Kolumne

WER BIN ICH | 1000 FRAGEN AN MICH SELBST | SELBSTFÜRSORGE UND EIN EXPERIMENT #13 & #14

15. April 2018
Oh Wunderbar

 

|| WER BIN ICH ||
1000 FRAGEN AN MICH SELBST, SELBSTFÜRSORGE UND EIN EXPERIMENT #13 & #14

 

Bist du nach etwas süchtig? 

Süßkram. Klarer Fall. Ich bin so eine Naschkatze. Ja, Süßkram ist mein Laster. Manche rauchen, ich nasche gern. Ich hab mir deshalb überlegt, mich bald mal an vier Wochen zuckerfrei zu versuchen. Mal schauen, ob ich das durchhalte.

 

 

Wessen Tod hat dich am meisten berührt? 

 

Der Tod meines Opas. Ich habe euch ja schon oft davon erzählt, aber er fehlt mir einfach unheimlich. Selbst jetzt noch, obwohl er schon so so viele Jahre nicht mehr bei mir ist. Er fehlt einfach.

 

Wie würde der Titel deiner Autobiografie lauten?

Der Weg ist das Ziel.

 

In welchem Maße entsprichst du bereits der Person, die du sein möchtest? 

Ich glaube, dass man sich entwickelt. Das Leben ist Entwicklung und „zu werden“ ist ein lebenslanger Prozess. Ich glaube aber auch, dass wir uns ein Leben lang weiter entwickeln. Stillstand ist ja irgendwie auch etwas nicht so tolles. Noch vor fünf Jahren war ich ein ganz anderer Mensch. Und vor zehn Jahr wieder ein ganz anderer. Ich habe aber nicht darüber nachgedacht, also nicht bewusst, dass ich bin wie ich bin und dass ich gern anders wäre. Ich habe mich entwickelt. Eher still und leise und stetig. Ich würde jetzt sagen, dass ich das erste Mal so wirklich zufrieden bin. Glücklich. Aber wer weiß, wo der Weg noch hinführt. Das kann ich nicht wissen. Das kommt einfach.

Wann muss man eine Beziehung beenden?

In dem Moment, wo man dauerhaft nicht mehr glücklich ist und weiß, dass sich dies auch mit Hilfe nicht mehr ändern wird. Generell glaube ich aber auch, dass Beziehungen heute viel zu früh und leichtfertig beendet werden. Man geht ungern Kompromisse ein. Möchte sich nicht mehr einlassen. Orientiert sich schnell um. Alles und jeder ist zu jeder Zeit austauschbar. Ja, das beobachte ich immer wieder und das ist schade.

 

Wie wichtig ist dir deine Arbeit? 

Ich arbeite sehr gern und bin froh und dankbar, einen so kreativen Beruf zu haben. Ich liebe meinen Job. Ich hab Spaß daran. Ich liebe das schreiben und ich erfreue mich an meinem niemals langweilig werdenden Arbeitsalltag. Ich glaube, das ist wirklich großes Glück.

 

Was würdest du gern gut beherrschen? 

Ich wäre gern ein Mathe-Pro mit einem richtig gutem Verständnis für Zahlen. Das wäre eine Wucht.

 

Glaubst du, dass Geld glücklich macht? 

Geld macht vermutlich nicht glücklich, aber es nimmt den Druck raus. Also macht Geld an sich nicht glücklich, aber es erleichtert das Leben und schenkt den Raum, Dinge zu tun, die glücklich machen. Also jein.

 

Würdest du dich heute wieder für deinen Partner entscheiden? 

Ja, das würde ich. Auch hier wird nur mit Wasser gemocht. Auch hier wird diskutiert und gestritten, das gehört dazu. Aber im Großen und Ganzen bin ich so froh, dass ich damals diesen tollen Mann kennengelernt habe. Eine so liebe Seele mit einem großen Herz. Ja, ich würde mich immer wieder für ihn entscheiden.

 

 In welcher Sportart bist du deiner Meinung nach gut? 

Leider in keiner. Ich hab mich viel ausprobiert. Judo, Volleyball, Handball, rhythmische Sportgymnastik – nichts hat mich auf Dauer gefesselt. Am laufen hab ich Freude. Aber das geht momentan leider noch immer nicht und es fehlt mir sehr.

 

Heuchelst du häufig Interesse? 

Nein. Wenn mich etwas nicht interessiert, dann interessiert es mich nicht. Menschen gegenüber bin ich stets freundlich und ich höre mir Dinge an. Ich finde es schön, wenn jemand für eine Sache brennt. Aber ich heuchle dann trotzdem kein Interesse vor. Und ich glaube auch, das würde eh nicht gut gehen.

 

Kannst du gut Geschichten erzählen? 

Ich bin keine gute Geschichtenerzählerin. Aber ich kann gut vorlesen.

 

Wem gönnst du nur das Allerbeste? 

Ich gönne jedem Menschen ein gutes, erfüllendes Leben – geprägt von Gesundheit und Liebe. Natürlich wünscht man sich manchmal den Karmabus herbei. Klar. Aber so grundsätzlich wünsche ich wirklich jedem das Beste. Ich glaube auch einfach, dass hinter jedem Menschen der nicht sonderlich nett ist, etwas Gutes steht. Dass diese Menschen einfach mit sich hadern, weil sie vielleicht schlimmes erlebt haben oder aber selbst total unglücklich sind.

 

Was hast du zu deinem eigenen Bedauern verpasst?

Jetzt habe ich wirklich lange überlegt. Ich habe eigentlich nichts verpasst. Als Teenie war ich immer unglücklich, dass meine Eltern so streng waren. Alle waren unterwegs, in Clubs oder wo auch immer – ich nicht. Ich dufte nicht. Damals war ich einfach unfassbar sauer, weil ich dachte, ich würde so viel verpassen. Heute bin ich dankbar. Ehrlich. Auch ich hatte (trotzdem) meine paar wilden Partynächte und hab Dinge erlebt, die man so erlebt – so jung und unerfahren wie man ist. Heute kann ich (über das meiste) laut lachen. Aber verpasst hab ich nichts. Auch danach nicht. Ich bin zwar sehr jung Mama geworden. Aber mir hat nichts gefehlt.

 

Kannst du dich gut ablenken?

Ich lenke mich gern ab. Wenn es aber darum geht, mich von Sorgen abzulenken, dann funktioniert das nur mäßig gut. Ja, eigentlich klappt das gar nicht. Dann liege ich in der Nacht oft wach und zerbreche mir den Kopf. In diesen Situationen versuche ich, da bewusst gegen zu steuern – an etwas Gutes zu denken, oder an etwas schönes. Aber das klappt dann häufig auch nicht.

 

In welcher Kleidung fühlst du dich am wohlsten? 

Ich liebe Kleider. Und ich fühle mich in Kleidern auch noch immer am wohlsten (und schönsten).

 

Wovon hast du geglaubt, dass es dir nie passieren würde? 

Ehrlich – mir ist in meinem Leben so viel passiert, von dem ich nicht gedacht hätte, dass mir sowas passieren könnte. Also nicht einmal im entferntesten. Ich denke da an meine Beziehung, die leider so vollkommen kaputt war. Ich frage mich heute noch manchmal, wie es soweit kommen konnte. Und wisst ihr, da sind noch so ein paar Dinge,  mit denen ich nie gerechnet hätte. Das Leben ist unvorhersehbar. Man wird hineingeboren. Vieles ist gegeben, anderes hat mit in der eigenen Hand. Man kann sein Leben schon sehr selbstbestimmt führen. Aber manchmal, manchmal eben auch nicht. Da widerfahren einem Dinge, die man nie für möglich gehalten hat.

 

Würdest du gern zum anderen Geschlecht gehören? 

Ich bin gerne Frau. Allerdings wäre es sicherlich spannend, mal für 24 Stunden in der Haut eines Mannes zustecken. Oder? Einfach so, um mal so zu denken wie ein Mann.

 

Wer nervt dich gelegentlich? 

Hand aufs Herz: Henry, haha. Und ich ihn.

 

Über welche Themen unterhälst du dich am liebsten?

Über alles. Ich genieße gute Gespräche so sehr. Egal welcher Natur. Gute Gespräche mit spannenden und lieben Menschen kann man nie genug haben.

 

 Kannst du leicht Fehler eingestehen? 

Definitiv nein. Das war schon immer eine Schwäche von mir, an der ich seit einiger Zeit bewusst arbeite. Ich kann es jetzt schon viel besser. Ich überdenke Dinge und vor allem, das habe ich mir angewöhnt, ich entschuldige mich, wenn ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe. Ich habe dazu mal ein Buch gelesen, dass sehr lehr- und hilfreich war.

 

Was möchtest du nie mehr tun? 

Einen Job, der mir absolut und ganz und gar keine Freude macht. Mein Ausbildungsberuf hat mich damals so angeödet. Ich war wirklich die ganze Woche nur auf den Freitag auf und am Samstag hatte ich schon Angst vor dem Montag. Es hat mich nicht gefordert, es war langweilig und vor allem gab es selten etwas zu tun. Acht Stunden konnten da ziemlich lang werden.

Und dann werde ich mich mich nie wieder klein machen. Das sollten wir alle nicht tun.

 

 Wie ist dein Gemütszustand üblicherweise?

Froh. Ich glaube, mein allgemeiner Gemütszustand ist „froh“. Klar gibt es gute und schlechte Tage. Klar ist man mal glücklich und mal nicht. Aber so ganz grundsätzlich bin ich froh.

 

Sagst du immer die Wahrheit?

Nein.

 

Was bedeutet Musik für dich?

Ein Leben ohne Musik kann ich mir nicht vorstellen. Ich liebe Musik. Ich höre sie jeden Tag. Viele Songs verknüpfe ich mit Erlebtem – z. B. zu Kurt Nilsen – she’s so high wurde Anni geboren. Just in der Minute als das Lied lief, hab ich sie geboren und hochgenommen. Danach lief Bon Jovi.

 

Hast du schon einmal einen Weinkrampf vorgetäuscht?

Auch hier: Nein. Ich bin leider recht nah am Wasser gebaut.

Arbeitest du gern im Team oder lieber allein?

Beides. Ich mag gute Teamarbeit. Ich finde, davon profitiert man nur. Es gibt neuen Input, inspirierte und motiviert. Aber auch allein kann ich sehr gut arbeiten. Im Studium war nahezu alles Teamarbeit und das war toll. Manchmal war es das auch nicht, weil es immer jemanden gibt, der sich lieber zurück lehnt. Aber so grundsätzlich find ich Teamarbeit super.

 

Welchen Fehler verzeihst du dir immer noch nicht?

 

Es gibt etwas, das ich mir bis heute nicht verzeihe. Woran ich bis heute knabbere und obwohl ich viele Gespräche geführt habe und eigentlich weiß, dass ich mir nichts vorzuwerfen habe, so kann ich es leider nicht annehmen und mache mir bis heute Vorwürfe.

 

 Welche Verliebtheit, die du empfindest, verstehst du selbst nicht?

Die Frage musste ich zweimal lesen. Meine Antwort darauf: Keine.

 

Denkst du intensiv genug über das Leben nach?

Oh ja. Ich denke generell gern und (viel zu) viel nach.

 

Fühlst du dich manchen Leuten gegenüber sehr unsicher?

Definitiv. Oft ist es so, dass ich Menschen gegenüber unsicher bin, vor denen ich den größten Respekt habe oder die ich für eine gewisse Leistung oder ihr Wissen bewundere.

 

Bist du autoritätsgläubig?

Hmmm, ich glaube, es kommt drauf an. Tendenziell eher nein, denn ich hinterfrage für mich.

 

Bist du gern allein?

Doch, ja. Ich kann es gut mit mir aushalten. Aber auch das musste ich erst lernen. Leider habe ich oft das Gefühl, dass viele Frauen nicht „allein sein können“ und deshalb in Beziehungen ausharren, die ihnen nicht gut tun. Aber allein sein kann so wunderschön sein. Nur mit sich selbst. Das ist herrlich.

 

Welche eigenen Interessen hast du durchgesetzt?

Innerhalb unserer eigenen kleinen Familie stimmen wir uns immer ab. Es wird wirklich alles besprochen. Alleingänge gibt es nicht und das finde ich sehr schön und auch wichtig.

 

Welchen guten Zweck förderst du?

Ich versuche mich viel einzusetzen. Ich spende seit so vielen Jahren. Ich bin ehrenamtlich tätig.Und ich versuche mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Ich finde es wichtig, zu teilen. Wir haben so viel, uns geht es gut, da schmerzt es nicht, wenn man teilt oder sich für eine Sache einsetzt. Auch versuche ich seit längerer Zeit Dinge einzusparen und achtsamer zu leben. Weniger Müll, wenn mir möglich, weniger Strom, weniger Wasser, sowas. Klappt natürlich nur in einem gewissen Rahmen. Aber da, wo es mir möglich ist, ohne, dass es in einem „sich geißeln“ endet, mache ich das,

 

Wie sieht dein Traumhaus aus?

Bis vor kurzem dachte ich immer, es wäre ein Häuschen auf dem Land mit einem großen Garten. Aktuell bin ich mir da einfach nicht mehr sicher. Mein Traumhaus müsste aber in jedem Fall in der Nähe vom Wasser sein. Ich liebe das Wasser. Gern aber auch irgendwie stadtnah. Ich möchte die Möglichkeit haben, mich in den Trubel zu stürzen, wenn ich das möchte. Ach, das ist schwierig. Oder es ist so ein toskanisches Häuschen auf einem Hügel in der Natur.

 

Machst du leicht Versprechungen?

Nein.

 

Wie weit gehst du für Geld?

In jedem Fall habe ich meine Grenzen. Ich glaube, Geld ist nicht alles und seinen Prinzipien sollte man immer treu bleiben. Natürlich ist Geld zu einem gewissen Grad atrraktiv. Weil es bedeutet, dass man weniger existenzielle Sorgen hat. Aber ja, seinen Prinzipien sollte man treu bleiben.

 

 Bist du häufig eigensinnig, auch wenn es zu deinem Nachteil ist?

Ich habe Henry gefragt. Er sagt, ja – ich bin manchmal eigensinnig. 🙂

 

 

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1 Kommentar

  • Antworten julie 15. April 2018 at 19:51

    sehr schön und interessant, diese reihe. das mit dem traumhaus könnte ich geantwortet haben. wir haben momentan 2 wohnsitze, stadt und land. klappt aber auch nur wegen einer verkettung glücklicher zufälle. mal sehen, was die zeit bringt. jetzt noch was am meer, und dann hätte man alles beste kombiniert 🙂

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