Kolumne

OH LIFE // DIE SACHE MIT DEM LIEBEN

1. Januar 2017

Die Sache mit dem Lieben,
Lieben beutetet nicht gleich, auch geliebt zu werden!

Ich habe mich getrennt… oder gelöst. Das trifft es wohl noch besser. Verabschiedet habe ich mich, die Hoffnung ziehen lassen. Ich bin fast Mitte 30 und ich habe Jahrzehnte damit verbracht, zu hoffen, zu bangen und zu ertragen. Die Enttäuschung zu ertragen, die es immer wieder mit sich brachte, wenn ich mich einließ. Wenn ich mein Herz wieder öffnete, wieder eine Chance gab. Eine nach der Anderen. Mein vernarbtes, gepeinigtes Herz. Es fiel ihm mit den Jahren immer schwerer, zu hoffen und zu glauben. Daran festzuhalten, dass doch irgendwann alles gut ist, doch geliebt zu werden. Bedingungslos.

Wisst ihr, Familie, so wird uns suggeriert, muss immer funktionieren. Niemand spricht darüber, dass es innerhalb der Familie vielleicht nicht rund läuft. Dass nicht immer alles harmonisch ist. Dass es vielleicht echte, unüberbrückbare Diskrepanzen gibt. Dass da Kummer ist, Streit, fehlende Liebe oder gar fehlende Achtung. Es ist doch so, man möchte von seinen nächsten Angehörigen, den engsten Angehörigen geliebt und angenommen werden. Das ist wichtig, das ist das, nach dem wir streben.

Ich habe danach gestrebt. Und ich habe gehofft. Meine ganze Kindheit habe ich darauf gehofft. Meine Jugend. Als junge Erwachsene, als Frau, später als Mutter. Aber es trat nicht ein. Mein sehnlichster Wunsch sollte sich nie erfüllen. Meine Gefühlswelt war deshalb lange eine Achterbahnfahrt. Ich wollte geliebt werden, auf Teufel komm raus. Ich wollte diese eine Umarmung, warm und mütterlich. Erlösend. Für ein aufrichtiges „Ich hab dich lieb, ich bin stolz auf dich, du bist toll!“ hätte ich wohl alles getan. Ich habe gewartet, mich an jeden Strohhalm geklammert. Ich habe erduldet, ertragen, ich habe gelitten. Ich habe versucht, viel zu geben, immer in der Hoffnung, endlich die Liebe und Anerkennung zu erhalten, die ich so dringend brauchte und wollte. Als Kind liebst du bedingungslos, du liebst die Hand, die dich nährt.

Mir fehlte immer etwas und doch konnte ich nie so richtig greifen, was genau es war. Weil ich es nicht anders kannte. Später erst sah ich, was es war. Dass es alles anders war, bei uns, bei mir. Das tat weh. Aber ich hoffte weiter auf diese Liebe. Später war es anders. Es veränderte sich etwas. Es war ein anziehen und abstoßen. Blocke ab, um dich zu schützen. Um nicht noch mehr Enttäuschung zu erfahren. Und doch erfuhr ich sie immer wieder, ließ mich immer wieder ein, gab eine um die andere Chance. War verletzt, gekränkt, bitter traurig und ließ wieder zu. War verletzt, gekränkt, bitter traurig und ließ abermals zu. Ein Kreislauf des Schmerzes, der Enttäuschung, der Wut. Irgendwann, ich war schon Mutter, begriff ich. Lass los, lass ab von diesem Wunsch nach Liebe und Nähe und du wirst dein eigenes Seelenheil finden.

Es hat mich über dreißig Jahre meines Lebens gebraucht, viele Gesprächsstunden, sehr sehr viele Gesprächsstunden in diesem hellen und freundlichen Zimmer, um eines zu begreifen: Lass los und du kannst glücklich sein. Ich habe aufgearbeitet und begriffen, dass alles einen Ursprung hat – all das, was sich auch in den Jahren meiner Jugend und des jungen Erwachsenenalters abgespielt hat. Alles ist miteinander verwoben, alles geht Hand in Hand und alles hat einen Ursprung, diese eine Wurzel. Meine Wurzel. Eine Wurzel, die, seit ich denken kann, vergiftet ist. So morsch und klamm.

In habe schon lange los gelassen, und doch war da immer noch dieser Funken Hoffnung in meinem vernarbten Herzen. Dieser Lichtschein, dieses „ich muss mich nur gut genug anstrengen, dann erfährst du die Liebe, die du dir wünschst und die du brauchst“.

In diesem Jahr habe ich diesen letzten Funken Hoffnung ziehen lassen. Während ich auf das Meer blickte. Es war still, als würde ich an einem riesigen See und nicht am Meer sitzen. Es war, als wäre die Welt angehalten, eingefroren. Und während ich da saß, in diesem Liegestuhl mit Blick auf das türkisfarbene und friedliche Meer, verspürte auch ich Frieden. Frieden in meinem Herzen. Ein warmes Gefühl des Loslassens. Ich konnte mich trennen und ich bin fein damit. Es ist ok so. Ich bin nicht mehr wütend, und ich bin auch nicht mehr verletzt. Ich bin nicht mehr traurig. Ich kann es nicht ändern, nur annehmen. Ich glaube daran, dass es für vieles einen Grund gibt. Und ich glaube, dass ich im tiefsten Herzen doch geliebt wurde. Nicht so, wie es normalerweise sein sollte, aber das da im tiefen Inneren Liebe ist. Für mich. Ich glaube fest, dass dieser Mensch, der mir doch eigentlich so nahe stehen müsste, es selbst einfach nicht zeigen konnte. Selbst in dieser düsteren und bleiernen Spirale feststeckte. Und auch das wird seine Wurzeln haben, dem bin ich mir sicher. Ich weiß es. Mein Herz weist noch immer diese Narben auf, sie sind da und sie sind Zeuge. Aber sie schmerzen nicht mehr. Ich fühle Erlösung, fühle mich gesegnet, bin dankbar und glücklich. Ja, rundum glücklich. Zufrieden.

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32 Kommentare

  • Antworten Joana Brudy 1. Januar 2017 at 19:03

    Danke für deine persönlichen Worte. Ein toller Beitrag!💗

  • Antworten Jasmin 1. Januar 2017 at 19:05

    Oh Janina, ich kann (leider) sehr gut nachempfinden wie du dich fühlst – gefühlt hast – und hoffe, irgendwann an den selben Punkt zu kommen wie du. Loslassen zu können. Danke für diesen aufrichtigen Beitrag.

  • Antworten Irina 1. Januar 2017 at 19:09

    Sehr ehrlich und aufrichtig geschrieben. Danke für deine Worte. Du hörst dich an, als wärst Du bei Dir angekommen. Das ist schön. ❤

  • Antworten Sarah 1. Januar 2017 at 19:28

    Dein Text hat mich sehr bewegt. Mir geht es auch so, er hätte von mir stammen können. Ich bin jetzt 22. Meine Mutter hat mich nicht einmal im Leben umarmt. Immer, wenn es mein Vater tun wollte, hat sie ihn davon abgehalten. Er wäre andauernd krank und würde uns Kinder anstecken, sagte sie dann. Ich habe es erst geglaubt. Die Hand, die einen nährt…
    Während andere, Freundinnen in meinem Alter, mit ihrer Mutter zusammen Dinge unternommen haben wie gemeinsam einen Kinoabend oder mal zum Frühstücken raus, saß ich oft verzweifelt alleine in meinem Kinderzimmer. Fragte ich meine Mutter, ob wir nicht auch einmal zu zweit raus gehen wollen oder schlug vor, für uns zu kochen und einen schönen Abend zu Hause zu verbringen, begegnete sie mir mit Abweisung. Ob ich denn keine eigenen Freunde hätte, fragte sie mich. Sie hat keine Zeit. Niemals hatte sie die. An meinem 18. Geburtstag war sie im Urlaub. Danach schlug ich vor, gemeinsam essen zu gehen. Ich würde auch bezahlen. Wir hatten noch drei Wochen Sommerferien. Sie hatte trotz Teilzeitjob keinen einigen Tag zu irgendeiner Tageszeit für mich Zeit. Sie müsse sich um den Haushalt kümmern und wenn mir mir langweilig ist, könne sie da nichts für.
    Geld war auch immer so ein Thema. Ich bekam kein Taschengeld von ihr. Zu Weihnachten häuften sich schon mal 200€ an, ich wünschte mir von allen Verwandten Geld. Schließlich hatte ich ja sonst keins. Im Teenageralter…. Davon kaufte ich mir dann eine neue Hose oder eine neue Tasche, denn meine Mutter hätte es nie für mich getan. Schließlich würde ich ja noch Klamotten besitzen, die mir passen. Während sie sich monatlich 600€ Kindesunterhalt und 180€ Kindergeld einsteckte, meine Freunde sich über Geschenke zu Weihnachten und Geburtstag freuten, hin und wieder neue, schöne und trendige Klamotten bekamen, musste ich für die neue Winterjacke erst auf Weihnachten warten. Alles endete damit, dass ich mit 18 ausgezogen bin. Sie schlug das vor, ich würde mit meinem Kochen auch immer die Küche blockieren, das wäre für uns beide besser so. Mein Vater überwies mir fortan den Unterhalt. Meine Mutter verlangte von mir, den Schlüssel für Ihre Wohnung an die abzugeben, erst dann würde ich die 180€ Kindergeld von ihr bekommen. Das war für mich der Bruch. Ich habe sie nie wieder besucht, ich war auch nicht erwünscht, so scheint es mir. Seitdem habe ich es aufgegeben, ähnlich wie du. Ich frage nicht mehr, wie es ihr geht oder ob wir was unternehmen wollen, Zeit miteinander verbringen wollen. Ich wollte nicht mehr enttäuscht werden. Ich habe es nicht mehr ausgehalten. Ich will ein Leben ohne sie führen, weil sie mir weh tut. Weil ich immer ein Kind war, welches sich anderen Eltern gewünscht hätten. Abi 1,2 Schnitt, Stipendium und Studium. Anerkennung oder Lob gab es nie. Keine jugendlichen Alkoholeskapaden oder sonst was. Hat sie nicht interessiert… sie wusste, ich mache das schon alleine. Vielleicht kommt die Genugtuung, wenn ich mein eigenes erfolgreiches und glückliches Leben führe, einem Beruf habe und auf eigenen Beinen stehe. Vielleicht kann ich dann komplett mit ihr abschließen.

    • Antworten Carolin 1. Januar 2017 at 19:55

      Tränen laufen mir über die Wangen. Ich drücke dich gedanklich ganz fest ❤️

      • Antworten Lili 1. Januar 2017 at 20:24

        Oh Liebes, das tut mir so leid für dich, fühle dich ganz doll gedrückt,
        Ich wünsche dir alles gute auf deinen Lebensweg, sei stark und lass dir von niemanden einreden das du nicht gut genug bist.
        Ich hoffe das du es irgendwann mal wenn es soweit ist, ganz anders mit deinen Kindern machst.

        • Antworten Sarah 1. Januar 2017 at 20:46

          Danke, das macht mir Mut <3

    • Antworten Lea 2. Januar 2017 at 15:27

      Oh mein Gott, ich muss weinen. Das ist furchtbar. Das tut mir sehr leid.
      Du wirst bestimmt irgendwann eine ganz tolle Mami und wirst deine Kinder über alles lieben und alles besser machen.

  • Antworten Lisa Ahl 1. Januar 2017 at 19:31

    Ich kämpfe noch. Vermutlich lösen deine Worte deswegen meine vielen Tränen gerade aus.
    Ich glaube es gibt nichts beruhigenderes als endlich Zufrieden zu sein. ❤️❤️

  • Antworten Joana 1. Januar 2017 at 19:39

    Ich fühle es so sehr. Aber ich kann sie nicht ändern, nur mich.
    Alles Liebe!

  • Antworten Dyana 1. Januar 2017 at 19:44

    Sarah,wie herzzerreissend. Dein Bewusstsein über das was dir fehlte oder fehlt,macht dich bestimmt zu eienm ganz warmen und liebenden Menschen und irgendwann wirdt du den Punkt erreichen,andem alles gut wird
    Janina,der Text ist Wahnsinn.Warum sind Menschen so?Du gibst so viel Liebe,zumindest spiegelt dein Instagramprofil das.Deine Mädchen können sich glücklich schätzen…

  • Antworten Anna 1. Januar 2017 at 19:53

    Ich finde es schön, dass du so offen damit umgehst. Ich denke, bei mir war es wohl nicht so schlimm wie bei dir, aber auch ich kann das leider etwas nachempfinden. Ich habe von meinen Eltern auch oft nicht so viel Liebe erfahren, wie ich gebraucht hätte. Jetzt bin ich seit fast anderthalb Jahren ausgezogen, 2 1/2 Autostunden weg von zuhause und es ist so viel besser geworden. Durch deinen Beitrag weiß ich das noch viel mehr zu schätzen!

  • Antworten Janina 1. Januar 2017 at 20:12

    Ich möchte dich jetzt gerne umarmen!!!
    Deine Geschichte tut weh und es ist gut, dass du sie erzählst. Auch wenn ich dich nicht kenne, bin ich stolz auf dich wie du dein Leben gemeistert hast. Keiner verdient so eine Kindheit und so eine Mutter!

    • Antworten Sarah 1. Januar 2017 at 20:44

      Danke für die lieben Antworten auf meinen Kommentar! <3 Ich drücke Euch. 🙂
      Normalerweise hätte ich die ganze Geschichte nie hier ausgepackt, aber dein Beitrag, Janina, hat mir so aus der Seele gesprochen… ich kann das nur nachempfinden. Finde es ganz mutig von Dir, dass Du das auf Deinem Blog thematisierst. Man hört oft von Fällen, wo Kinder vergwaltigt oder geschlagen werden, aber kaum einer spricht über die Kinder, die kalt und lieblos leben müssen.

      • Antworten Tanja 5. Januar 2017 at 18:21

        Mir fehlen die Worte für das was Du Zuhause erlebt hast, liebe Sarah 😪
        Am liebsten würde ich Dich einfach in den Arm und Dich fest drücken! Ich wünsche Dir für die Zukunft alles Gute und die Liebe die Du verdienst.
        Liebe Grüße Tanja

  • Antworten Lili 1. Januar 2017 at 20:27

    Ein ganz toller Beitrag, Der wahrscheinlich vielen Menschen aus der Seele spricht,
    Ich würde so gerne mehr über deine Geschichte erfahren.

  • Antworten Irene Knapp 1. Januar 2017 at 20:44

    Liebe Sarah,

    das LEBEN ist ein ständiges LERNEN! Immer und immer wieder………viele Leben. Einmal sind wir Liebende dann wieder Mörder. Nur so können wir uns erfahren und wachsen.
    Der SINN des Lebens ist bedingungslos lieben zu lernen. Nicht nur unsere Kinder……..nein ALLES. Das ist ein langer und steinernder Weg dorthin. Vielleicht für dich zur Zeit schwierig zu verstehen. Irgendwann, wenn man ganz tief fällt, weiß man was damit gemeint ist.
    Ich möchte dir für dein Weg was mitgeben. Merke dir eines, die Menschen, die dir am meisten Schmerz zugefügt haben, lieben dich am meisten. Warum? Weil du daraus lernst. Einst, vor Inkarnation, hast du mit diesen Seelen ein Abkommen beschlossen. Du hast dem eingewilligt.
    Durch diese schmerzhafte Erfahrung, nicht geliebt zu werden, musst du lernen, dich selber zu lieben. Das ist der Schlüssel! Wie kann dich jemand lieben, wenn du dich selbst nicht liebst so wie du bist. Wenn du an dir zweifelst? Wenn du der Meinung bist, du bist es nicht Wert geliebt zu werden?
    Aus LIEBE haben dich die Seelen Jahre begleitet und dich nicht in den Arm genommen, dir nie gesagt……..hab dich lieb.

    Deine Mutter liebt dich………..ojaaa und sie war und wird immer wieder deine Mutter sein. Und du ihre Tochter!

    • Antworten Hannah 2. Januar 2017 at 5:10

      Tut mir leid, aber ich finde Deine Sichtweise ziemlich krude !

    • Antworten Julia 2. Januar 2017 at 5:32

      Was bitte ist das für ein furchtbarer Kommentar? Sehr geehrte Frau Knapp, Ihre Weisheiten behalten Sie das nächste Mal bitte für sich damit hier niemandem nicht noch mehr wehgetan wird.

      Liebe Sarah, ich wünsche dir alles erdenklich Liebe auf deinem weiteren Weg. Ich wünsche dir von Herzen dass du irgendwann einem Menschen begegnest der dich bedingungslos liebt. Ich bin zutiefst berührt über deine Worte , mir laufen die Tränen und ich kann mir nur kaum vorstellen wie schwer die Vergangenheit für dich sein musste. Ich bin selbst Mama einer Dreijährigen Tochter und kann mir nicht vorstellen dieses kleine Wesen nicht zu Lieben. Es ist die schönste Liebe die ich jemals erfahren durfte. Ich wünsche dir dass du selbst einmal eine Mama wirst und es um so vieles besser machst. Ich umarme dich ganz fest und wünsche dir alles erdenklich Liebe!

    • Antworten Anne 2. Januar 2017 at 21:24

      Hallo? Ein Kind möchte geliebt werden, das ist das Wichtigste, das es zum Leben braucht. Hier geht es nicht um fehlende Selbstliebe oder „versteckte Liebe“. Ich merke das täglich an meinen 3 Kindern, sie lieben bedingungslos und brauchen WERTSCHÄTZUNG, RESPEKT, EHRLICHES LOB und zufriedene, glückliche Eltern. Du klingst, als würdest du Sarahs Mutter verteidigen wollen?

  • Antworten Hannah 1. Januar 2017 at 20:45

    Top Text!!! Vielenvielen Dank! Hilft mir gerade sehr. ,,,

  • Antworten Kristin 1. Januar 2017 at 21:01

    Oh ja, ich bin noch mittendrin. Konnte ein wenig loslassen und seitdem geht es besser. Habe allerdings noch immer mit meiner Angststörung zu tun- aber nach dem Cut konnte ich wieder besser atmen.

  • Antworten Brina 1. Januar 2017 at 21:47

    Vielen lieben Dank für deinen Text!! Jetzt lasse ich ihn tief in mich sickern und denke darüber nach. Mehr mag mein Herz grad nicht in Worte fassen. Danke

  • Antworten Eva Schwehm 1. Januar 2017 at 21:54

    Janina, du hast mich berührt. Ein wunderbar geschriebener Text, so ehrlich, so klar und so gelöst. Ich wünsche dir, dass die Erlösung bleibt und dass du es besser machst, weil du es definieren kannst, weil du es besser weißt und den Kreislauf unterbrechen kannst und wirst. Man sieht es in deinem Handeln, in deinen Posts und liest es in deinen Worten… du bist eine wundervolle Mutter!

  • Antworten Jenny 2. Januar 2017 at 3:01

    Ich wünsche dir, dass deine Mama deinen Beitrag liest und begreift… es ist nie zu spät, Liebe zu zeigen und zu geben… auch wenn sie es jahrzehntelang nicht konnte oder besser wusste… Umso glücklicher kannst du dich schätzen, einen so tollen Stiefpapa zu haben, der immer für euch Mädels da ist, wie du schon oft geschrieben hast.
    Alles erdenklich Gute & Liebe für dich, liebe Janina. Du bist ein wahrer Herzmensch. Und du hast mit deinem Mann und deinen süßen Kindern ganz tolle Menschen an deiner Seite, die dich bedingungslos lieben und immer für dich da sein werden. Und das ist das Schönste, was einem Mensch im Leben passieren kann.

  • Antworten Laura 2. Januar 2017 at 13:02

    Der Text könnte von mir sein…

  • Antworten Vicky 2. Januar 2017 at 15:37

    Ich dachte immer, ich sei die einzige mit einer Mutter, die ihre Kinder nicht liebt oder es nicht zeigen kann. Denn die Menschen in meinem Umfeld haben ganz andere Mütter, solche die lieben, stolz sind und sich für ihre Kinder interessieren! Ich bin schockiert und gleichzeitig ermintert, dass man es irgendwann schaffen kann damit abzuschließen. Bis dahin arbeite ich weiter daran und versuche für meine Tochter die Mutter zu sein, die ich mir selbst gewünscht hätte…
    Allen da draußen mit einer ähnlichen Geschichte wünsche ich viel Kraft und auch irgendwann den Punkt an dem man ok mit dem ist was man eben nicht ändern kann.

  • Antworten Laura 2. Januar 2017 at 16:43

    Ich weiß leider gerade nicht wirklich, was ich dazu sagen soll… Der Text hätte von mir sein können. Es macht mich ein bisschen fertig, da du ja nun schon etwas weiter in deinem Leben bist als ich. Also auch in Sachen Kinder usw…… Ich hatte mir das schon gedacht, dass sich da nichts ändern wird – dass all das, was noch kommen wird nichts daran ändern wird…. Aber man hatte ja irgendwie eine Hoffnung. Die ist jetzt gerade in diesem Moment ein bisschen kleiner geworden, da ich dir und deinen Worten immer sehr vertraue. Ich muss das jetzt erstmal sortieren – sacken lassen……….. 🙁

  • Antworten Isa 2. Januar 2017 at 16:51

    Dieser Beitrag spricht mir so aus der Seele… Nie und nimmer hätte ich es bei Dir für möglich gehalten, Janina. Du bist so eine tolle Mutter. Das gibt mir ein bißchen Hoffnung, dass ich es einmal mit meinem Kind besser mache. Aber es macht mir Angst, dass ich es nicht steuern kann… Denn auch meine Mutter hat von ihrer Mutter keine Liebe erfahren. Es scheint wie ein Fluch, der sich auf die nächste Generation überträgt… Vielleicht bin ich auch deshalb mit fast 34 noch keine Mutter.
    Ich habe meinen Frieden aber mittlerweile auch gemacht und den Kontakt abgebrochen. Es geht mir seitdem soviel besser.
    Zu Sarah: Ich kann das so gut nachempfinden. Du wirst Deinen Weg machen. So ein Schicksal macht stark. Du bist eine tolle Frau, lass Dir von niemand anderem jemals etwas anderes einreden. Ich drück Dich.

  • Antworten Corinna 3. Januar 2017 at 11:45

    Liebe Janina.
    Durch Zufall habe ich deinen Artikel gelesen. Es ist das erste Mal, dass ich das Gefühl habe, nicht allein mit dieser Situation dazustehen. Mein ganzes Leben frage ich mich, warum es zwischen meiner Mutter und mir so ist. Ich versuche immer ganz viel zu geben, zu verstehen. Immer in der Hoffnung, das zu bekommen, was ich mir so sehr wünsche. Anerkennung, eine Umarmung, Interesse an meinem Leben, …. Ich frage mich so oft, warum der Mensch, der mir eigentlich so nah sein sollte, mir so fremd ist.
    Mittlerweile weiß auch ich, dass ich an der Situation durch mein Verhalten nichts mehr ändern kann. Ich möchte auch nicht, dass diese Umstände wie ein dunkler Schatten an mir kleben. Ich bin Mutter eines 9-jährigen Sohnes. Auch ich versuche, meinem Sohn das zu geben, was ich von meiner eigenen Mutter niemals bekommen habe.
    Ich versuche, mich an schöne Momente in meiner Kindheit und in meiner Jugend zu erinnern. Das abzuspeichern, damit die unschönen Momente nicht zu viel Raum bekommen.
    Es macht mir Mut zu hören, dass du deinen Frieden mit dem Umstand gefunden hast. Ich denke, ich bin auch auf einem guten Weg. Aber es braucht viel Zeit, viele Gedanken, Reife.
    Meine ältere Schwester hat den Kontakt zu unserer Mutter abgebrochen. Ich versuche, einen losen Kontakt weiterhin zu halten, weil ich denke, dass ich so mit der Situation besser zurecht komme. Ich möchte es meiner Mutter nicht gleich tun. Ich möchte bewusst einen anderen Weg gehen und nicht gleiches mit gleichem vergelten.
    Deine Zeilen machen mir gerade nach der Weihnachtszeit und dem Start ins neue Jahr Mut. Ich finde es toll, dass du in deinem Blog so persönliche Worte schreibst. Mir ist es immer unangenehm, mit anderen Menschen über das Verhältnis zu meiner Mutter zu sprechen. Viele können das garnicht nachvollziehen und ich denke dann oft, dass ich meine Geschichte lieber für mich behalte.
    Ich bin froh, dass ich einen lieben Mann und einen tollen Sohn habe. Meine Schwiegereltern sind sehr warmherzige Menschen. Und im Laufe meines Lebens habe ich viele tolle Menschen kennengelernt, die mich begleitet haben und mir sehr viel gegeben haben. Dafür bin ich sehr dankbar.
    Ich werde jetzt öfters mal bei dir vorbeischauen. Ich wünsche dir ein gutes, zufriedenes und neues Jahr.
    Bin froh, dass ich deinen Text gefunden habe!

  • Antworten Doro 3. Januar 2017 at 20:02

    Ein toller Beitrag!!
    Erschreckend,wie viele Frauen in unserer Generation dieses erlebt haben und noch erleben bzw. damit kämpfen. Die Geschichte unserer Nation hat ihren Teil dazu beigetragen-leider!Es gibt viele interessante Studien dazu,die beschrieben,dass gerade die Generation unserer Mütter,sei es im Krieg oder danach geboren,eben häufig keine Liebe gegeben haben,sondern ihre Rolle als „Versorger“ verstanden haben. Die Kinder sollten es „besser haben“ und die Furcht nicht genug zum Leben zu haben, wurde ihnen bereits von ihren Eltern, unseren Grosseltern mitgegeben und hat bei vielen von ihnen dazu geführt, dass sie selbst schon nicht die wichtigste Versorgung von allen erfahren haben. LIEBE! Interessanterweise beobachte ich,dass die eigene distanzierte Mutter eine Liebende und fürsorgliche Großmutter geworden ist. Es klingt in einigen Ohren sicherlich seltsam,aber ich glaube,dass viele von uns als Generation der Kriegsenkel immer noch die Last der Vergangenheit in Form von familiären Spannungen, Distanz und Lieblosigkeit zu spüren bekommen haben.

    • Antworten Hannah 5. Januar 2017 at 7:01

      Sehrsehr interessant , Doro! Vielen Dank für diese Verknüpfung! Das glaube ich nämlich auch . Hast Du vielleicht einen link oder Autor zum Weiterlesen ? Das wäre wunderbar. Liebe Grüsse von Hannah

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