuchungen machen lassen können, aber plötzlich schwappte die dänische Entspanntheit auf mich über. Es ging mir körperlich hervorragend und bei so viel Bewegung und Leben in meinem Bauch, konnte es der kleinen Lady nicht schlecht gehen. Also habe ich mein Baby seit dem 6. Monat nicht mehr gesehen. Das steigert die Vorfreude und Spannung auf die Geburt natürlich extrem. In Dänemark gibt es übrigens auch keine Mutterpässe oder ähnliches. Es gibt ein paar Unterlagen in einem gelben Brief. Dieser Brief dient immer als Informationsaustausch zwischen Krankenhaus, Hausarzt und Hebamme.

Die Parallelen…

Natürlich gibt es auch Parallelen zu Deutschland. Wie schon beschrieben stehen nach drei und sechs Monaten die großen Untersuchungen an. Außerdem wird einem zu Folsäure und Eisen geraten und wenn man Fragen hat, kann man diese jederzeit beim Hausarzt loswerden. Natürlich gibt es auch Hebammen, diese bekommt man jedoch zugeteilt. Es gibt also keine Kennenlerngespräche und ewige Sucherei. Die Termine bei der Hebamme häufen sich dann gegen Ende der Schwangerschaft zumindest etwas. Mittlerweile, im 10. Monat, darf ich alle zwei Wochen kommen und es wird zumindest abgetastet, mein Urin getestet und nach dem Herzschlag des Babys geschaut. Ein CTG oder ähnliches konnte ich noch nicht erspähen. Vielleicht rückt die Hebamme damit raus, wenn ich überfällig bin.

Es gibt auch Geburtsvorbereitungskurse und die meisten Kinder kommen auch hier in den Krankenhäusern zur Welt. Also ist nicht alles anders, aber doch vieles. Die meisten Dinge konnte ich mir gut annehmen. Wie ich bereits zu Beginn des Textes geschrieben habe, sollte ich bis zum 3. Monat warten, um das kleine Wunder das erste Mal zu sehen. Ich habe es NICHT ausgehalten. Nach der 8. Woche bin ich mit Mr. Z nach Rostock zu einer Frauenärztin gedüst, ich wollte einfach wissen, dass alles an der richtigen Stelle ist und wächst und gedeiht. Danach wurde ich mit jedem Monat entspannter, habe weder extra Bluttests noch weitere Ultraschalluntersuchungen gemacht. Einmal habe ich (mein deutsches ich) also gesündigt!

Die Geburt…

Darauf bin ich natürlich besonders gespannt. An sich ist dieses Highlight ja schon aufregend genug! Dazu kommt dann noch, dass im Kreissaal alle Dänisch oder Englisch mit mir sprechen werden. Ich habe keinen Vorbereitungskurs gemacht, mal schauen ob mir diese Tatsache das Genick bricht. Natürlich möchte ich euch dann auch von den Abläufen bei der Geburt, im Krankenhaus und den ersten Wochen danach berichten. Wer kümmert sich danach um mich, wenn meine Hebamme nur bis zur Geburt für mich zuständig ist? Wird man wirklich schon nach 2 Tagen nach Hause geschickt? Macht die Untersuchungen an meinem Kind hier auch der Hausarzt? Ihr sehr schon, alles schreit nach einem 2. Teil. Ich werde Euch davon berichten, wie es weiterging. Ab jetzt kann die Kleine jederzeit kommen – spændende!

DIE AUTORIN

Kristina ist der Liebe wegen nach Dänemark gegangen. Ein großer Schritt, den sie nicht bereut hat. Im Dezember hat Kristina nun ihr erstes Kind zur Welt gebracht. In Dänemark. Wie sie die Schwangerschaft und die Schwangerschaftsvorsorge in Dänemark erlebt hat, das erzählt sie uns heute.

Kristina schreibt auf ihrem Blog „Kristina vom Dorf“ über alles, was sie bewegt.

Hier könnt ihr auch über ihre Geburt in Dänemark nachlesen.

Schwanger in Dänemark

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4 Kommentare

  • Antworten Anni 17. Januar 2018 at 18:00

    Liebe Janina,
    Ich finde Deinen Blog einfach wunderbar. Sobald Du in deinen Stories einen neuen Artikel ankündigst, bin ich voller Vorfreude.
    Vielen Dank.
    Lg Anni

    • Antworten Janina 17. Januar 2018 at 18:08

      Liebe Anni,

      das freut mich echt riesig und bedeutet mir sehr viel!
      Danke schön. <3

      Hab einen schönen Abend,
      Janina

  • Antworten Bianca 18. Januar 2018 at 8:16

    Ein toller Beitrag. Ich finde es toll, dass du die dänische Gelassenheit so schnell angenommen hast. In Deutschland gibt es so viele Untersuchungen, die aber auch ganz schön verunsichern können. Da geht irgendwie das eigene Körpergefühl verloren…
    Ich wünsche dir alles Gute für die Geburt.
    Viele Grüße Bianca

    http://ladyandmum.blogspot.de

  • Antworten Kristina Dinges 18. Januar 2018 at 15:11

    Was für ein interessanter Bericht. Ich hätte gedacht das Dänemark mehr Paralellen zu Deutschland hat. Aber schön das bis auf die eine kleine Sünde du dir die Gelassenheit angeeignet hast. Ich hoffe du hattest eine angenehme Geburt.

    Liebe Grüße Kristina von KDSecret

    PS: Momentan gibt es bei mir ein kleines Gewinnspiel

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