Geburtstrauma

ICH GAB EINFACH AUF UND VERSTUMMTE | GEBURTSTRAUMA

Foto von Leni Moretti

 

ICH GAB EINFACH AUF UND VERSTUMMTE
– alles in mir tobte,
aber meine Fassade war eisern und blieb still!

„Und, wie fühlst du dich, Janina?“, fragt mich meine liebe Hebamme und lächelt mich an. Ja, wie fühle ich mich – frage ich mich. Ohne groß darüber nachzudenken, antworte ich auch schon. „Ich fühle mich irgendwie nicht wirklich schwanger. Dieses Mal ist alles so anders als sonst. Normalerweise bin ich schwanger und merke es fast sofort. Spüre die Veränderungen. Spannende Brüste, ein Ziehen im Bauch – sowas eben. Sonst fahre ich immer direkt das volle Programm. Aber dieses Mal? Nö, nichts davon…“. Jedes Kind, jede Schwangerschaft ist doch so anders. Verblüffend. Bisher hab ich, vergleichsweise, den bisher kleinsten Bauch für die Schwangerschaftswoche. Das merke ich natürlich. Ich merke auch, dass auch sonst nicht viel anders ist. Nichts spannt, mir ist nicht übel, ich bin nicht groß emotional. Lediglich müde bin ich. Und das war es auch schon. Ist doch eigentlich auch gut so, denke ich. Und weiß eigentlich, dass da noch was ist. Dass da was lauert. Im Dunklen. Tief in mir. Und eigentlich weiß ich es doch nicht. Weil ich eine riesige Schutzmauer aufgebaut habe. Unüberwindbar. Für mich. Weil ich Angst habe vor dem, was dahinter lauert. Und weil ich Angst habe, dass diese Schutzmauer ins Wanken gerät.

Meine Hebamme nimmt sich sehr viel Zeit für unser Gespräch. Generell nimmt sie sich immer enorm viel Zeit, ist aufmerksam, kompetent, eine wirklich tolle Hebamme (für die ich unfassbar dankbar bin). Aber sie hat auch feine Antennen.
Wir sprechen also über die letzten und damit ersten Wochen der Schwangerschaft, über die letzte Geburt, über das was nach der Geburt geschah und plötzlich spüre ich den Knoten in meinem Hals, der mir fast die Luft abschnürt. Vorbei. Heiße Tränen füllen meine Augen und ich versuche stärker zu sein, eisern, versuche, sie zu verdrängen – aber es gelingt mir nicht. Ich spüre die erste Träne, die sich den Weg frei gekämpft hat, auf meiner Wange. Ich möchte nicht schluchzen. Wenigstens das nicht. Keine Schwäche zeigen. Ich denke an diese Mauer, die mich schützen soll. Die zweit Träne, die dritte, die vierte. Heiß und schwer und voller Kummer und Leid.

Und da ist es, das erste große und laute Schluchzen und es ist vorbei, ich verliere die Haltung und sacke in mich zusammen. Ich fühle mich auf einmal schwach. Fühle mich klein. Fühle mich hilflos und als hätte ich versagt, verloren, als wäre da gerade was zerbrochen.

Meine Hebamme spricht mit ruhiger Stimme mit mir. Sie steht auf, stellt sich hinter mich, legt mir ihre Hände auf die Schultern und das gibt mir in diesem Moment Kraft. Denn auch Nähe ist seit der letzten Geburt für mich eher etwas, was mir Angst macht. Was mir schwer fällt, was ich nur mit Überwindung zulassen kann. Aber in diesem Moment fühlen sich diese Hände auf meinen Schultern an wie die Erlösung. Als würden sie mich in dieser Sekunde, in diesem Moment, von so einer schweren Last befreien. Ich weine noch immer. Und die Tränen sind noch immer warm und schwer. Als hätten sie viel zu lange auf diesen Moment warten müssen. Und so sitze ich da und lasse zu. Lasse raus. Versuche nicht mehr, mit angestrengtem geraden Rücken und aufrechtem Haupt dazusitzen. Die Fassade ist gefallen.

Nach einigen Minuten spüre ich, wie die Tränen Platz gemacht haben für Luft. Die Anspannung, die sich da über die letzten knapp 18 Monate angesammelt hat, weicht. Die dicke, schwere Schutzmauer ist zum Teil eingerissen. Mein Schutzschild ist nicht mehr heil. Und ich weiß in dem Moment noch nicht, ob das gut ist – oder schlecht. Meine Hebamme setzt sich wieder neben mich und schaut mich an. Mit ruhigen Worten sagt sie:
„Siehst du, warum sich das dieses Mal so anders anfühlt? Warum du dich nicht schwanger fühlst?“

Ja, ich sehe es. Ich begreife es auch. Schutz. Selbstschutz. Angst zuzulassen, weil da noch so viel Angst ist, die so tief sitzt und nie ganz und vollständig aufgearbeitet wurde. Diese blanke Angst, die ich damals verspürt habe, ist für mich noch heute kaum auszuhalten. Die Angst um mein Kind. Die Sorge, es zu verlieren. Diese erste Woche mit unserem Sohn hat tiefe Wunden hinterlassen. Körperliche, vor allem aber ganz Seelische.
Ich kann mich erinnern, wie ich wie ein Häufchen Elend, wund, voller Schmerzen, voller Angst, kaum in der Lage zu stehen, neben dem Bett meines Babys saß. Immer. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Zusammengefallen. Weinend. Meine Augen rot und müde. Erschöpft. Hatte ich doch eigentlich selbst absolute Bettruhe, aber die Angst trieb mich an. Ich kämpfte dafür, ihn stillen zu dürfen. Wir kämpften (vergeblich) dafür, dass endlich jemand mit uns sprach und uns sagte, was hier gerade passierte. Ich funktionierte wie ein Roboter – und fühlte mich auch wie ein Roboter. Ich wusste, ich muss wie eine Maschine weiter machen. Wie ein Motor. Zuverlässig im gleichen Takt. Aber ich hab auch nicht vergessen, wie hilflos ich mich fühlte. Dass ich am liebsten laut geschrien hätte vor Angst und Hilflosigkeit. Stattdessen war ich stumm. Und weinte still. Es liefen einfach nur die Tränen. Stumme Zeugen meiner Gefühle.

Im ersten halben Jahr habe ich viel über das, was passiert ist, gesprochen. Mit Henry. Zumindest über das, was wir an Informationen hatten. Ich versuchte, es zu begreifen und wollte es verarbeiten. Aber ich konnte niemals nie nur daran denken, dann kamen schon die Tränen und die Hilflosigkeit und das Gefühl nicht gut genug zu sein. Also begann ich, (m)eine Maske aufzulegen. Mich zu schützen. Arbeitete an dieser Mauer in mir. Stein für Stein brauchte es, um sie dick und sicher aufzurichten. Ich lächelte, ich versuchte, den Kopf aufzurichten, gerade zu sitzen, stark zu wirken. ICH. BIN. STARK!

Ich gab einfach auf.
Für mich, so schien es, war das der leichtere Weg.
Und irgendwann, irgendwann ist das Gefühl von dieser Angst so tief vergraben,
so weit weg, dass es vergessen ist.

Das erste Jahr war schwer. Es war auch schwer für uns als Paar. Weil ich irgendwann nicht mehr redete. Ich verstummte. Weil ich die ersten zehn Monate nicht einmal mehr eine Berührung zulassen konnte. Keine einzige. Eine Hand auf meiner Schulter von dem Mann, den ich unfassbar liebe, machte mir Angst und brachte Beklemmung. Eine Umarmung war für mich nur schwer zu ertragen. Ein zarte Berührung im Vorbeigehen, etwas, was ich sonst immer so liebte und schätzte, trieb mir den Angstschweiß hoch. Oft biss ich die Zähne zusammen. Aber viel viel öfter reagierte ich mit Ablehnung. Geh weg. Fass mich nicht an. Mich wegdrehen. Wegsetzen. Komm mir bloß nicht zu nah. Ich hörte auf zu sprechen. Dabei war es immer genau das, was uns so zusammenhielt. Das miteinander sprechen. Ich konnte es nicht mehr und doch fehlte mir im gleichen Moment all das so unfassbar sehr. Mir fehlte die Nähe. Mir fehlten seine Arme, die sonst immer mein Fels waren. Mir fehlte sein vertrauter Duft. Mir fehlte all das so sehr, dass es weh tat.

Als die Hebamme mich an diesem Tag an meiner Haustür kurz umarmt, ihr warmes Lächeln trägt und sich verabschiedet, schließe ich die Tür und setze mich auf die Couch. Es ist still im Haus. Niemand sonst ist da. Nicht Henry, nicht die Kinder. Ich sitze da und bin plötzlich zutiefst erschöpft und müde. Ich spüre meinen Körper plötzlich wieder. Ich weine nochmal. Und obwohl ich weine, obwohl ich so komplett übermannt bin von meinen Gefühlen und all dem, was gerade in mir tobt, spüre ich auch Erleichterung. Da ist ein Funken Licht. Die Mauer ist eingerissen und ich nehme mir an diesem Tag, in dieser Minute vor, all das Geröll wegzuräumen. Stück für Stück, Stein für Stein. Nach vielen Minuten stehe ich auf und hole mein Telefon. Ich rufe Henry an, ich höre seine Stimme und mir laufen die Tränen. Ich kann nicht sprechen, ich sage nichts, ich weine einfach still ins Telefon. Und er, er hört still zu. Gefühlt eine halbe Ewigkeit. An diesem Tag kommt er früher Heim und ich spreche, ich spreche und spreche und spreche und weine und spreche. Ich bin wieder da. Ich bin ein Stückchen wieder die Alte, wieder ein Stück näher an der Janina, die ich eigentlich bin.

 

 

 

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KOMMENTARE

Dieser Beitrag hat 63 Kommentare

  1. Liebe Janina! Vielen, vielen Dank für diesen mutigen, schonungslos ehrlichen und wundervollen Text. Ich musste beim Lesen gerade weinen weil deine Worte mich so berührt haben. Ich habe als sehr junge Frau mit Anfang 20, nach zwei sehr traumatischen Geburten nicht verstanden, was mit mir los ist und es hat fast 6 Jahre gedauert, um mich wieder spüren zu können. Danke, dass du so darüber schreiben kannst! Danke, danke, danke!

    1. Liebe Yassamin,

      ich danke dir aus ganzem Herzen für deine Worte und auch für deine Offenheit.
      Beim Schreiben dieser Zeilen habe ich fast durchgehend Tränen vergossen. Da ist so viel versteckt an Gefühl und es tut einfach gut, dass die Fassade gefallen ist. Ich hatte das große Glück, dass die Geburt an Sich, bis eben die letzten Minuten und all das, was dann später kam, wirklich wunderschön war. Ich glaube, das hat mich auch noch so ein wenig gerettet in diesen letzten 1,5 Jahren. Dieses Wissen, dass ich eben wunderschöne, wenn auch schmerzhafte Stunden erleben durfte.

      Ganz ganz liebe und herzliche Grüße an Dich
      Janina

  2. Wow… Ich musste so weinen bei deinem Text… Unglaublich! Danke Janina.. Für deine Offenheit, deine Gefühle, deine Art wie du bist… I just love you!

    1. Liebe Niccy,

      ich danke dir sehr für deine Worte. Ich habe beim Schreiben des Textes fast durchgehend Tränen vergossen. Aber die Tränen kamen nur so heraus und mussten wohl auch ihren Weg finden. Ich fühle mich immer befreiter und hab das Gefühl, dass sich diese Mauer nun nach und nach abbaut. Und Sprechen ist halt doch Gold (und wichtig). <3

      Hab einen Schönen Sonntag und fühl dich fest umarmt!
      Janina

    2. Wow, bin zutiefst berührt von deinem Text. Ich kann teilweise gut nach empfinden wie du dich gefühlt hast. Auch unser kleiner Sonnenschein musste vier Wochen nach seiner Geburt für eine Woche ins Krankenhaus und ich knabbere heute noch zum teil dran.
      Danke für deine Offenheit liebe Janina!

    3. Du bist so stark! Danke für diese ehrlichen Zeilen. Sie sind so bewegend und aus den Herzen. Alles Liebe auf dem weiteren Weg zu dir! ❤️🙏🏼

  3. Danke ! Du holst mich wieder zurück ins Leben ! Danke Danke Danke

  4. Liebe Janina 🌷 welch berührende Worte von Dir zu lesen…deine Geschichte lässt einen sooo mitfühlen und die Tränen laufen nur so über die Wangen. Ich danke dir, dass du deine Geschichte mit uns teilst. Alles Liebe 💗

  5. Liebe Janina, wow. Ich bewundere es immer wie du es schaffst deine Emotionen in Worten auszudrücken. Ich habe ähnliche erlebt, ein traumatisches Geburtserlebnis und die Sorge danach um das Kind, eine Woche Krankenhaus und selber hat man nur funktioniert und ungeahnte Kräfte mobilisiert. Am Ende ist alles gut ausgegangen. Ich habe dann nach 9 Monaten bei einer Heilpraktikerin daran gearbeitet, dachte damit seines vom Tisch. Aber es sitzt/saß so tief. Jetzt in meiner zweiten Schwangerschaft hat mich vieles eingeholt und die Erinnerungen kommen hoch. Ich habe mich am Anfang auch nicht schwanger und komisch gefühlt. Mir hilft gerade eine Therapie und mittlerweile kann ich die Schwangerschaft genießen, mit dem Trauma besser umgehen und freue mich bald 3 Jahre später dann das zweite mal Mutter zu werden. Natürlich habe ich auch Sorge was diesmal auf einen zukommt. Versuche aber das vergangene loszulassen und dein Beitrag hilft einfach enorm. Man ist nicht alleine. Ich Danke dir und wünsche dir alles alles liebe. Gib dir die Zeit die du brauchst. Eine ganz liebe Umarmung <3 Nicole

  6. Puh…
    Danke für deine aufrichtigen und gefühlvollen Worte.
    Hier laufen die Tränen, weil ich doch so einiges nachvollziehen kann.
    Danke!

  7. Liebe Janina,
    dein Text hat mich sehr ergriffen und mir liefen die Tränen. Du bist eine ganz tolle Frau und ich wünsche Dir von Herzen alles Gute.
    Einen schönen Muttertag💗.
    Liebe Grüße
    Farina

  8. Liebe Janina, vielen Dank für diesen Text, der so persönlich und offen ist. Es muss nicht immer alles rosarot sein und es ist trotzdem okay, denn so ist das Leben. Ich freue mich, dass es Dir besser geht und Du nun langsam einen Weg findest mit all dem Geschehenen umzugehen. Deine Worte haben mich so tief beführt. Viele liebe Grüße

  9. Wow, ich bin sprachlos.

    Danke für deine ehrlichen Worte und diese so persönlichen Einblicke…..fühle mich Dir in Vielem was du schreibst sehr verbunden und merke, dass es ok ist, Schwächen zu haben, zu zeigen und darüber zu reden.

    Danke- aus tiefstem Herzen dafür!

  10. Liebe Janina,
    Ich finde sich sehr sehr mutig! Ich lese dir deine Beiträge und wundere mich wie du das überhaupt alles machst und schaffst! Ich habe 4 Wochen nachdem ohboy geboren wurde, mein 1. Kind geboren und war an manchen Tagen sehr stolz meinen Einkauf erledigt zu haben und vielleicht sogar etwas gekocht zu haben- während du in dieser Zeit bereits halb NY besichtigt hattest, aussahst wie ein Modell und leckere Rezepte postest! Bei mir und meinem Mann ist das reden leider auch (fast) abhanden gekommenen und das belastet mich sehr- wo die Gründe liegen weiß ich leider nicht genau – darum trage ich auch meine Maske – unserem Kind zu 💕 ! Es tut mir gut zu lesen, dass auch dir manchmal nicht anders geht und hoffe sehr, dass du deine Schwangerschaft nun auch emotional in vollen Zügen genießen kannst

  11. Liebe Janina,

    konstruktive Kritik: ich empfand es nach durchlesen des Textes ehrlich gesagt etwas unpassend folgendes zu lesen: „Viele weitere, schöne Artikel rund um das Thema Geburt samt Geburtsberichte
    findet ihr HIER“ – insbesondere das „schöne“ löste bei mir irgendwie ein komisches Gefühl aus nach diesem ernsten Text.
    Ich hoffe natürlich Dir/euch geht es besser!

  12. Oh Janina…. lass dir gesagt sein;
    Du berührst Menschen! Du rührst mich mit deinen Texten zu tiefst. Danke fürs teilhaben lassen an schönen Tagen aber eben auch an denen die schwer und dunkel sein!
    ❤️

  13. Liebe Janina!
    Danke für deine Worte! Musste die ganze Zeit weinen. Ich habe das alles selber über 8 Jahre durch gemacht und an dem ganzen wäre meine Ehe fast kaputt gegangen.
    Musste lernen, dass ich über alles spreche und nicht alles runter schlucke.
    Mittlerweile funktioniert das sehr gut.

    Danke für deine Beiträge, danke für deine Offenheit und danke, dass du so ein toller Mensch bist
    Wünsche dir einen schönen Muttertag ❤

  14. Welch berührender Text… Du bist eine unglaublich starke Frau, du kannst wirklich stolz auf dich und deine Familie sein. Es ist schön, wenn jemand in Zeiten, in denen das virtuelle Leben mit seinen Filtern und Fotoshop die Oberhand hat, einen so ehrlichen, ungeschönten und unglaublich gefühlvollen Text schreibt. Du gibst sicherlich einer Menge Frauen Mut, hör nicht auf damit! Du bist großartig!

  15. Was für ein toller Text. Ich weine ❤❤❤

  16. Liebe Janina,
    Danke für diese ehrlichen Worte! Wahnsinn, was man versucht mit sich selbst auszumachen. Auch wenn man den besten Mann der Welt an seiner Seite hat… es gibt Ausnahmesituationen, in denen man funktioniert und seine eigenen Gefühle und Ängste ganz weit hinten anstellt. Aber wenn es nicht mehr geht und diese Ängste einen einfach überkommen oder man reden kann, tut es einfach nur unfassbar gut! Ich wünsche dir einen wunderbaren Muttertag, du mutige und tolle Frau. LG Nadine

  17. Janina, du erzählst 1 zu 1 meine Geschichte, nur dass es unsere erste Geburt betrifft. Danke, dass du so offen bist und ich mich nicht alleine fühle… wir sind tolle Mütter. Alles Liebe zum Muttertag!

  18. Oh Danke, liebe Janina! Auch drei Jahre nach der Geburt ist hier noch viel vergraben- die zu schnelle Geburt mit den vielen Verletzungen, das lieblos zusammen genäht werden wie ein Stück Fleisch. So erschöpft zu sein nach der Geburt, dass man nicht „dieses unbeschreibliche Glücksgefühl“ empfindet, dass alle so beschreiben, sondern nur denkt „zum Glück ist es vorbei.“ und sich später fragt, was denn nicht mit einem stimmt, warum einem das Baby denn nicht sofort alles vergessen lässt. Die Besuche bei derFrauenärztin, wenn man doch eigentlich im Bett liegen sollte, Oxytocin Infusionen, weil die Rückbildung nicht so will, dadurch wiederholt erneuter Milcheinschuss, ein Baby, das nicht mehr saugen mag und so viel Gewicht verliert, eine Hebamme, die also Sofortmaßnahme die Flasche empfiehlt und dann einfach die Termine absagt, als das Baby gar nicht mehr an die Brust will. Eine Stillberaterin, die sagt- klappt doch, als das Kind doch mal 2 Min nuckelt.Das Gefühl, versagt zu haben, weil man nur 3x abpumpt und sowieso alles mit Premilch strecken muss.
    Der Beckenboden, der sich nicht so richtig erholen mag, die Narbe, die noch jedesmal zwickt, bevor die Menstruation einsetzt. Der Mann, der nicht verstehen kann, warum ich nicht einfach nur die Flasche gebe, der ungeduldig und müde und überfordert ist mit diesem Häufchen Elend, das mal seine Frau war.
    Und die große Angst, dass bei einem zweiten Kind wieder so etwas passiert. Oder noch mehr.
    Und die Stille, nicht darüber zu reden, weil „man das ja irgendwann mal abhaken muss“ oder weil andere noch Schlimmeres durchgemacht haben. Ich glaube, ich habe mich seitdem nie mehr zu 100% geöffnet.
    Jedenfalls Danke für deine Worte. Vielleicht hat die Mauer hier heute einen Riss bekommen.

    1. Hi Bibi, ich bin (noch) keine Mama und auch nicht schwanger. Bin durch Zufall hier drauf gekommen und dein Kommentar hat mich echt berührt. Ich möchte dir was sagen… Meine Mama war mit mir mit einem Zwilling schwanger, den sie verloren hat. Schon da hat sie sich wie eine schlechte Mutter gefühlt und so schuldig. Meine Geburt war unglaublich schlimm für sie, ich war fast 2 Wochen zu spät, lag in Steißlage, die Ärzte waren extrem stressig und unfreundlich, man musste mich drehen und dabei hat sich die Nabelschnur um meinen Hals gewickelt. Ich hatte Sauerstoffmangel und musste mit der Saugglocke geholt werden. Ich war zu lange zu blau, Mama hatte so sehr Angst und Schuldgefühle. Das Gefühl nicht gut zu sein, versagt zu haben. Ich konnte nicht gestillt werden, ich hatte keine Kraft. Ich habe an Gewicht abgenommen, musste ins Krankenhaus-ir wurde Laktose hochdosiert in die abgepumpte Milch gegeben und ich war allergisch und lag wochenlang wund, meine Mama hatte keine Kraft sich gegen die Ärzte einzusetzen. Sie hat sich so schwach und hilflos gefühlt. Ich habe überlebt. Meine Mama hatte große Schuldgefühle und war nicht mehr sie selbst – nach außen schon aber innerlich zerfressen, mein Papa wurde im selben Jahr arbeitslos, die Angst war riesig. Und ja das ist alles so schlimm und mich selbst berührt das tief…aber was ich dir damit sagen mag: heute bin ich, eine junge Frau (23), sooooo stolz auf meine Mama. Sie ist für mich meine Löwin, die immer für mich kämpft. Von Anfang an. Irgendwann kommt die Zeit, in der du mit deinem Kind über die SS und die Geburt etc sprichst, bei meiner Mama hat es Wunder bewegt- seither ist sie wieder stolz auf sich und steht zu sich. Ich liebe meine Mama und ich bin mir sicher, dass auch für dich der Punkt kommt, an dem die Mauer nicht mehr da ist. Denn Mamas sind toll, jede einzelne- auch du bist toll! Bitte glaub an dich. Du bist ne gute Mama, ne starke Frau und bist genau so wie du bist genau richtig für dein Kind! Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Gute für dich, dein Kind und eure Familie ❤️

  19. Liebe Janina,
    Danke für diesen Text 🙏🏻 und für deine Ehrlichkeit. Ich weiß nun einmal mehr, dass ich nicht allein bin. Denn auch ich kenne diese Gefühle der Beklemmung und weiß heute sogar, dass es Zwangsgedanken sind (englisch: ROCD) habe mich seit 5 Monaten auf einen wunderbaren Weg zu mir selbst gemacht (mit viel Schmerz aus meiner eigenen Kindheit) und habe mir selbst versprochen niemals mehr meine Gefühle zu unterdrücken.
    Ursache war bei mir auch einfach die Belastung als Arbeitsnehmerin und Mama und viel zu wenig Zeit für mich selbst.
    Alles Liebe für dich ❤️
    Sarah

    1. Liebe Bibi, (und so viele andere) hier auch, es tut mir leid, was ihr erfahren musstet und müsst. Ich habe mal einen Bericht von einer Hebamme aus Hamburg gelesen (es war glaube ich in der Zeitschrift ELTERN), die die Geburt mit den Frauen noch einmal nachstellt, um ihnen ein schönes Geburtserlebnis zu geben. Mittlerweile bieten das einige Hebammen und Psychologen an. Vielleicht wäre das eine Hilfe? Hier findest du eine Linksammlung mit Hilfsangeboten und Netzwerken in Deutschland, Österreich und der Schweiz. http://www.gerechte-geburt.de/links/verarbeitung-von-schweren-geburten/ Ganz viel Kraft. Sophie.

  20. Liebe Janina, danke für deine immer ehrlichen und wunderbaren Texte. Auch mir liefen gerade die Tränen beim Lesen. Fühl dich umarmt.
    Ich musste so an meine letzte Schwangerschaft denken. Die Geburt des Mädchens hatte ich immer noch nicht verarbeitet und dank meiner wunderbaren Hebamme und sehr befreienden Tränen bei ihr durfte ich eine schöne und gute Schwangerschaft und Geburt erleben. Das wünsche ich dir jetzt von Herzen und lese gerne weiter von dir.
    Mit lieben Grüßen, Natalie

  21. So toll geschrieben. Mir laufen gerade selbst die Tränen. Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht und es hat lange gedauert bis die Wunden anfingen zu heilen. Was nun meine 3. Schwangerschaft mit mir machen wird werde ich sehen, ich bin gespannt aber hab das Gefühl es könnte auch ein Schritt Richtung Heilung sein. Danke für deine Offenheit! Ich lese so gern von Dir. Alles Liebe

  22. Liebe Janina, ich bin sonst stille Mitleserin deines Blogs. Heute aber möchte ich auch einmal etwas schreiben, denn ich möchte dir von Herzen danken für diesen ehrlichen Text. Ich bin Kinderärztin und stehe daher auf der anderen Seite. Es tut mir von Herzen leid, dass du solch eine Erfahrung machen musstest und offensichtlich nicht die Unterstützung, das Verständnis und die Aufklärung erhalten hast, die allen Eltern in dieser Situation bedingungslos zusteht. Dafür muss man sich in meinem Beruf immer wieder sensibilisieren und ich hoffe, dass mir das immer wieder von Neuem gelingt. In der heutigen Zeit und dem Zustand unseres Gesundheitswesens geht das leider meist als erstes unter. Das soll und darf aber nicht passieren. Es muss sich etwas ändern und das dringend!! Und damit sich etwas ändern kann, braucht es unter anderem Texte wie deinen. Ich danke dir von Herzen dafür!

  23. Danke. Für deine Offenheit. Dieser Text allein macht mir schon wieder einen Kloß im Hals denn auch hier kämpfen wir uns immer noch jeden Tag ein bisschen zurück in unsere neue Beziehung. Auch bei uns hat die geburt und vor allem das nicht vorhandene Wochenbett mit viel Angst Unsicherheit und schreien dazu geführt dass ich immer stiller und zeitgleich aggressiver wurde. Dass Berührungen qualen wurden und nur noch unfreundliche und vor allem wirklich gemeine Dinge gesagt wurden obwohl wir und vor allem ich einfach wahnsinnig psychisch und körperlich am Ende waren und teilweise noch sind. Ich arbeite inzwischen aktiv und auch mit Hilfe daran die Zeit von damals aufzuarbeiten und merke in Kleinigkeiten im Alltag langsam eine Verbesserung … ich fühle mit dir und euch❤️

  24. Liebe Janina, jeden Tag kleine Einblicke in Deinen und Euren Alltag bekommen zu dürfen, Teil zu haben, an den kleinen und großen Dingen in Deinem Leben ist bereichernd und unterhaltsam, oft beruhigend und schön. Aber das hier.. Dass Du uns heute Teil an deinen innersten Gefühlen haben lässt dass ist einfach extrem berührend.
    Es ist mutig und bewundernswert und zeigt uns einmal mehr so deutlich, was für eine starke, tolle Frau du bist.
    Obwohl ich (noch) keine Mama bin standen mir die Tränen in den Augen.
    …Entwaffnend deine Ehrlichkeit und großartig Dein Mut, diesen Geröllhaufen nun angehen zu wollen. Ich freue mich sehr, dass du einen Mann an deiner Seite hast, der dich ganz sicher dabei unterstützen wird und eine Familie auf die du dich immer stützen kannst.
    Ich schicke dir unbekannter weise eine Umarmung und liebe Grüße
    Lena

  25. Danke 🙏
    Wahnsinn.

  26. Du Liebe😘das war ein sehr berührender Text. Ich fühle mit dir. Und ich schicke dir ganz viel Kraft .Du gibst hier sicher einigen den Mut ihre ganz persönliche traumatische Vergangenheit zu bearbeiten. Mich inklusive.Danke.

  27. Liebe Janina, vielen Dank für diesen ehrlichen, echten und so berührenden Text..! Fühl dich umarmt..❤️

  28. Vielen Dank liebe Janina… Ich weine, weil ich das selbe fühle… Ich hatte bei meiner letzten Geburt Todesangst, nicht um meine kleine Angst sondern um mich und erst die ersten drei Gespräche mit meiner lieben hebamme haben mich dieses Gefühl und die Angst drum herum aufarbeiten lassen… Auch wenn ich bis zur nächsten Geburt Ende Juli noch viel vor mir habe… Bin ich froh das es vorran geht… Und auch wenn ich nicht will das noch andere Frauen diese Ängste und Gefühle haben, tut es gut auch von anderen darüber zu lesen… Vielen lieben dank dafür

  29. Liebe Janina, einen sehr berührenden Text hast du da heute veröffentlicht. Ich bin so dankbar für deine tolle Hebamme, was für ein Glück du mit ihr doch hast. Diese Art von Menschen verdienen die größte Anerkennung (und noch so viel
    Mehr!). Ich drücke dich <3

  30. So offene, wahre Worte. Danke

  31. Deine Worte haben mich so berührt. Man spürt so viel in jeder Zeile. Ich denke an dich und wünsche dir von Herzen, dass du mit jedem Stein, der fällt, näher zu dir zurück bringt

  32. Liebe Janina, soviel Kraft strahlt aus deinen Worten und gleichzeitig soviel Angst. Ich finde deine Offenheit unglaublich mutig und gleichzeitig hoffe ich, dass auch dies deine Mauer noch ein stück mehr hat zerfallen lassen. Wir Mamas sind so stark und so verletzlich wie kein anderer. Ich bin ganz gerührt und berührt von deinen Worten❤️
    Marlin

  33. Du sprichst mir aus der Seele!
    Vielen Dank für deinen Mut und diese ehrlichen Zeilen. Ich verfolge dich seit der Schwangerschaft mit deinem „oh Boy“ und all das, was du nach der Geburt dieses süßen Buben erleben musstest, ist mir in ähnlicher Form auch widerfahren.
    Für dich (und alle anderen Mütter da draußen) sollte jeder Tag Muttertag sein!
    Janina, du bist „oh wunderbar“!!!
    Herzensgrüße aus Berlin

  34. Liebe Janina,
    Wow, ich muss mich gerade erstmal wieder sammeln. Danke für deine ehrlichen und offenen Worte! Du hast genau das beschrieben, dass ich seit 11 Monaten fühle nachdem ich meine Tochter zur Welt brachte und leider nicht so, wie ich es mir für uns gewünscht habe. Ich hatte auch solche Ängste um meine Tochter, sodass ich seitdem eine Mauer aufgebaut habe und meinen Mann eher wegstoße als mit ihm zu sein. Deine Worte geben mir Mut, weiter am Trauma zu arbeiten und Gefühle zu zulassen. Danke dir so sehr!

  35. Vielen Dank für diesen wunderschönen, tiefgründigen und hoch emotionalen Text! Er hat mich sehr sehr berührt, sodass auch für meine Tränen kein halten war.
    Ich kenne auch diese Mauern um das eigene Herz (aus anderen Gründen). Habe jedoch noch keinen Weg gefunden sie dauerhaft zu senken… 😔

  36. <3 Was für ein Text. Und man spürt die Erleichterung!

  37. Liebste Janina,
    ich habe Gänsehaut und mir kommen die Tränen — größte Hochachtung für Deine Gedanken, die Du hier so aufrichtig teilst. Es tut mir im Herzen weh, was so sehr falsch gelaufen ist.
    Umso schöner, dass Du Deine positive Entwicklung hier mit uns teilst. Und so vielen Frauen, die Ähnliches durchleben mussten, Hoffnung schenkst.
    Es klingt immer so abgedroschen, aber alles wird gut werden. Auch, wenn der Weg dahin nicht immer einfach ist.
    Danke Janina.
    ♥️
    Ganz herzliche Grüße.

  38. Liebe Janina,

    schön dass diese Mauer gefallen ist. Und toll so eine Hebamme an seiner Seite zu wissen. Ich kann mir vorstellen dass es für dich und für euch eine schwierige Zeit war. Ich finde es zeugt von großem Mut und großer Stärke dass du deine Gefühle in diese berührende Zeilen fasst.
    Nach meiner Brustkrebs Diagnose relativ kurz nach der Geburt meines 2. Sohnes, einer sehr schweren Operation, Chemo und Bestrahlung, bin auch ich verstummt. bzw. habe ich mich zurück gezogen in mich selbst. Noch jetzt ist es nicht leicht für uns als Familie, für uns als Paar. Ich verstehe dich sehr gut. Deine Abwehrhaltung zum Schutz.
    Ich wünsche dir das euer kleines 4. Wunder mit all den niedergerissenen Steinen ein wunderschönes Haus zeichnet, welches in jeder Ecke Sicherheit und Zuversicht versprüht.
    Alles Liebe für dich Janina ❤️

    Linda von Cookiemonster.and.me

  39. Liebe Janina, der – unfassbar schön geschriebene – Text treibt mir die Tränen in die Augen. Ich fühle so mit und kann so gut mitfühlen. Nicht wegen des erlebten, aber der Bau des Schutzwalls. Meine Tochter ist im Januar 2 geworden und erst seit ca 1-2 Monaten lasse ich den Vorhang fallen und somit Gefühle zu.
    Immer wieder schön zu „hören/sehen/lesen“, dass man irgendwie nie alleine ist.

  40. Liebe Janina,
    ich sitze mit Tränen in den Augen hier… die Geburt meiner Tochter vor fast 10 Monaten war für mich sehr traumatisch. Ich war danach – zum ersten Mal in meinem Leben – emotional völlig eingefroren. Ich habe nicht verstanden, was da passiert ist und weiter mit mir passierte. Die Frage nach dem „warum“ – die ja leider oft unbeantwortet bleibt – hat mich manche Nacht wach liegen lassen. Auch heute kämpfe ich immer noch Stück für Stück, um dieses Erlebnis zu verarbeiten. Ich habe mir mein Leben lang zwei Kinder gewünscht, aber die Angst vor einer Wiederholung lähmt mich. Und es ist für mich so unfassbar wertvoll, wenn ich höre oder lese, dass ich mit all meinen Gefühlen, Ängsten und Gedanken nicht alleine dastehe! Ich danke Dir dafür.

  41. Wow- mir kullern die Tränen. Weil ich mich in deinen Zeilen erkenne. Und just in diesem Monat Besserung erfahre!
    Bleib weiter so offen, daraus entstehen die wunderschönen Zeilen- Danke!

  42. Mir laufen die Tränen, dein Text berührt und ich freue mich, dass du wieder zu dir findest!

  43. Wow! Was für starke Worte und Gefühle! So ähnlich ging es mir auch – nach meiner dritten Geburt. Es war alles so anders, so dramatisch und mein kleiner Schatz ist nun gut ein Jahr und wir sind so unendlich dankbar wie sich alles entwickelt hat. Aber wenn ich an die Geburt, die Minuten, Stunden, Tage und Wochen danach zurück denke, dann….ja, dann wird mir immer noch ganz anders und ich spüre auch diesen Kloß im Hals – diese Angst und diese Ohnmacht! Ich habe damals auch viel mit meinem Mann darüber gesprochen. Aber das was du in diesem Text beschreibst, kommt mir so bekannt vor und ich glaube, mir sollte auch mal jemand seine Hände auf die Schultern legen…. Ja, das wäre schön!
    Danke für das Teilen dieser Erfahrung!!! Wie schön, dass deine Mauer eingerissen ist!
    Alles Liebe

  44. ❤️
    Mir fehlen die Worte.

  45. Danke für deine Worte,ich erkenne mich selbst und frage mich,was ich tun kann und das schon sehr lange.aber irgendwie verdränge ich das Gefühl dann und funktioniere einfach….

  46. Liebe Janina, ich danke dir auch sehr für diesen Text und den Mut, deine Gefühle zu teilen. Ich habe auch mit dir mitgeweint, es hat mich sehr berührt. Und ich freue mich, dass du die Mauer einreißen konntest und all die Tränen und Worte rauslassen konntest. Ich wünsche dir von Herzen diesmal eine sorgenfreie(s) Geburt UND Wochenbett!

  47. Wow, was für ein emotionaler Text. Ich liebe es, wie du schreibst ❤
    Ich wünsche dir und deiner familie alles erdenklich gute für eure spannende zukunft!

  48. Ich verstehe dich. So sehr. Mein Nach-der-Geburt-drama ist nun schon über 3 Jahre her. Und würde ich dies jetzt nochmal aufarbeiten, ginge es mir vermutlich wie dir. Ich erinnere mich noch wie ich ein gutes halbes Jahr danach noch jeden Abend geweint habe. Einfach so. Irgendwann wurde es weniger. Bis es verblasste. Zum aufarbeiten kam ich nie. Aber der Kloß im Hals ist noch immer da.

  49. Danke dass du deine Gefühle mit uns teilst. Ich musste Weinen beim lesen doch zum Ende hin wurden es Freuden Tränen. Reden ist das A und O und ich hoffe die Mauer wird sich nicht nochmal aufbauen ❤️. Fühl dich Gedrückt

  50. Oh Janina, ich bin so unglaublich berührt von deinen Worten, dass auch bei mir die Tränen kullerten. Ich danke dir für deine Ehrlichkeit und Offenheit und für das Erzählen deiner Geschichte, für das Berühren mit deinen Worten. Ich wünsche dir, dass du Stück für Stück deine Mauer abbaust und wieder richtig zu dir findest. Und eine wunderwunderwunderschöne intensive vierte Schwangerschaft! Alles Gute und liebe Grüße, Marieke

  51. Liebe Janina,
    Ich liebe es deine Texte zu lesen & dieser hat mich wirklich sehr berührt. Vielen Dank für diese Ehrlichkeit & die Einblicke, die du mit uns teilst. Du bist eine unglaublich tolle & starke Frau! ❤️

  52. Liebe Janina, ein so schöner und ehrlicher Text. Zwischen meinem Partner und mir ist seit der Geburt unseres Sohnes nichts mehr so, wie es einmal war. Das so sensible und wertvolle Wochenbett wurde so oft gestört, Grenzen durch äußere Faktoren überschritten – wir zwei mit unserem kleinen Bündel hilflos und überfordert, ohne Mut unsere Bedürfnisse einzufordern irgendwo mittendrin. Das hat so an uns gerüttelt, dass ich mittlerweile so blockiert bin, ihn in meine Nähe zu lassen, kontrolliere, eine bestialische Löwenmama bin, die sein Kind schützen möchte, um jeglichen Preis Grenzen und Barrieren aufrecht zu erhalten, mich „endlich“ zu schützen. Mir tut das für meinen Partner so leid, aber ich kann nicht aus meiner Haut fahren.

  53. Danke für diesen so emotionalen und persönlichen Text! Er hat mich wirklich berührt! Ich wünsche dir, dass du all das aufarbeiten kannst und entspannt und vertrauensvoll in die nächste Geburt starten kannst!

  54. Oh Janina, wie schlimm. Ich sitze da und mir laufen Tränen übers Gesicht… Ich kann es nur allzu gut verstehen und nachfühlen. Mir ging es ganz ähnlich nach der Geburt meiner 2. Tochter Marie…. Lange habe ich gedacht, ich bin stark, muss stark sein. Viel zu lange habe ich nicht auf mich gehört, bis nichts mehr ging…….. Das war damals eine riesige Belastung für unsere Beziehung, aber wir sind da durch. Und vor 2 Jahren wurde meine Marie an der Niere operiert, davor ein halbes Jahr Unsicherheit und grausame Verlustangst. Mein Mann ist damit ganz anders umgegangen als ich. Ich konnte nicht alles nur medizinisch sehen und mich komplett auf die Medizin verlassen, dieses Mal nicht. Und ich konnte auch nicht ruhig bleiben. Ich bin gewachsen und habe geredet, unendlich viel. Und wir sind Gott sei Dank auch hier gut rausgegangen aus dieser Geschichte. Sowas schweißt zusammen. Und man darf nie vergessen, das ist LIEBE. Ich wünsche euch von ganzem Herzen alles erdenklich Gute und viel Liebe und Gesundheit. Möge Gott euch beschützen! Deine Yvonne

  55. Oh Janina, ich sitze in der Bahn ins Büro von Hamburg nach Essen und weine inmitten dieser ganzen fremden Menschen auf dem Weg zu ihrem Businessterminen.
    Ich bewundere dich seit Jahren und bin dir jetzt noch so viel näher gekommen, Danke für deine Ehrlichkeit einfach offen und frei zu sein.

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