Über Dankbarkeit,
und darüber, dass das Leben die besten Pläne macht!

Ich habe vertraut und wurde belohnt!

Er schaut immer wieder hoch, schaut mich an, strahlt und sein Blick ist so viel wacher als gestern noch. In seinen wunderschönen Augen kann ich mich verlieren. Jeden Tag aufs Neue. Ich sauge diese Nähe zwischen uns auf. Er streichelt über meinen Arm. Ich spüre seine zarte Haut auf meiner, diese Wärme. Seine kleinen Fingerchen, ich bewundere sie, staune, streichle sie zart. Er dreht den Kopf und stillt sich weiter. Ich gebe ihm einen Kuss auf seine Stirn und atme tief ein. Dieser Duft, dieser unverkennbare Babyduft – er ist Liebe pur. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass mein Herz in diesem Moment vor Liebe tanzt, ja, fast schon überschäumt vor Glück, bersten möchte.

Ich bin dankbar!
Ich bin so unfassbar dankbar. Dankbar für diesen kleinen Menschen, den ich nun in meinen Armen halte. Für dieses vierte Kind, welches doch irgendwie ganz schön überraschend zu uns gefunden hat. Denn, genau das war es, eine riesengroße Überraschung.

Als ich diesen zarten Strich auf dem Test entdeckte, war ich erst einmal ungläubig. Und als ich sicher wusste, dass da ein kleiner Mensch in mir wächst, war ich voller Angst. Ich war nicht darauf vorbereitet. Ich hatte Sorge, dieser Aufgabe, Mama von gleich vier Kindern zu sein, nicht gerecht zu werden. Ich hatte wirklich Angst. Ich hab mir wie wild den Kopf zerbrochen. Hab gehadert und mich gefragt: Wie kann das klappen, schaffen wir das?!

Dann wurde unser kleiner Sohn geboren. Groß war er, und kräftig. Er lag auf meiner Brust und ich hielt seinen Kopf. Mein Atmen ging schwer, ich war erschöpft von den Geburtschmerzen und von der Arbeit, die mein Körper da geleistet hatte. Meine Hand liegt auf seinem Kopf. Schützend. Streichelt ihn. Er liegt auf und direkt an meinem Herzen. Ganz eng an eng, aneinander gekuschelt, kommen wir an. Er auf dieser Welt, die so neu für ihn ist und ich, als eine frisch gebackene Mama. Wir haben alle Zeit und ganz viel Ruhe. Die ersten Stunden vergehen wie im Flug, alles fühlt sich an wie im Rausch. Mein Baby ist da. Das Baby, das uns so überrascht hat. Unser viertes Kind. Ich bin überglücklich und vor allem bin ich eines: dankbar!

Dieses Dankbarkeitsgefühl überkommt mich immer wieder mit aller Wucht. An nahezu jedem einzelnen Tag, seitdem unser Piet bei uns ist. Alle Ängste waren sofort wie weg geblasen, all die Sorgen, die ich hatte, verschwunden. Stattdessen hat es sich angefühlt, als wäre es nie anders gewesen. Als hätte genau dieser kleine Mensch noch gefehlt. Anders als zuvor hat sich unser ganz eigenes Familiengefüge nicht neu ordnen müssen. Es war alles gleich so „eingespielt“, wir sind hier ein gutes Team. Und unser Piet mit seinem völlig entspannten Wesen und der Sonne im Herzen, bringt hier eine extra Portion Liebe und Glück in unser Heim. Das Leben macht eben doch seine ganz eigenen Pläne. Ich habe vertraut und wurde belohnt.

 

 

 

 

In Liebe!

Ein Brief an meinen Sohn

 

Wenn aus Angst Liebe wird. 

Ich schaue dich an. Schaue dir in dein kleines, so wunderschönes und perfektes Gesichtchen.
Du lächelst mich an, du strahlst. So wie fast immer. Seit du auf der Welt bist, bist du die Sonne.
Du bist ein freundliches Kind. Wach. So richtig hier. Nach deinem kurzen Dornröschen-Schlaf, warst du direkt Teil deiner Welt. Unserer Welt.

Ach du, du kleiner Piet. Du warst eine Überraschung und ich hab Zeit gebraucht, diese Überraschung anzunehmen.
Ich hatte Angst. Hatte Angst, euch und damit auch dir nicht gewachsen zu sein. Ich hatte Angst, es nicht zu packen. Ich hatte Angst vor all den wenn und aber’s. Ja, ich hatte Angst. Viel Angst.
Ich spürte eine Unsicherheit, die meine eh schon vorhandenen Zweifel anfeuerten. Und diese Angst ließ anfangs auch keiner großen Freude Platz.
Dazu das Trauma, das mich plagte. Die Ängste, die so tief saßen und an mir nagten. Das Erlebte. Die Angst davor, all das noch einmal durchleben zu müssen.
Ich schob erst einmal alles weg. Weit weg. Weil das, was weit weg ist, macht weniger Angst. Weil es weniger greifbar ist.

Heute, just in diesem Moment, mein kleiner Pieti, schaue ich dich an und mein Herz tanzt.
Es tanzt so sehr, dass mir Angst und Bange wird. Es tanzt vor Glück, und es tanzt vor Dankbarkeit.
Denn ich bin dankbar. Dankbar dafür, dass du hier bist – bei uns, in unserer Mitte.
Dass du entschieden hast – für uns. Dass du uns auserwählt hast.
Mein Piet, du hast mir das größte Geschenk gemacht. Du hast uns als deine Eltern ausgesucht.

Ich halte dich in meinem Arm, ich rieche deinen Babyduft und streichle dir über dein weiches Babyhaar.
Deine Haut ist so zart. Ooh, diese zarte Babyhaut. Deine Augen sind so blau wie das wilde Meer.
Ich halte dich also in meinen Armen. Ich spüre dich und das Glück, das ich dabei empfinde, macht mir fast schon wieder Angst.
Weil es perfekt ist. Zu perfekt?“, frage ich mich.
Manchmal möchte ich mich kneifen. Möchte mich zwicken, denn: „Ist das wirklich mein Leben?“.

Dieses Leben ist laut, es ist oft chaotisch, es ist turbulent und nicht häufig ziemlich schlafarm. Aber dafür ist es  so voller Liebe.
Ich höre euch Kinder. Ich höre euch lachen, ich höre euch aber auch zanken, auch das höre ich und das gehört
dazu, aber euer Lachen, das ist Musik in meinen Ohren. Ihr seid mein Leben. Mein kostbarster Schatz. Und mein Leben lang werde ich
für euch da sein. Werde mich vor euch stellen, wenn es sein muss. Werde immer hinter euch stehen. Halte euch an eurer Hand und möchte
erleben, wie ihr loszieht.

Pieti, der Tag an dem du geboren wurdest, war ein schöner Tag. Es war ein wunderschöner Tag.
Da lagst du, auf meiner Brust. Du warst ein wenig blau und benommen von deiner Reise. Kein Wunder, denn sie war aufregend.
Auch ich war noch ganz überwältigt und brauchte etwas Zeit, zu verstehen…
Du warst da. In meinem Arm. Und damit mitten in meinem Herzen.

Ich küsste dich auf deinen Kopf.
Ich roch an dir.
Ich schaute dich an.
Ich starrte.
Und ich konnte den Blick nicht von dir abwenden.
Ich lag einfach nur da und himmelte dich an.
Das tat ich einen Tag, zwei Tage, drei Tage und die ganzen darauf folgenden Wochen des Wochenbetts.
Heute, heute bist du acht Wochen alt. Seit acht Wochen bist du also bei uns und es fühlt sich an wie ein Tag und doch wie eine halbe Ewigkeit.

Ich bin verrückt vor Liebe.
Vor Liebe zu dir.
Vor Liebe zu deinen Geschwistern.
Und vor Liebe zu deinem Papa.

Lieber Piet, wie schön, dass du bei uns bist.
Wir hätten dich sonst sehr vermisst.

Foto von Leni Moretti

 

ICH GAB EINFACH AUF UND VERSTUMMTE
– alles in mir tobte,
aber meine Fassade war eisern und blieb still!

„Und, wie fühlst du dich, Janina?“, fragt mich meine liebe Hebamme und lächelt mich an. Ja, wie fühle ich mich – frage ich mich. Ohne groß darüber nachzudenken, antworte ich auch schon. „Ich fühle mich irgendwie nicht wirklich schwanger. Dieses Mal ist alles so anders als sonst. Normalerweise bin ich schwanger und merke es fast sofort. Spüre die Veränderungen. Spannende Brüste, ein Ziehen im Bauch – sowas eben. Sonst fahre ich immer direkt das volle Programm. Aber dieses Mal? Nö, nichts davon…“. Jedes Kind, jede Schwangerschaft ist doch so anders. Verblüffend. Bisher hab ich, vergleichsweise, den bisher kleinsten Bauch für die Schwangerschaftswoche. Das merke ich natürlich. Ich merke auch, dass auch sonst nicht viel anders ist. Nichts spannt, mir ist nicht übel, ich bin nicht groß emotional. Lediglich müde bin ich. Und das war es auch schon. Ist doch eigentlich auch gut so, denke ich. Und weiß eigentlich, dass da noch was ist. Dass da was lauert. Im Dunklen. Tief in mir. Und eigentlich weiß ich es doch nicht. Weil ich eine riesige Schutzmauer aufgebaut habe. Unüberwindbar. Für mich. Weil ich Angst habe vor dem, was dahinter lauert. Und weil ich Angst habe, dass diese Schutzmauer ins Wanken gerät.

Meine Hebamme nimmt sich sehr viel Zeit für unser Gespräch. Generell nimmt sie sich immer enorm viel Zeit, ist aufmerksam, kompetent, eine wirklich tolle Hebamme (für die ich unfassbar dankbar bin). Aber sie hat auch feine Antennen.
Wir sprechen also über die letzten und damit ersten Wochen der Schwangerschaft, über die letzte Geburt, über das was nach der Geburt geschah und plötzlich spüre ich den Knoten in meinem Hals, der mir fast die Luft abschnürt. Vorbei. Heiße Tränen füllen meine Augen und ich versuche stärker zu sein, eisern, versuche, sie zu verdrängen – aber es gelingt mir nicht. Ich spüre die erste Träne, die sich den Weg frei gekämpft hat, auf meiner Wange. Ich möchte nicht schluchzen. Wenigstens das nicht. Keine Schwäche zeigen. Ich denke an diese Mauer, die mich schützen soll. Die zweit Träne, die dritte, die vierte. Heiß und schwer und voller Kummer und Leid.

Und da ist es, das erste große und laute Schluchzen und es ist vorbei, ich verliere die Haltung und sacke in mich zusammen. Ich fühle mich auf einmal schwach. Fühle mich klein. Fühle mich hilflos und als hätte ich versagt, verloren, als wäre da gerade was zerbrochen.

Meine Hebamme spricht mit ruhiger Stimme mit mir. Sie steht auf, stellt sich hinter mich, legt mir ihre Hände auf die Schultern und das gibt mir in diesem Moment Kraft. Denn auch Nähe ist seit der letzten Geburt für mich eher etwas, was mir Angst macht. Was mir schwer fällt, was ich nur mit Überwindung zulassen kann. Aber in diesem Moment fühlen sich diese Hände auf meinen Schultern an wie die Erlösung. Als würden sie mich in dieser Sekunde, in diesem Moment, von so einer schweren Last befreien. Ich weine noch immer. Und die Tränen sind noch immer warm und schwer. Als hätten sie viel zu lange auf diesen Moment warten müssen. Und so sitze ich da und lasse zu. Lasse raus. Versuche nicht mehr, mit angestrengtem geraden Rücken und aufrechtem Haupt dazusitzen. Die Fassade ist gefallen.

Nach einigen Minuten spüre ich, wie die Tränen Platz gemacht haben für Luft. Die Anspannung, die sich da über die letzten knapp 18 Monate angesammelt hat, weicht. Die dicke, schwere Schutzmauer ist zum Teil eingerissen. Mein Schutzschild ist nicht mehr heil. Und ich weiß in dem Moment noch nicht, ob das gut ist – oder schlecht. Meine Hebamme setzt sich wieder neben mich und schaut mich an. Mit ruhigen Worten sagt sie:
„Siehst du, warum sich das dieses Mal so anders anfühlt? Warum du dich nicht schwanger fühlst?“

Ja, ich sehe es. Ich begreife es auch. Schutz. Selbstschutz. Angst zuzulassen, weil da noch so viel Angst ist, die so tief sitzt und nie ganz und vollständig aufgearbeitet wurde. Diese blanke Angst, die ich damals verspürt habe, ist für mich noch heute kaum auszuhalten. Die Angst um mein Kind. Die Sorge, es zu verlieren. Diese erste Woche mit unserem Sohn hat tiefe Wunden hinterlassen. Körperliche, vor allem aber ganz Seelische.
Ich kann mich erinnern, wie ich wie ein Häufchen Elend, wund, voller Schmerzen, voller Angst, kaum in der Lage zu stehen, neben dem Bett meines Babys saß. Immer. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Zusammengefallen. Weinend. Meine Augen rot und müde. Erschöpft. Hatte ich doch eigentlich selbst absolute Bettruhe, aber die Angst trieb mich an. Ich kämpfte dafür, ihn stillen zu dürfen. Wir kämpften (vergeblich) dafür, dass endlich jemand mit uns sprach und uns sagte, was hier gerade passierte. Ich funktionierte wie ein Roboter – und fühlte mich auch wie ein Roboter. Ich wusste, ich muss wie eine Maschine weiter machen. Wie ein Motor. Zuverlässig im gleichen Takt. Aber ich hab auch nicht vergessen, wie hilflos ich mich fühlte. Dass ich am liebsten laut geschrien hätte vor Angst und Hilflosigkeit. Stattdessen war ich stumm. Und weinte still. Es liefen einfach nur die Tränen. Stumme Zeugen meiner Gefühle.

Im ersten halben Jahr habe ich viel über das, was passiert ist, gesprochen. Mit Henry. Zumindest über das, was wir an Informationen hatten. Ich versuchte, es zu begreifen und wollte es verarbeiten. Aber ich konnte niemals nie nur daran denken, dann kamen schon die Tränen und die Hilflosigkeit und das Gefühl nicht gut genug zu sein. Also begann ich, (m)eine Maske aufzulegen. Mich zu schützen. Arbeitete an dieser Mauer in mir. Stein für Stein brauchte es, um sie dick und sicher aufzurichten. Ich lächelte, ich versuchte, den Kopf aufzurichten, gerade zu sitzen, stark zu wirken. ICH. BIN. STARK!

Ich gab einfach auf.
Für mich, so schien es, war das der leichtere Weg.
Und irgendwann, irgendwann ist das Gefühl von dieser Angst so tief vergraben,
so weit weg, dass es vergessen ist.

Das erste Jahr war schwer. Es war auch schwer für uns als Paar. Weil ich irgendwann nicht mehr redete. Ich verstummte. Weil ich die ersten zehn Monate nicht einmal mehr eine Berührung zulassen konnte. Keine einzige. Eine Hand auf meiner Schulter von dem Mann, den ich unfassbar liebe, machte mir Angst und brachte Beklemmung. Eine Umarmung war für mich nur schwer zu ertragen. Ein zarte Berührung im Vorbeigehen, etwas, was ich sonst immer so liebte und schätzte, trieb mir den Angstschweiß hoch. Oft biss ich die Zähne zusammen. Aber viel viel öfter reagierte ich mit Ablehnung. Geh weg. Fass mich nicht an. Mich wegdrehen. Wegsetzen. Komm mir bloß nicht zu nah. Ich hörte auf zu sprechen. Dabei war es immer genau das, was uns so zusammenhielt. Das miteinander sprechen. Ich konnte es nicht mehr und doch fehlte mir im gleichen Moment all das so unfassbar sehr. Mir fehlte die Nähe. Mir fehlten seine Arme, die sonst immer mein Fels waren. Mir fehlte sein vertrauter Duft. Mir fehlte all das so sehr, dass es weh tat.

Als die Hebamme mich an diesem Tag an meiner Haustür kurz umarmt, ihr warmes Lächeln trägt und sich verabschiedet, schließe ich die Tür und setze mich auf die Couch. Es ist still im Haus. Niemand sonst ist da. Nicht Henry, nicht die Kinder. Ich sitze da und bin plötzlich zutiefst erschöpft und müde. Ich spüre meinen Körper plötzlich wieder. Ich weine nochmal. Und obwohl ich weine, obwohl ich so komplett übermannt bin von meinen Gefühlen und all dem, was gerade in mir tobt, spüre ich auch Erleichterung. Da ist ein Funken Licht. Die Mauer ist eingerissen und ich nehme mir an diesem Tag, in dieser Minute vor, all das Geröll wegzuräumen. Stück für Stück, Stein für Stein. Nach vielen Minuten stehe ich auf und hole mein Telefon. Ich rufe Henry an, ich höre seine Stimme und mir laufen die Tränen. Ich kann nicht sprechen, ich sage nichts, ich weine einfach still ins Telefon. Und er, er hört still zu. Gefühlt eine halbe Ewigkeit. An diesem Tag kommt er früher Heim und ich spreche, ich spreche und spreche und spreche und weine und spreche. Ich bin wieder da. Ich bin ein Stückchen wieder die Alte, wieder ein Stück näher an der Janina, die ich eigentlich bin.

 

 

 

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Fünfzehn.

Wie jedes Jahr bin ich ganz rührselig und meine Gefühle fahren Achterbahn. Denn morgen früh, um ganz genau zu sein, um 8.27 Uhr, wird meine große Tochter wieder ein Jahr älter. Fünfzehn. Unglaubliche fünfzehn Jahre. Sie wird schon fünfzehn – und ich kann es nicht glauben. Denn diese Zeit, sie fühlt sich an wie ein Wimperschlag. Wie ein Moment, ein sehr kostbarer, aber kurzer Moment.

Ich bin also seit fünfzehn Jahren Mama und dieser siebte Tag im Februar vor eben diesen fünfzehn Jahren ist unvergessen. Unvergessen schön, unvergessen nah. Ich weiß alles. Und ich erinnere mich auch noch ganz genau an den Abend zuvor. Wie ich kugelrund und ungeduldig und müde auf meiner Couch im Wohnzimmer lag und wie ich irgendwann, ziemlich schwerfällig, ins Schlafzimmer tapste. Bereit für die Nacht. Und ohne große Hoffnung, dass es jetzt endlich bald losgehen würde. Ich erinnere mich daran, wie ich dann doch gegen Mitternacht wach wurde, weil es da in meinem Bauch zog – regelmäßig. Und ich überrascht war. Unsicher. All das ist noch so präsent, zum greifen nah. Ich spüre noch die Angst, die ich empfand, als ich in der Badewanne merkte, dass das jetzt echt ist. Dass es jetzt wirklich wirklich los geht. Ich erschrak, meinen Bauch so zu sehen, wie er sich durch die Wehen verformte und ganz spitz wurde. Die Kraft der Wehen zu spüren. Die Schmerzen, die eine bis dahin ungekannte Intensität hatten. Und auch weiß ich noch, wie ich in diesem fensterlosen Bad, in meiner geliebten kleinen Wohnung, ausharrte – weil: Aus der Nummer kommst du nicht mehr raus!

Nein, aus dieser Nummer kam ich tatsächlich nicht mehr raus. Zum Glück.
Denn es ist das größte Geschenk auf Erden, deine Mama zu sein. Dieser Tag, vor fünfzehn Jahren, hat mein Leben grundlegend verändert. Mit dir kam der wahre Sinn für dieses Leben. Und nicht nur das, mit dir kam auch so viel Liebe, so viel Glück, so viele Emotionen.

Dieses kleine Mädchen in meinem Bauch wollte uns also kennenlernen, es war bereit. Und ich war es plötzlich nicht mehr. Aus Angst. Da waren sie, die Ängste, die mich schon in den Monaten zuvor begleitet haben. Die große Angst, zu versagen. Die Furcht, keine gute Mama sein zu können. Alles kam, wie es kommt. Das Baby wollte geboren werden. Nur wenige Stunden später lag ich erschöpft auf dem Bett im Kreißsaal. Ich brüllte und ich schrie, schrie den Schmerz laut heraus. Ich kämpfte wie eine Löwin, presste, schob mit, drückte mit aller Kraft und spürte die Urkräfte – und dann, es war ein wundervoller Wintermorgen, am Siebten des Februars im Jahre 2004, war sie geboren. Ein kleiner Sternengucker. Ein perfektes, kleines Mädchen. Kugelrund. Stark. Eine kleine Kopie von mir, glaubt man meiner Mama.

Anna. Aus dem hebräischem, die Gnade.

An diesem Tag schneite es. Und an diesem Tag schien die Sonne. So strahlend und kraftvoll erschien sie mir selten zuvor. An diesem Tag, dem 07. Februar, habe ich mein Herz verloren. Ich habe es in die Hände meiner wundervollen Tochter gelegt. Und ganz irgendwie wurden wir an diesem Tag beide geboren. Sie in diese Welt hinein, und aus mir wurde eine Mutter.
Seit diesem Tag, gehen wir Hand in Hand – durch dick und dünn, durch Glück und Leid, durch Freude und Trauer.

Ich kann gar nicht sagen, wie eng dieses Band ist und wie stark meine Liebe.
Denn diese Liebe wächst. Sie wächst mit jedem Tag, mit jedem Jahr, mit jedem Moment.

Manchmal, da sehe ich sie an und alles in mir wird warm. Ich bin stolz auf dieses wundervolle Mädchen. So unfassbar stolz. Sie ist großartig und war es schon immer. Sie ist klug – und sie ist so voller Liebe, für alle. Selten habe ich einen Menschen erlebt, der so viel Liebe übrig hat. So viel Verständnis. Ein Mensch, der in diesem Maße emphatisch ist, ist selten. Aber sie ist es. Und irgendwie, so schmunzeln und witzeln wir immer, ist sie hier im Hause auch immer irgendwie die Vernünftigste.

Fünfzehn Jahre ist sie also alt. Dieses kleine kugelrunde Baby von damals, welches heute eine wundervolle, sehr junge Frau ist. Eine junge Frau, die ihren Weg gehen wird. Und ich darf sie begleiten. Stück für Stück, als ihre Mama, als ihr Anker und ihr {Heimat-}Hafen. Für mich das wohl größte Geschenk auf dieser Welt und so kostbar.

Auf ein neues Lebensjahr. Auf Monate, die viel Veränderung bringen werden.
Denn eines ist sicher, deine Zeit ist gekommen und du streckst deine Flügel aus und übst das Fliegen. Du bist nicht mehr das kleine Mädchen, das ich so oft noch in dir sehe, und ich bewundere dich und bin stolz. Da ist ganz viel Glück und manchmal ist da auch eine Träne. Eine Träne der Angst vor dem Tag, an dem du nicht mehr nur übst und stattdessen deine Flügel weit ausstreckst und los fliegst. Aber selbst dann werde ich hinter dir stehen und dich anfeuern.

Mein Mädchen,
für dieses neue Lebensjahr wünsche ich dir alles.
Gesundheit und Glück, noch mehr Liebe und viele spannende Momente.
Glücksmomente. Marmeladenglasmomente. Freiheit und Unbeschwertheit.

Herzlichen Glückwunsch, kleine große Anni!

 

 

 

 

 

 

EXKLUSIVZEIT FÜR GESCHWISTERKINDER
und warum ich es schön und wichtig finde,
mir diese für uns zu nehmen!

„Mama, ich hab dich lieb. Du bist mein Held!“, sagt sie gestern.
Warum ich Exklusivzeit für Geschwisterkinder so schön und wichtig finde.

Es fühlt sich an, als würde ich wieder durch eine rosarote Brille sehen. Alles wieder viel wärmer wahrnehmen. Ja, es fühlt sich fast wie verliebt sein an. Bewusst hier sein, in diesem Moment und nirgends anders. Ich schaue sie an , meine wundervolle kleine Tochter, und muss unwillkürlich lächeln. Mein Brustkorb wird ganz schwer, aber nicht vor Kummer, nein, ganz und gar nicht vor Kummer. Schwer dank der bedingungslosen Liebe und wegen des Glücks, das ich empfinde. Es ist, als wäre diese intensive Zeit fernab vom Alltagstrubel, genau das gewesen, was wir brauchten. Nur wir beide. Und zack, weg war dieser graue Schleier, all der Druck des Alltags. Die tickende Uhr im Nacken kann uns gerade nichts mehr. Wir tanken auf. Wir spüren einander. Wir sind uns so nah wie lange nicht.

Der Himmel ist blau, ich höre Verkehrsgeräusche von weit weg, hupende Autos, der Wind rauscht, ich höre Vögel und ich höre meine kleine Tochter, die auf ihrem Handtuch nah neben mir liegt und ganz tief in ihre kleine kindliche Phantasiewelt eingekehrt ist. Die mit ihren Figuren spielt und vor sich hin plappert. Ich spüre den zarten Wind, wie er meine Haut kitzelt und auch spüre ich die Sonne, wie sie mich verwöhnt und meine Speicher auftankt. Ich spüre. Ich spüre so intensiv wie lange nicht mehr. Wir stärken unsere Mama-Tochter-Beziehung. Verbringen die Zeit zu Zweit ganz bewusst. Jedes Kind hat sie verdient, die ganz exklusive Zeit mit Mama oder Papa, in der nichts anderes stattfindet außer Erlebnisse und Erinnerungen schaffen. Keine Geschwister, mit denen man Zeit, Aufmerksamkeit oder Spielzeug teilen muss. Denn ein Geschwisterkind zu sein ist toll und wunderschön, aber man teilt eben, man teilt immer und man teilt alles.

Im Alltag oft nur schwer möglich,
Exklusivzeit!

Ich ertappe mich dann, wie ich meinen Tag wie ein Roboter runter rattere. Ich erwische mich dann auch mal dabei, wie ich eigentlich gar nicht richtig zuhöre und nur „ja“ sage und nicke. Dann schrecke ich hoch, genau in dem Moment. Denn das möchte ich nicht. So möchte ICH nicht sein.

Im Alltag fühle ich mich oft abgehetzt. Ich bin mir dem auch bewusst. Aber es gibt diese Tage, da kann ich es nicht ändern. Da versuche ich einfach irgendwie mein Pensum zu schaffen. Möchte meinen Ansprüchen genügen. Möchte meinen drei Kindern eine gute Mutter sein, den Haushalt wuppen und meinen Job auf die Reihe bekommen. Dabei am besten sogar noch entspannt und blendend ausschauen. Klappt aber nicht. Weil es eben nicht immer alles mit links gemacht ist. Weil mir manches eben auch mal über den Kopf wächst. Weil die Nacht zum abgewöhnen war, weil der Job schlaucht, weil der Haushalt trotz tagtäglicher Räumerei wieder ausschaut wie bei Hempels unterm Sofa, weil die Kinder da sind und trotz allem ihre Bedürfnisse haben (und diese auch gestillt werden möchten). Und ich stehe da und raufe mir innerlich die Haare. „Das macht doch einfach keinen Spaß“, denke ich mir dann manchmal. Ich ertappe mich dann, wie ich meinen Tag wie ein Roboter runter rattere. Ich erwische mich dann auch mal dabei, wie ich eigentlich gar nicht richtig zuhöre und nur „ja“ sage und nicke. Dann schrecke ich hoch, genau in dem Moment. Denn das möchte ich nicht. So möchte ICH nicht sein. Und an manchen Tagen bin ich viel zu ungeduldig. Dann möchte ich nicht noch ein fünftes Mal reinrennen, weil jemand sein Buch vergessen hat oder eine ganz bestimmte Puppe mitnehmen möchte oder doch lieber wieder die pinken Schuhe anziehen mag. Dann nervt es mich, wenn eins der Kinder mal wieder gegen den Sicherheitsgurt protestiert und ich am Ende zehn Minuten später los komme, weil… was willst du auch machen. Anschnallen muss sein, da gibt es keinen Kompromiss. Ihr kennt das, diese Tage, an denen man selbst so geschlaucht und drüber ist, dass es an Einfühlungsvermögen, an Ruhe, ja, an Geduld fehlt.

Ich versuche immer das Beste aus mir herauszuholen. Das ist mein Anspruch an mich, an jedem einzelnen Tag. Ich versuche, meinen Kindern die bestmögliche Mutter zu sein, die ich sein kann. Und doch fühlt es sich manchmal so an, als wäre das was ich leiste, noch nicht genug. Ich wünschte mir oft, ich hätte weniger „Alltagsstress“ und mehr Qualitätszeit für die Kinder. Für jedes einzelne Kind. Weniger (Zeit-)Druck, mehr von diesen wirklich wunderschönen Momenten mit den Kindern. Fernab von Zeitplan. Ohne sich durch Vier zu teilen. Gerade jetzt habe ich so einen Moment. Ich sehe mein Kind, wie es so glücklich und ausgelassen ist. Wie es strahlt, wie der Wind ihre wunderschönen Locken in ihren Nacken weht. Ich kuschle mit ihr, ich lese ihr vor, wir spielen, halten uns an unseren Händen. So viel mehr Nähe und Innigkeit als im Alltag. Weil so losgelöst. So frei. So stressbefreit.

Ich liebe es, wie sie am Abend ihr Buch holt, sich in meinen Arm kuschelt und irgendwann einschläft. Wie sie morgens aufwacht und mich anstrahlt und voller Freude erzählt, was wir alles schönes getan oder gesehen haben. Wie sie einfach nur ist, glücklich und strahlend. Keine Verpflichtungen, kein Stress, kein Zeitruck, kein Soll und Muss, nur ein „nach Gefühl“. Nach unserem Tempo. Kein Teilen. Volle Aufmerksamkeit. Und das, das ist so kostbar. Es stärkt, es schweißt noch mehr zusammen und es schenkt unvergessliche Momente.

Die letzten Tage waren so intensiv, so voller Nähe und Liebe. Wir hatten, fernab vom Alltagstrubel und den großen Verpflichtungen. So wunderschöne Tage, so intensiv und so voller Liebe. Wir sind noch enger zusammenwachsen und es zeigt sich, genau das hat es gebraucht. Eine kleine 1 zu 1 Auszeit. Qualitätszeit nur für uns beide. Nur sie und ich. Und genau das gibt es aber auch andersherum. Tage, an denen Papa exklusiv Zeit meinem der Kinder verbringt. Ins Schwimmbad geht, das Kino besucht oder einen Ausflug macht.

Als Anni große Schwester wurde, wusste ich, dass ich mir eben genau das für sie wünsche. Dass sie weiterhin ihre Exklusivzeit mit uns haben soll. Mit mir. Auszeiten vom Alltag, in denen sie allein im Mittelpunkt steht. Wo wir Dinge tun, die ihr Freude bereiten und die ihr gut tun. Und dann wuchs unsere Familie weiter. Jetzt ist auch Mimi große Schwester. Seit nun über einem Jahr ist sie ein Sandwichkind. Und ich kann mir vorstellen, dass das manchmal auch ganz schön verrückt ist. Plötzlich nicht mehr kleine, sondern kleine und große Schwester. Eine Umstellung. Auch sie brauch weiterhin diese Exklusivzeit mit uns. Nachmittage oder gar, wie jetzt, ein Urlaub, wo sie ausschließlich im Mittelpunkt steht. Wo es um sie geht. Wenn ich an die letzten Tage denke, dann ist da so viel Dankbarkeit. Unser Band ist noch enger geworden. Wir durften so viel Nähe genießen. Ich musste mich nicht teilen, ich musste mich nicht um Alltagsbefindlichkeiten kümmern: Ich durfte all meine Aufmerksamkeit und Liebe einem Kind widmen. Meiner wundervollen, kleinen Tochter!
Und das, das tut ihr sichtlich gut.

 

 

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ZWISCHEN LIEBE UND ERSCHÖPFUNG
– MUTTERSCHAFT

Berlin Hauptbahnhof. 14.38 Uhr. Ein Donnerstag. Mein Zug hat reichlich Verspätung. Um mich herum tobt das Leben. Die Züge fahren ein oder reisen weiter. All die Menschen mit ihren Koffern oder Aktentaschen. Ich sitze durchgeschwitzt und wie ein klammer Kartoffelsack auf der kühlen Bahnhofsbank. Mein Baby weint. Die Nacht war schon nicht sonderlich gut, so wie auch all die anderen Nächte der letzten Wochen und Monate – und jetzt bekomme ich es seit über einer Stunde nicht beruhigt.

Ich laufe im Kreis, wiege, wippe und tanze. Kraule seinen weichen Kopf, flüstere ihm liebevoll ins Ohr und singe ihm vor. Nichts hilft. Mein Baby weint und weint und weint. Und ich bin verzweifelt. Am Ende. Ich schlucke schwer, „Bitte, mein kleiner Schatz, weine nicht. Was hast du bloß?“. Ich habe Angst vor den Blicken der Mitreisenden. Angst davor, verurteilt zu werden. Angst, dass jemand etwas sagen könnte. Nicht weinen, sage ich mir immer wieder. Um Gottes Willen, weine jetzt nicht! Und dann fließen die Tränen. Ganz still und langsam kullern sie mir über die Wange und ich spüre wie sie sich von meinem Kinn lösen oder sich ihren Weg den Hals hinab suchen. Ich wippe hilflos vor und zurück, versuche, nicht links oder rechts zu schauen. Ich habe nur einen Wunsch auf den Lippen – mein lieber Sohn, bitte höre auf zu weinen. Bitte. Wenn du so weinst, dann muss ich mitweinen. Eigentlich sind wir so eng verbunden, ich spüre immer, wenn etwas ist oder was er hat. Heute aber weint er einfach – ohne ersichtlichen Grund.

Ich spüre eine warme Hand auf meiner Schulter und blicke auf, schaue in ein freundliches Gesicht. Ruhig und mit einem sanften, aufrichtigem Lächeln sagt sie, dass alles gut ist und wird. Dass es vorübergeht. Und sie fragt, ob sie mir mein Baby kurz abnehmen soll oder ich etwas zu trinken haben möchte. Ich schaue sie an, schüttle mit dem Kopf und bin ihr einfach so unfassbar dankbar. Sie bleibt neben mir sitzen und lächelt, lächelt immer wieder und was das in diesem Moment mit mir macht, kann ich kaum beschreiben. Es tut so gut. Ein fremder Mensch, der mir in diesem Moment so viel Zuspruch schenkt. Mir Hilfe anbietet. Statt einem vorwurfsvollem Blick erhalte ich so viel Gutes. Ein älteres Ehepaar, vermutlich Ende 70, gesellt sich ebenfalls dazu und auch sie finden liebe Worte. „Das kennen wir noch von unserer Tochter, das ist schwer auszuhalten, aber es wird besser und leichter!“. Mir kullern die Tränen. Jetzt allerdings vor Dankbarkeit.

Muttersein, das ist auch Grenzerfahrung

Grenzerfahrung. Das ist Muttersein. Denn als Mutter kommt man immer wieder an seine Grenzen, und manchmal geht man sogar über seine Grenzen hinaus. Funktioniert. Man macht einfach, egal wie müde, egal wie erschöpft man ist. Ja, wir Mamas sind wie ein Stehauf-Männchen. Taff. Stark. Und so stark wir auch sind, wir dürfen auch schwach sein. Schlafentzug, dazu gerade in den ersten Wochen und Monaten völliges Fremdbestimmtsein. Das kann schlauchen. Das kann ganz schön mürbe machen. Und gleichzeitig ist es das wohl wundervollste dieser Welt. Das größte und kostbarste Geschenk. Schon verrückt, oder?!

Ja, ich bin mit Leib und Seele Mama. Ich mache mir keinen Druck, höre auf meine Intuition, auf meinen Bauch und mein Herz – aber manchmal, da ist die Erschöpfung eben doch ganz schön groß. So groß, dass sie droht, mich zu überwältigen. Dann schlage ich morgens, nach einer weiteren sehr kurzen Nacht, meine Augen auf und meine Glieder sind schwer wie Blei. Das darf so sein. Das ist ganz natürlich. All ihr wundervollen Mamas, es ist ganz normal, dass es diese und jene Tage gibt. Dass alles so nah beieinander liegt. Ihr macht einen guten Job, ihr alle seid großartig und tolle Mamas!

 

Tully

Tully – der Film mit Charlize Theron:
ehrlich, echt, nahbar, grandios
& überzeugend gespielt!

Tully mit Charlize Theron, seit letzter Woche in den Kinos.
Ein Film über die Mutterschaft.
Die echte Mutterschaft – mit all seinen kleinen und großen Glücksmomenten
sowie Herausforderungen.

In dem neuen Kinofilm „Tully“ mit Charlize Theron ist genau das Thema. Der Film zeigt auf, wie überwältigend die Mutterschatft ist. Extrem in alle Richtungen. Grenzenloses Glück, pure Liebe und Dankbarkeit, aber genau so auch schwerwiegende Erschöpfung und zum Teil Hilflosigkeit sowie dem Gefühl des Versagens, des nicht „gut genug seins“.

Überzeugend und echt gespielt. So echt und ungeschminkt ehrlich, dass sich der Zuschauer von Minute 1 an hineinfühlen kann in die Rolle dieser Mutter, die gerade ihr drittes Kind bekommen hat. Man ist mittendrin und dabei, zu jeder Zeit. Fühlt sich wie ein Beobachter. Ganz nah. Charlize Theron schauspielerische Leistung in diesem Film ist großartig. Und irgendwie hat mich der Film von der Art ein wenig an „Lost in Translation“ erinnert.

Tully, der Film:

Marlo erwartet ihr drittes Kind und ist bereits ziemlich müde und erschöpft. Das wird nach der Geburt nicht besser, ganz im Gegenteil. Völlig übermüdet und erschöpft, versucht sie, den Familienalltag irgendwie in den Griff zu bekommen, hat aber keine Chance. Ihr Bruder schlägt ihr eine „Nacht Nanny“ vor. Eine Frau, die Nachts das Baby versorgt, damit die Mutter endlich wieder ein wenig Schlaf tanken kann. Nach anfänglicher Scheu gibt sie „Tully“ die Chance und Marlo ist endlich entspannter. Die beiden freunden sich an und verbringen in der Nacht viel Zeit miteinander. Alles läuft besser, so scheint es… Doch ist das wirklich so?! Der Film nimmt eine unerwartete Wendung, die aufrüttelt. Mehr verrate ich euch jetzt aber noch nicht!

Seit dem 31. Mai 2018 in den deutschen Kinos.

Tickets könnt ihr HIER online kaufen.

JETZT IM KINO!

 

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– über Mamaliebe und absolute Bedingungslosigkeit
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21 Jahre war ich alt, da hielt ich mein erstes Kind in meinem Armen. Dieses klitzekleine Bündel Liebe. Mein kleines Menschenskind. Zerknautscht, die Haut so zart und rosig, wie sie nur bei Neugeborenen ist. Mein Baby, mein Kind – dachte ich und betrachtete dieses kleine Mädchen, das auf meiner Brust lag. Alles an ihr war perfekt. Ich starrte sie an und in mir brach ein Sturm der Gefühle los. Vergessen der Schmerz der Geburt und das binnen Sekunden, vergessen all die Strapazen der letzten Monate. Alles fühlte sich an wie in einer Blase. (mehr …)

Ich habe ihn besiegt, meinen Endgegner.
Das erste Jahr mit Kind!

„Ich hab es mir anders überlegt, gibt es einen Retourenschein?“

Irgendwie macht es erst jetzt so richtig Freude, mit Mimi. Das erste Jahr mit Baby war irgendwie fast nur anstrengend und mühsam.

Ich weiß, das sind Worte, die man von anderen Müttern eher selten hört. Aber, so rückblickend, bin ich froh, dass wir dieses erste Lebensjahr hinter uns gelassen haben. Denn es war hart und ich habe oft mit mir gekämpft.

Unser kleines Mädchen war ein absolutes Wunschkind, wir alle haben uns so sehr auf das, was kommen sollte, gefreut. Ein Leben als wachsende Familie, mit Baby. Einem neuen Familienmitglied. Meine Vorstellungen waren rosarot-romantisch. Aber es kam alles anders. Unser kleines Mädchen war wirklich sehr oft sehr unzufrieden. Sie hat viel gequengelt und noch weniger geschlafen. Ihr erinnert euch, bis zu 12 Mal pro Nacht aufstehen, das war leider eher die Regel, als ein Einzelfall. Anfangs war ich noch in dieser Blase, voller Glückshormone. Doch irgendwann konnten auch die Glückshormone nichts mehr gegen meine Müdigkeit und die damit einhergehende Frustration ausrichten. Ich funktionierte nur noch. Uni, Haushalt, Job, Familie. Immer häufiger ertappte ich mich dabei, wie ich mich fragte, ob ich das wirklich so wollte. Wollte ich das? Wollte ich dieses Leben? Ich hab schlichtweg einfach nicht gewusst, dass das Leben mit Baby auch so laufen kann. Weniger reibungslos. Weniger rosarot. Weniger kuschelig und dafür mit vielen Entbehrungen verbunden. Versteht mich nicht falsch, zu jeder Zeit war da diese bedingungslose Liebe. Aber dem gegenüber auch die Verzweiflung, das Gefühl von Einsamkeit und ja, auch ein Hauch von Überforderung. Ich fühlte mich wie ein Marionette. Ich funktionierte für meine Kinder. Ich, Janina, blieb dabei oft auf der Strecke. Kam zu kurz. Dass Henry unter der Woche irgendwann auch nicht mehr bei uns zu Hause war, machte es noch schlimmer. Mein Anker in diesem ersten Jahr, war ganz klar Anna. Mein großes Töchterehen. (mehr …)

Ist eine junge Mama gleich eine schlechte Mama?
Warum das Alter rein gar nichts über Mütterqualitäten verrät

Damals, ich war eine junge Mama, aber nicht zu jung. Und dennoch gerade einmal 22 Jahre alt, als mein großes Tochterkind in die Krabbelgruppe kam. Anni war zu dem Zeitpunkt stolze 16 Monate alt. Bereit für die Krabbelgruppe, und mehr als bereit, um endlich mit anderen Kindern zu spielen. Ja, auch rückblickend war das die beste Entscheidung. Eine Entscheidung im Sinne des Kindes eben.

Der Kindergarten war toll. Kleine Gruppen, herzliche Erzieherinnen und Erzieher, sehr familiär. Da es sich um eine Einrichtung mit privatem Träger handelte, waren die Rahmenbedingungen einfach überdurchschnittlich gut. Anni hatte viele wundervolle Jahre hier. Sie kam als Zwerg und ging als großes Schulkind, als Horti.

Ich war immer gerne Mama, ich bin in meinem Job als Mutter aufgegangen. Für mich war es nicht zu früh. Es hat sich nie falsch angefühlt. Für mich. Und doch hatte ich immer das Gefühl, besonders gut sein zu müssen, besonders sorgend, besonders motiviert. Ich wollte alles richtig machen, ich wollte mit all diesen Vorurteilen gegenüber jungen Müttern aufräumen. Als würden sie auch auf meinen Schultern lasten.

Es war nie so, dass ich auf Grund meiner frühen Mutterschaft verurteilt wurde. Nicht offen. Aber gerade in der Schwangerschaft spürte ich die Blicke. Ich sah jung aus, sehr jung. Und ich hatte Angst vor den neugierigen Blicken. Ich hatte Angst, zu versagen und dem Druck nicht Stand zu halten. Und so kam es, dass ich die Schwangerschaft über kaum das Haus verließ. Ich verkroch mich, mit ganz viel Süßkram und die letzten zwei Drittel der Schwangerschaft ging ich oft nur am Abend, im Dunkeln, aus dem Haus. Dann wurde unser Mädchen geboren, ein wunderschöner Tag. Schneeflocken tänzelten vom Himmel herab und doch schien, als wir unsere Anni im Arm hielten, plötzlich die Sonne. Ich wusste sofort, das ist die tiefste und reinste Liebe, die ich  je verspürt habe. Die ersten Wochen waren holprig, ich hatte leichte Wochenbettdepressionen, das war nicht immer leicht. Viele, viele Tränen und ein Auf und Ab später, bin ich angekommen, in meinem Leben als junge Mutter. Ja, jung in jeder Hinsicht. Aber nicht zu jung. (mehr …)

Ein Brief der Liebe, aber nicht nur der Liebe

 

Es ist Mittwoch, Zeit für einen neuen Gastbeitrag. Die liebe Azra, bei Instagram findet ihr sie HIER, hat heute einen Brief an ihre Tochter für uns. Ein Brief der Liebe, der Mutterliebe – und doch ist er so ganz anders, denn er lässt tiefer blicken. Ein ehrlicher Einblick in das erste Lebensjahr. Er zeigt auf, dass nicht immer alles reibungslos verläuft und dass es manchmal auch einfach besser ist, loszulassen, auf sein Bauchgefühl zu hören und es so zu machen, wie es für einen selbst und das eigene Kind am Besten ist. Aber lest selbst..

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Heute hat die liebe Lisa {Instagram: Lisamamafe} ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen. Hatten ihr Ärzte noch prophezeit, dass sie evtl. niemals Mutter werden würde.. ist sie heute Mama von zwei wunderbaren Kindern. Aber lest selbst!


Das Schicksal ist kein mieser Verräter,
ein kleiner Punkt, das große Glück! 

Ich beendete freiwillig, mitten in den Abivorbereitungen, die Waldorfschule Wir hatten gerade Gemeinschaftskunde und ich hatte das Gefühl, hier falsch zu sein. Es ist schwer zu beschreiben, aber es fühlte sich einfach falsch an. Es tat mir nicht gut. 

Ich war erschöpft. Schwindel, Erbrechen, Stimmungs-schwankungen erschwerten und bestimmten meinen Alltag. Mein Gynäkologe war kurz darauf der Meinung, den Grund für all das zu kennen. Zysten an meinen Eierstöcken. Ich musste operiert werden.  Zysten an den Eierstöcken, und ich sollte nie Mutter werden. Ich war fassungslos. Ich fühlte mich leer. Mit nur 19 Jahren schon so leer und müde. 

Ich ließ mich operieren. Es sollte alles noch schlimmer werden. Als ich meine Augen im im Aufwachraum öffnete, saß bereits der Oberarzt vor mir. „Frau P.“ sagte er. „Die OP verlief gut. Aber wir haben in ihrem Bauch einen Tumor entdeckt. Wir wissen noch nicht, ob er gut- oder bösartig ist..“. Er redete und redete, doch ich konnte ihm nicht folgen. Ich war verwirrt. Gerade erst wach geworden, fragte ich mich, ob dies die Realität oder ein schlechter Narkosetraum wäre. Leider war es kein Traum, es war real, es war echt. Der Grund für meine körperlichen Probleme war also ein Tumor. 

Es folgte ein schreckliches Jahr. Ich verlor meinen Freund. Eine kranke und schwache Freundin, das war nichts für ihn. Auch Freunde distanzierten sich von mir. Ich war einfach nicht mehr lebensfroh und unbekümmert genug, so schien es mir. Als wäre ich ihnen lästig. Arztbesuche wurden mein Alltag. Ich nahm von dem Kummer stark ab, nur noch 36 kg wog ich am Ende. Der Tumor musste entfernt werden, nur war ich zu dünn. Ich musste erst zunehmen, der Eingriff wäre sonst zu riskant gewesen. Dieses Wort „Tumor“ war so gewaltig, so bedrohlich. Wie ein eine Gewitterwolke, die mich bedrängte. 

Ich traf meine Grundschulliebe nach vielen Jahren wieder. Wir spazierten, kochten, lachten und verbrachten jede freie Minute miteinander. Dieser Kerl lernte mich von all dem Ungewissen, meinen Ängsten ab. Und er versuchte alles, um mich Lächeln zu sehen. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich Hals über Kopf in ihn zu verlieben. Wir wurden ein Paar und er gab mir Kraft. 

Ich hatte wieder stärker mit Schwindelanfällen und Übelkeit zu kämpfen. Ich nahm eifrig zu, so dass ich endlich operiert werden konnte. 

So kam der 27. Februar 2012. Ich hatte meinen Termin in der Universitätsklinik Eppendorf für die OP-Vorsorgeuntersuchung. An diesem Tag sollte eine Gewebeprobe entnommen werden. Die Ärztin machte vorab einen Ultraschall uns sagte mir anschließend, dass sie noch eine Blut- und Urinprobe machen würde. Es sei etwas in der Gebärmutter. Ich hatte große Angst und war starr. Reicht denn der Tumor nicht? Habe ich etwa noch einen weiteren? So viele Gedanken schwirrten in meinem Kopf umher, ich konnte sie einfach nicht ordnen, war panisch und voller Angst. 

Nach der Blutabnahme und dem Urintest saß ich im Flur. Die Wartezeit fühlte sich an wie eine Ewigkeit. Ich lief auf und ab, ruhelos. Schwestern und Ärzte zogen vorüber und lächelten. Doch mir war nur nach weinen. Die Wartezeit wollte einfach nicht enden..

Endlich, mein Name. Ich war erleichtert und doch so voller Angst. Ich wollte mich klein machen. Ich war davon überzeugt, dass er jeder meinen Herzschlag hören könnte. Jeder. Mein Herz, es raste und hämmerte und schlug so schnell. Und dann zeigte mir der Arzt ein Bild. Es war grau – mal heller, mal dunkler, und mittendrin ein Punkt. 

„Herzlichen Glückwunsch, sie sind schwanger!“ sagte er. 

Mein Baby. Ein kleiner grauer Punkt. Der wohl schönste Punkt, den ich jemals gesehen habe. Mein kleiner Punkt. Ich wusste direkt, dass jetzt alles anders werden würde. Doch wie würde ich das meinem Freund erklären? Ich nahm doch die Pille. Ich fragte meinen behandelnden Arzt, ob ich sicher schwanger sei. Er nickte. 

Der Tumor würde meinem Kind nicht schaden. Es gab aber nur zwei Möglichkeiten. Entweder der Tumor oder unser kleiner Punkt. Nur einer würde es schaffen. Tumor oder Baby. Noch für den Nachmittag vereinbarte ich einen Termin beim Gynäkologen. Und da klingte es, mein Telefon. Mein Freund rief an. Wann ich nun operiert werden würde, fragte er. Als ich ihm erzählte, dass es erst einmal keine Operation geben würde, freute er sich riesig. Ich verriet ihm aber noch nicht den Grund. Zu sehr hatte ich Angst vor seiner Reaktion, ich würde es ihm persönlich sagen. 

Und so fuhr ich Hand in Hand mit meiner Mama nach Hause, mit meinem kleinen grauen Punkt im Bauch. Ganz ehrlich – mein Freund musste diesen Schreck erst einmal sacken lassen. Wir waren erst zwei Monate ein Paar und wollten es langsam angehen lasen. Es war wohl Schicksal, es sollte wohl so sein, alles. 

Ich wollte kämpfen. Für mein Pünktchen, für mich, für uns als Paar und Familie. Ich wollte eine starke und gesunde Mutter werden, lieben und sorgen. Diese Lebenslust und der damit verbundene Kampfgeist war mir fremd. Noch nie zuvor habe ich mich so lebendig gefühlt. Natürlich hatte Angst, Angst zu versagen, keine gute Mutter zu sein und überhaupt, ich konnte mir die Zukunft gar nicht richtig vorstellen. Trotz der Ungewissheit und der Angst war es das große Glück.

Mittlerweile habe ich zwei wundervolle Kinder. Ich bin glücklich und gesund. Meine erste Schwangerschaft hat den Tumor schrumpfen lassen. Ich habe seither keinerlei Probleme. Ich lasse ihn jedes Jahr kontrollieren, er wird immer kleiner und unbedeutender. 

Ich bin dankbar und glücklich, und ich bin lebensfroh. Eine Zweifach-Mama mit viel Liebe, Kraft und Mut. 

           
Muttergefühle und andere Katastrophen..

Gerade noch vor einer Minute saß ich mit Mimi auf meinem Schreibtischstuhl, lachend und „Kussi“ gebend. Sie mit weit aufgerissenem Mund und viel Babyspucke, wir beide am lachen. 

Eigentlich ist heute kein Kolumnen-Tag und ganz eigentlich habe ich auch gar nicht die Zeit, diese Zeilen hier zu schreiben. Ich muss packen, ich muss aufräumen, ich muss noch zwei Artikel fertigstellen und abgeben. Und zu allem Überfluss habe ich auch noch festgestellt, dass Anni’s Reisepass abgelaufen ist. Ist ja nicht so, dass wir morgen Mittag schon fliegen. Leben mit Kindern ist auch immer irgendwie ein wenig wie leben am Limit. Und doch haben sie mich gerade überrannt – meine Muttergefühle. 

Aber, da war dieser magische Moment – zwischen Mimi und mir, wir beide glücklich und zufrieden. Es ist immer wieder verrückt, aber der Mensch ist doch ein wahres Wunder. Babys werden geboren und lernen innerhalb kürzester Zeit so unglaublich viel, im Affenzahn. Manchmal kann ich das alles gar nicht glauben. Ach, was rede ich – oft will ich mich zwicken, weil ich nicht glauben kann, wie gesegnet ich bin. Auch wenn das Muttersein nicht selten mit Ängsten, Kummer und auch Hilflosigkeit verbunden ist – so ist es doch ein wahrer Segen, das ganz große Glück. 

Gestern noch war mein kleines Mädchen ein anderes Mädchen. Und dann steht sie morgens auf und kann schon wieder so viel Neues. Einfach so, aus heiterem Himmel. Da sitzt sie und möchte mir unentwegt Küsse geben. Sagt man das Wort „Kussi“, Schmaaaaatz – bekommt man schon eins aufgedrückt. Oder das Wort „Nein“. Plötzlich weiß Mimi ganz genau, welche Bedeutung dieses Wort hat. „Nein, Mimi – lass das bitte sein!“ und sie hält inne, schaut mich an, bekommt ein kleines, lautstarkes fünf-Sekunden-Böckchen und reicht mir die Packung mit den Feuchttüchern. Aha, sie versteht mich. Zack, wieder etwas gelernt. Mein Baby wird groß und ist schon fast ein Kleinkind. In knapp zwei Wochen schon feiern wir ihren ersten Geburtstag. Ich meine, ihren ersten Geburtstag. Das klingt so unwirklich. War so doch letzten Monat noch im Dickbauch, dann unser kleines frisch geschlüpftes Baby und nun das.. 

Mein Mimi-Mädchen – du bist wundervoll-toll, du bereicherst mein Leben, machst es bunt und laut. Du und deine große Schwester, ihr macht mich zur glücklichsten Frau der Welt. Und zu einem besseren Menschen. Auch wenn ich so oft am Rande des Wahnsinns und am Ende meiner Kräfte bin – all das ist es wert. Für dich, für deine Schwester, für euch. Ihr seid wundervoll-toll, ihr seid bezaubernd und ich bin so unfassbar dankbar, denn dieses Glück ist nicht selbstverständlich. 

Deine Mama



Outfit Anni: alles ZARA, Pelzkragen Erbstück
Outfit Janina: Parka – Woolrich, Stiefel – Hilfiger, Schal – Muji, Jeans – Zara
Hallo, ihr Lieben!
Heute einmal ein paar Schnappschüsse vom Strand. Wir genießen es immer sehr, Spaziergänge am Elbstrand zu machen. Stundenlang könnte ich mich dort aufhalten. Was gibt es schöneres für ein Sommer- und Wasserkind wie mich und Anni?! Richtig, nichts. 
Die Outfits fielen, perfekt für einen Spaziergang am Wasser, bequem aus. Stiefel, ein wärmendes Mäntelchen – fertig! Während Anni direkt am Wasser spielte, setzten wir uns in den Sand und genossen die Sonnenstrahlen. Ich hab Sonne so bitter nötig!
Ich wünsche euch einen schönen Abend.
Liebst,
Janina

Hallo, ihr Lieben!

Heute hagelt es Fakten. Um genau zu sein, 20 Fakten über mich. Dinge, die ihr vielleicht noch nicht wusstet und nun geht es direkt los. Viel Spaß!

1. Ich liebe Holland. Wenn ich nur schon das Wort höre, ist es um mich geschehen. Ich liebe das Land, ich liebe die Leute, ganz besonders liebe ich den Akzent. Da fängt mein Herz direkt an zu rasen und es ist um mich geschehen! Naja, und um ehrlich zu sein – Eis liebe ich auch sehr. Kein Tag ohne eine große Portion Eis für das Janinchen. Besonders beliebt hier: Ben & Jerry’s. Vergessen sollte ich an dieser Stelle auch nicht meine ganz große Liebe zu Lakritz. Hach.

2. Ich bin Christ

3. Ich komme aus einer Großfamilie. Vier fabelhafte, kleine, Schwestern habe ich. Naja, nicht mehr so klein, aber sie sind doch viel jünger als ich. Allesamt sind wir sehr unterschiedlich, auch wenn das H.-Gen nicht zu verkennen ist. Ja, ja. Großfamilien sind toll!

4. Zum Nachdenken, oder wenn ich Kummer habe, setzte ich mich immer auf eine Bank. Dort sitze ich für mich alleine, sammle mich, überlege, schmiede Pläne. Egal welches Wetter, wichtig ist nur, dass ich dort alleine und für mich bin. (Bild unten, meine geliebte Bank im Riverview Park in MO. Dort ließ es sich am besten nachdenken, mit Blick auf den Mississippi).



5. Ich liebe das Wasser. Es muss gar nicht immer das Meer sein. Wichtig ist nur, dass ich Wasser vor der Tür habe. Dann geht es mir gut! Wasser ist mein Element und das, obwohl ich gar nicht wirklich schwimmen kann.

6. Sommer, Sonne, Sonnenschein. Ich bin ein Sommerkind. Kein Sommer, keine fröhliche Janina. Mental, wie auch gesundheitlich, bin ich so wetterabhängig, das ist gar nicht schön! Eigentlich müsste ich dort wohnen, wo es immer konstant warm ist UND natürlich die Sonne scheint.

7. Ich wäre gern US-Amerikanerin. Ja. Dann würde ich auf dem Land leben, 5 Kinder haben und glücklich sein. Als ganz junges Mädchen habe ich immer von den USA geträumt. Tja, die Liebe hat Bestand. Große Liebe. Sagen wir so, der american way of life entspricht so ziemlich genau mir.

 8. Ich bin immer von Fernweh geplagt. Das ganze Jahr über. Kein Tag vergeht, an dem ich nicht irgendwohin möchte. Es fängt schon damit an, dass ich niemals nur in einer Stadt leben könnte. Mir fällt die Decke auf den Kopf. Ich brauche immer Abwechslung. Abgesehen davon, kann kein Urlaubsland weit genug weg sein. Aktuelle Top 3: Afrika, Japan und Israel.

9. Ich bin der unpünktlichste Mensch, den ich kenne. Das liegt in meiner Natur, ich kann nicht anders. Ich fahre generell immer erst dann los, wenn der Termin, die Vorlesung (oder was auch immer) eigentlich schon beginnt. Schlimm, ich weiß. Dabei haben meine Eltern immer sehr viel Wert auf Pünktlichkeit gelegt. Aber was soll ich machen, ich bekomm es nicht in den Griff.. 😉

10. Meine Taschen haben allesamt Namen. Für jedes Schmuckstück hab ich einen Kosenamen. Ob Lulu, Lotta – die Kleinkarierte oder Pradalinchen – alle werden sie sehr geliebt! Bescheuert, ich weiß. Aber für mich sind teuere Dinge, wie eben diese Handtaschen, nicht selbstverständlich und deshalb liebe ich jedes einzelne Stück einfach sehr.

11. Ich hab ein viel zu großes Herz.

12. An Menschenkenntnis mangelt es mir leider. Das ist auch der Grund dafür, dass ich schon sehr häufig von Menschen verletzt wurde.

13. Ich hasse Hosen! Lange Zeit, ja Jahre, habe ich eigentlich kaum bis nie Hosen getragen. Ich fühle mich in Kleidern und Röcken einfach ungleich wohler. In Hosen fühle ich mich eingeengt und sie geben, gefühlt, zu viel preis. Es gibt zudem nichts schöneres, als im Sommer die Sonne und die frische Brise an den Beinen (auf der Haut) zu spüren. Ernsthaft, was gibt es schöneres?! Lange war hosentechnisch in meinem Kleiderschrank Ebbe. Aber so langsam wage ich mich wieder an die ein oder andere Hose und mein Hosenfach füllt sich langsam aber sicher..

14. Ich liebe Kathrin! Verrückte Sache mit uns Beiden, sag ich euch. Ursprünglich sind wir beide gebürtige Hannoveranerinnen, lernten uns aber in München kennen und lieben. Das Kennenlernen?! Hm, das könnt ihr euch so vorstellen: ‚Du kommst doch aus Hamburg, nicht wahr?! Wir haben doch den gleichen Namen, nicht wahr?! Ich komm dich besuchen!!!‘ Das waren wohl die ersten drei Sätze, die wir damals miteinander gesprochen haben. Und ja, ich kam sie tatsächlich besuchen – seitdem gibt es keinen Tag an dem wir nicht wenigstens aneinander denken. Kathrin, mit dir möchte ich alt werden. Wir sind dann die golden girls. <3

15. Ich bin ein Sale-Opfer. Ok, ich bin für alles ein Opfer, aber ganz besonders schlimm ist es mit dem Sale. Ein rotes Schild an einem Kleidungs- oder Möbelstück?! Janina MUSS ES KAUFEN!! Wochen später hängt es dann noch immer mit Preisschild im Schrank und ich denke mir: ‚Verdammt, was hast du dir dabei nur gedacht?!‘ Aber ich bin lernresistent, es werden wohl noch viele Sale-Schrankleichen einziehen.

16. Ich kann russisch lesen, schreiben und nicht mehr so gut sprechen.

17. Ich bin sehr früh Mutter geworden. Tja, was soll ich sagen.. Das war das Beste, was mir je passiert ist. Nicht, dass ich mir je hätte vorstellen können, überhaupt Mutter zu sein. Damals fiel ich aus allen Wolken, aber Anni ist wirklich das größte Geschenk, was das Leben für mich bereitgehalten hat.

18. Ich bin 180 cm groß und trage Kleidergröße 34! Haha, natürlich stimmt das nicht. Ich bin mit 170 cm Körperlänge recht durchschnittlich und meine Kleidergröße ist nun auch keine 34 mehr, eher eine 36 – 38. Ok, Zara zwingt mich sogar manchmal zu einer, sagen wir mal so, großen M.

19. Ich habe eigentlich immer gute Laune. Tatsächlich ist es schwer, mir die Laune zu verderben und selbst, wenn das jemand schafft (ich denke da aktuell an bestimmte Postbotinnen), hab ich mich idR immer in den nächsten 5 Minuten wieder ein. Auch bin ich ziemlich unbekümmert. Meine Einstellung zum Leben ist stets positiv. Es braucht was, um meine Unbekümmertheit ins Wanken zu bringen.

20. Ich bin geilo verpeilo. Kein Mensch ist so vergesslich und schusselig wie ich. Ganz schlimm, wie ich meine Umwelt damit nerve. Ich vergesse Termine, verlege meine Sachen.. Kein Mensch in meinem Umfeld reagiert noch auf mein panisches Aufschreien, weil ich zum x-ten Mal denke, ich hätte mein Handy verloren. Ja, ja.

Bonus:

21. Ich bin nachtragend. So nachtragend. Die Züge eines Elefanten habe ich da. Zwar vergebe ich, das auch recht schnell, aber ich merke mir alles!

dress – benetton, shoes – hilfiger

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Einen wunderschönen guten Morgen, ihr Lieben!
Nachdem ich die letzten zwei Tage krank war und das Bett gehütet habe, werde ich heute wieder durchstarten. Eher ein muss, als ein wollen. Hallo Prokrastination! Aber was soll’s. Meine To-do-Liste ist lang. Seeehr lang. Aber ich möchte mich nicht beklagen. Wie befreiend es sich doch immer wieder anfühlt, wenn man Dinge von seiner Liste streichen kann..
Der Tag im Bett, verbunden mit sehr viel Zeit, hat mich dazu veranlasst, mal in den ganz alten Fotos zu ‚kramen‘. Gefunden habe ich einige Bilder von klein Anni. Ich kann es gar nicht glauben, wie sehr die Zeit doch fliegt. Es fühlt sich an, als hätte ich sie noch letztes Jahr in meinen Armen getragen und nun ist sie groß. Einerseits macht mich das stolz und glücklich, aber auf der anderen Seite stimmt mich das auch sehr traurig. Mein kleines Anni-Baby geht selbstständig und zielsicher ihre eigenen Wege. 
Sie hat eine starke Persönlichkeit. Schon immer, vom ersten Tag an. Sie ist ein ruhiges Mädchen, beobachtet und beurteilt gern alles und jeden. Ein leistungsorientierter kleiner Mensch. Eine alte Seele steckt in diesem Kind. Ich bin immer wieder überrascht, wie erwachsen sie doch für ihr Alter ist. Schon immer wird mir gesagt, dass sie sehr reif und weit ist – einfach weiter, als Kinder in ihrem Alter. Sie ist ordnungsliebend und legt viel Wert darauf, dass bestimmte Sozialnormen und Regeln eingehalten werden.. Da wird auch die Mama nicht verschont, wenn sie unerlaubt auf dem Fahrradweg rumtrödelt. Gleichzeitig ist sie aber ein sehr barmherziger und feinfühliger Mensch, sie hat ein großes Herz. Ihr Gerechtigkeitssinn ist mehr als stark ausgeprägt. Ja, ja – das ist mein Mädchen. Bald 9 Jahre alt, kaum zu glauben. Noch ein Jahr und sie zieht aus und erobert die Welt, so kommt es mir vor. Kleine Anna, du bist ein Segen!

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